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Kommentare

Hochsensibilität und Statusverhalten — 10 Kommentare

  1. Liebe Anne-Barbara

    Entscheidend scheint mir die innere Wahlfreiheit zu sein, zwischen „Ich will gemocht werden“ und „Ich will respektiert werden“ switchen zu können.

    Ich habe den Eindruck, dass gerade erschöpfte Hochsensible in einem „Ich will gemocht werden“-Zustand blockiert sind (verbunden mit Glaubenssätzen wie „Die Welt sollte freundlich mit mir sein“ etc). Ich glaube, dass eine reine Affirmation in dieser Situation nicht so fruchtet, weil sie eher auf der mentalen Ebene wirkt, weniger auf der emotionalen.

    Deshalb wäre für mich ein Ansatzpunkt, um überhaupt an diesem Status-Spielen mitzumachen zu können, aus diesem emotionalen Zustand der Sehnsucht nach Liebe herauszukommen. Beispielsweise mit EFT („Meine Sehnsucht gemocht zu werden, ..“) oder anderen Methoden der emotionalen Befreiung.

    Wie siehst du das?

    Herzlich,

    Barbara

    • Liebe Barbara,

      vielen Dank für das Teilen Deiner Gedanken. Ich finde es eine super Idee, solche Glaubenssätze mit EFT aufzulösen! Das ist mit Sicherheit eine prima Vorarbeit.

      Nach meiner Erfahrung sind Hochsensible nicht unbedingt grundsätzlich im Tiefstatus. Manche Hochsensible neigen auch dazu, im Zustand der Reizüberflutung eher gereizt zu reagieren. Dann kann es passieren, dass sie plötzlich ungewollt in einen Hochstatus geraten und andere versehentlich mehr angehen, als ihnen lieb ist. Deswegen habe ich auch die Tipps zum Wechsel vom Hochstatus in den Tiefstatus mitgegeben.

      Mir ist an dieser Stelle wichtig, nichts zu pauschalisieren, sondern sich bewusst zu machen, was man wirklich tut. Denn nur weil wir hochsensibel sind, heißt das nicht, dass wir stets zu nachgiebig sind. Es kann genauso passieren, dass wir kratzbürstiger sind, als wir es gewollt haben… 😉

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

    • Vielen Dank für deine Antwort, das war noch mal eine wichtige Spezifizierung. 🙂

      Ich wollte im übrigen auch nicht pauschalisieren, habe in meinem Kommentar ein paar relativierende Wörter weggelassen. Wenn ich mich unter den erschöpften Hochsensiblen umsehe, die ich kenne, dann meine ich zu sehen, dass das „Gemocht-Werden-Wollen“ eine grosse Rolle spielt.

      Herzlich,

      Barbara

    • …ja, ich denke auch, dass das bei vielen Hochsensiblen eine große Rolle spielt, und besonders bei den Erschöpften. Denn die, die eher dazu neigen, ausfällig zu werden, wenn sie reizüberflutet sind, können sich in der Regel recht gut behaupten. Deswegen neigen sie dann auch weniger zu Burnout.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. „Es gibt Lehrer, die nicht beliebt sind, aber sehr dafür respektiert werden, dass bei ihnen Ruhe herrscht und man viel bei ihnen lernt.“
    Liebe Anne-Barbara,
    die meisten Gedanken des Textes kann ich schon nachvollziehen – zumal ich dieses Spiel im Supermarkt (ausweichen oder nicht) selbst schon gespielt habe. Je nach meiner eigenen Verfassung, konnte ich den Tiefstatus mit einem Gefühl von innerer Größe einnehmen. Ein anderes Mal war ich selbst nicht gut drauf und habe ganz bewusst „keinen Platz“ gemacht.
    Aber der Satz oben hat mich sofort aufgeregt. Warum glauben wir, dass man bei einem Lehrer viel lernt, bei dem Ruhe herrscht? In der Regel herrscht in einem solchen Klassenraum eine Atmosphäre von Angst – und in einer solchen kann Lernen nicht stattfinden! Pauken vielleicht, Lernen nein. Also eher nicht so positiv, wie das in dem Text dargestellt wird! Denn Respekt ist etwas ganz anderes als Angst!!!!! Die differenziertere Darstellung kann ich nachvollziehen.
    LG
    Hildegard

    • Liebe Hildegard,

      freut mich, dass Du vieles von dem, was ich geschrieben habe, nachvollziehen konntest!

      Dein leidenschaftliches Plädoyer für ein angstfreies Lernen klingt so, als hätte das Thema etwas mit Dir persönlich zu tun. Magst Du mir und den anderen Leserinnen und Lesern vielleicht etwas dazu schreiben? Für mich wäre das hilfreich, da ich Deine Reaktion so besser verstehen könnte.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

    • Hallo Anne-Barbara,
      vielleicht ist es noch nicht zu spät für eine Antwort mit Erläuterung.
      Also, das Thema „angstfrei Lernen“ hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich arbeite mit s.g. Schulversagern – nicht ausschließlich, aber viel. Und durch meine eigenen Kinder werde ich auch immer wieder mit diesem Thema konfrontiert.
      Aus diesen Gründen habe ich mich tiefergehend mit dem Lernen befasst. Die moderne Hirnforschung hat da viele neue Erkenntnisse erlangt…es lohnt sich auf jeden Fall sich damit zu beschäftigen.
      Immer wieder stoße ich bei meiner Arbeit auf meine eigenen Schulängste; und das obwohl ich die Schule bereits seit 3 Jahrzehnten hinter mir gelassen habe.
      Das kann nicht gut sein!
      Meine Leib- und Seele-Kinder haben soviele (unheilbare?)Wunden davon getragen und wenn man bedenkt, dass man nach 2 Jahren Abstand von der Schule nur noch etwa 10% vom Stoff, den man angeblich gelernt hat, weiß…..
      Echtes Lernen geht nur mit Freude und Begeisterung, niemals mit Angst – und ist übrigens ein Grundbedürfnis des Menschen!
      Das was wir gemeinhin als Lernen bezeichnen, ist KEINES!
      LG
      Hildegard

    • Liebe Hildegard,

      da hast Du ja Dein Lebensthema und eine Lebensaufgabe gefunden, das finde ich gut! Ich drücke Dir die Daumen für Dein weiteres Engagement.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Hallo,

    vielen Dank für den interessanten Bericht und den Blog. Das mit dem Ausweichen im Supernarkt und im Strassenverkehr insbesondere mit Radfahrern ist zumindest für die Grossstadt überholt, als Teamplayer fahre ich mit erhobenem Haupt, wenn ich auf Regeln beharre riskiere ich oftmals einen Unfall und rege mich nur auf. Ich denke es ist gut, wenn man eine Wahlfreiheit hat, hier lasse ich es laufen, hier setze ich mich durch und manchmal bin ich schnell genug oder schlagfertig, da versuche ich nachzuverhandeln oder suche Trost. Manchmal ist es auch Abwägen, viel Ernergie das Durchsetzen kostet, ob es sich lohnt.

    Liebe Grüsse

    Bernie aus Frankfurt

    • Hallo Bernie,

      freut mich, dass mein Bericht Dir gefällt! 🙂 Klingt so, als hättest Du schon eine gute Methode zur Umsetzung gefunden. Du hast vollkommen Recht – keine Experimente im Straßenverkehr, das ist zu gefährlich! Wenn zwei Einkaufswagen aufeinanderknallen, kann man das noch verschmerzen… 😉

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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