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Kommentare

Zwei Arten zu streiten — 5 Kommentare

  1. Hallo Frau Kern,

    herzlichen Dank für diesen sehr interessanten Artikel – er erklärt vieles, woran ich schon fast verzweifelt wäre…

    Haben Sie schon von dem Konzept Elain Aron’s gehört – Ranking & Linking?
    Also die Gegenüberstellung des Prinzips der Rangordnung vs. Verbindung/Vernetzung?

    Sehen Sie auch den folgenden Artikel in Psycholog Today, abgerufen am 23.07.2015:
    https://www.psychologytoday.com/blog/attending-the-undervalued-self/201001/ranking-and-linking-better-and-worse

    Dort geht es ganz allgemein um diese 2 Prinzipien, die Sie auch genau auf das Thema Streit bezogen haben. Ich finde dies sehr interessant – diese 2 Verhaltensweisen scheint es auf jedem Gebiet zu geben.

    Elaine Aron gibt einem in diesem Buch auch die Aufgabe, alle Personen in seinem Umfeld aufzulisten, die einem guttun und die einem nicht guttun. Es kann auch eine Person auf beiden Seiten auftauchen. Diejenigen Personen, die nur auf der Gut-Seite auftauchen, sind meist Linking-Personen, diese sind also eher die Verbindungs-Menschen. Personen, die einem nicht gut tun, sind meist Menschen, die auf Rangordnung viel Wert legen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Julia Bender

    • Hallo Frau Bender,

      es freut mich, dass Ihnen dieser Artikel weiterhelfen konnte! Vielen Dank auch für Ihren Link auf Aron’s Artikel. Ich habe zufällig bereits einen ähnlichen Blog-Beitrag geschrieben:

      Kooperation als Prinzip des Überlebens oder Darwin’s Irrtum

      Dieser bezieht sich auf die Forschungsergebnisse des Zellbiologen Bruce Lipton. Vielleicht auch interessant für Sie? Jedenfalls bezieht sich das, was Aron als „Ranking and Linking“ und ich als „Kooperation und Konfrontation“ beschreiben, auf das allgemeine Grundprinzip, während mein Streit-Artikel sich konkret mit den Konsequenzen dieser Verhaltensweisen befasst.

      Die von Aron gestellte Aufgabe, die Sie beschreiben, finde ich toll und sehr hilfreich! Bei mir sortiert sich da gerade auch einiges… 😉

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara Kern

  2. Hallo Frau Kern,

    ich lese Ihren Blog regelmäßig, seit ich weiß, dass ich HSM bin und bin immer wieder begeistert von den anregenden Inhalten sowie Ihrer Art, diese zu transportieren!

    Diesen Beitrag über Konfliktlösungsstrategien habe ich leider erst jetzt „entdeckt“. Er ist für mich extrem spannend: Sie haben mir damit klargemacht, warum ich einen längerfristigen Konflikt in meinem Leben nicht lösen konnte – mein Gegenüber(Arbeitsbeziehung)ist ein starker „Nullsummenspieler“. Obwohl mir schon länger bewusst war, dass es ihm nur ums Gewinnen ging, hatte ich bis heute nicht wirklich verstanden, dass meine Art, mit den Konflikten umzugehen, für ihn „böse“ wirkte. Nun verstehe ich, warum mir eine Kooperation mit ihm nicht gelingen konnte.

    Bisher habe ich mich deshalb immer schlecht gefühlt und unfähig, sogar an meiner Hochsensibilität habe ich gezweifelt. Denn von dieser hatte ich mir im positiven Sinne erhofft, gute Beziehungen auch in schwierigem Umfeld führen zu können – eben weil wir Hochsensiblen so feinfühlig sind. Jetzt verstehe ich, dass dies nicht „automatisch“ klappt. Ich denke sogar, dass Beziehungen die Haupt-Herausforderung für Hochsensible sind.

    Ich habe meine schwierige Situation zwar beendet und spüre eine enorme Erleichterung darüber, muss mich in der Folge aber nun noch rechtlich damit auseinandersetzen (Das Gegenüber kann nicht verlieren …). Das macht mir sehr zu schaffen, und dank Ihres Blogbeitrages weiß ich nun auch warum: In Rechtsfragen geht es meist ums Gewinnen oder Verlieren, auch wenn ich auf eine Einigung hoffe. Haben Sie einen Tipp für mich, wie ich mit dieser Situation angemessen umgehen kann?

    Nochmals vielen Dank für die vielen aufschlussreichen Blogbeiträge!

    Siggi

    • Hallo Siggi,

      vielen Dank für Ihren Bericht, der so ein gutes Beispiel für das darstellt, was ich mit diesem Artikel gemeint habe!

      Beziehungen sind für uns Hochsensible in vieler Hinsicht eine Herausforderung: Zu den in Bezug auf Sensibilität normal Veranlagten, weil wir anders ticken als sie, das verstehen und überbrücken müssen; zu anderen Hochsensiblen, weil die Empfindsamkeiten und Verletzlichkeiten jeweils unterschiedlich gelagert sind; und letztlich zu uns selbst, weil wir als Minderheit in unserer Weise des Sein immer wieder hinterfragt werden und auch uns selbst stark hinterfragen. Was aber auch gesagt werden muss, ist, dass wir im Gegenzug die Chance haben, sehr viel intensivere und erfüllendere Beziehungen zu führen, weil wir eben sehr gründlich mit allem aufräumen können, was Beziehungen normalerweise eintrübt.

      Für Ihre jetzige Lage hätte ich einen Buchtipp:

      Statusspiele von Tom Schmitt und Michael Esser

      Dort wird ein sehr guter Weg aufgezeigt, wie man sich gleichzeitig Respekt verschafft und dabei dennoch sympathisch wirkt. Das können Sie jetzt brauchen, auch vor Gericht. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass die Sache gut für Sie ausgeht! Und sollten Sie noch Fragen haben, immer gern. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara Kern

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