WildroseScheint es Dir, als würdest Du viele Feinheiten um
Dich herum wahrnehmen?

Hast Du ein reiches, komplexes Innenleben?

Machen Dir die Launen anderer etwas aus?

Beeinträchtigen helles Licht, unangenehme Gerüche, laute Geräusche oder kratzige Stoffe Dein Wohlbefinden?

Verursacht ein starkes Hungergefühl heftige Reaktionen bei Dir, beeinträchtigt es Deine Laune und Deine Konzentration?

Reagierst Du schnell gereizt, wenn viel um Dich herum los ist?

Erschrickst Du leicht?

Meinst Du zu wissen, wenn Menschen sich in Deiner Umgebung unwohl fühlen, was getan werden müsste, damit sie sich wohl fühlen?

Wenn Du Dich mit jemandem messen musst oder man Dich bei der Ausübung einer Arbeit beobachtet, wirst Du nervös und schneidest schlechter ab als unter normalen Umständen?

Dies sind 9 von 23 Fragen aus Elaine N. Arons Eingangstest ihres Buches “Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen”, einem Grundlagenwerk zu diesem Thema. Wenn Du Dich von diesen Fragen angesprochen fühlst, ist es möglich, dass Du hochsensibel bist. Im deutschsprachigen Raum gibt es noch keinen standardisierten Test, es ist aber eine psychologische Dissertation in Arbeit, aus der ein solcher hoffentlich bald hervorgehen wird.

Laut Arons Forschungsarbeit, die 1997 begann, sind etwa 15-20% aller Menschen hochsensibel. Da bereits Iwan Petrowitsch Pawlow, der um 1900 unsere moderne Verhaltensforschung begründete, darauf gestoßen war, dass dieses Phänomen auch im Tierreich vorliegt, nimmt man an, dass es einen Vorteil beim Erhalt einer Art hat. Aron meint, dass ein gewisser Anteil besonders feinfühliger Wesen einer Spezies insgesamt als Frühwarnsystem bei bisher unbekannten Gefahren dienen könnte.

Hochsensibel zu sein heißt, dass die Reizschwelle, ab der man Dinge wahrnimmt, niedriger ist als beim Bevölkerungsdurchschnitt. Man bekommt dadurch mehr Informationen, da schon viel feinere Reize ungefiltert wahrgenommen werden. Dies hat Vor-und Nachteile: Einerseits hat man die Möglichkeit, früher auf Gegebenheiten reagieren zu können bzw. tiefere Zusammenhänge zu erschließen. Andererseits neigen Hochsensible auch schneller zu Reizüberflutung, denn wer mehr Reize aufnimmt, muss am Ende auch mehr Reize verarbeiten. So kann die Lautstärke eines ganz normalen Konzerts, bei dem alle ihren Spaß haben, für einen hochsensibel veranlagten Menschen eine Tortur bedeuten. Auch Hintergrundgeräusche, die nicht ausgeblendet werden können, werden leicht zur Belastung, etc.

Was bringt es nun, zu wissen, dass man hochsensibel ist? Zunächst einmal die große Erleichterung, dass man vollkommen normal ist. Der Anpassungsdruck an die Mehrheit sinkt, Selbstzweifel nehmen ab. Es setzt der vielzitierte “Gebirgsketteneffekt” ein, denn es fällt weit mehr als nur ein Stein vom Herzen.

Langfristig gesehen folgt eine gewisse Umorientierung im Leben, eine Suche nach Lösungsmöglichkeiten für die von der Mehrheit abweichenden Bedürfnisse. Oft sind hochsensible Personen qualitativ leistungsfähiger als andere, dafür aber quantitativ gesehen weniger leistungsfähig. Sie benötigen einfach mehr Pausen. Dies kann in einem normalen Arbeitsumfeld von Nachteil sein.

Doch noch weitere Probleme harren einer Lösung: Medikamente, Körperpflegeprodukte, Modetrends u.v.m., all das ist für die Mehrheit der normalsensiblen gemacht und wird von hochsensiblen Personen oft nicht vertragen.

Hochsensibel zu sein hat übrigens nichts mit sozialer Kompetenz zu tun. Wir sind keine “besseren” Menschen. Es handelt sich bei der Hochsensibilität nur um eine bestimmte Weise des Seins mit einem verschobenen Wahrnehmungsfeld. Dadurch, dass unser Fenster zur Wirklichkeit ein wenig woanders platziert ist, ergänzen wir die menschliche Gesellschaft um einige Aspekte, die wir leichter wahrnehmen können. Umgekehrt ergänzen uns die normal veranlagten. Nur gemeinsam sind wir stark. In diesem Sinn lade ich alle Menschen ein, meinen Blog zu lesen, zu einem besseren gegenseitigen Verständnis.

Mein Ziel in diesem Blog ist es, hochsensible Personen zu ermutigen, zu ihren Bedürfnissen zu stehen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die sich zwar abseits der breiten gesellschaftlichen Pfade bewegen, aber keinesfalls damit unvereinbar sind. Die Frage betreffend, was Hochsensibilität ist, gibt es schon viel lesenswertes im Netz und auch einiges an Literatur, z.B.:

IFHS = Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität (Deutschland)

Hochsensibilität auf Wikipedia

Ein sehr nettes Forum für Hochsensible, wo es sich trefflich Kontakte knüpfen lässt:

Treffpunkt Hochsensibilität

Elaine N. Aron: Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit verstehen und nutzen. mvg-Verlag, München; Dieses Buch auf Amazon ansehen

Von daher belasse ich es hiermit bei dieser kurzen Einführung ins Thema und wünsche Dir, dass Du auf hochsensibel sein Anregungen findest, das bestmögliche aus Deinem Leben zu machen, egal, wie auch immer Du veranlagt bist!

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