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Hochsensibel? 90 Symptome, die du unbedingt kennen solltest — 16 Kommentare

  1. Liebe Anne-Barbara!

    Vor Jahren bin erstmalig durch eine Suchmaschine auf einem Blog-Artikel hier angekommen. Sehr viele Beiträge über HSP habe ich hier oder anderorts gelesen, auch ungezählte Bücher.
    Seinerzeit hatte es mein Leben verändert. Es war sehr bedeutend – teilweise beruhigend aber auch beängstigend – für mich zu erkennen, mit etlichen der oben von Dir benannten Symptomen nicht allein zu sein. Sich das nicht einzubilden oder irgendwo in Richtung Verrückt bzw. psychotisch zu sein.

    Diesen neuen Artikel habe ich heute mehrfach mit Pausen gelesen und bin *immer noch* nicht durch – also ich meine: Es ist so eine Essenz, daß mein Gehirn tatsächlich Stunden braucht, um diese schier unendliche Menge an Details verarbeiten zu können. Ich werde ihn noch einige Male lesen müssen …

    Für Mitleser füge ich erste Gedanken an:

    HSP haben ein anderes Betriebssystem (BS). Diese Software (SW) arbeitet anders und möglicherweise hat ein HSP dazu genetisch auch eine modifizierte Hardware zur Verfügung gestellt bekommen – egal wie: Diese ander SW sorgt für viele wenn nicht alle Symptome, die oben gelistet sind.

    Schön, wenn HSP soweit damit klar kommen und auch ihre Umgebung (Familie, Freunde, Kollegen bzw. siehe Kreis-Modell “Nähe und Distanz”).
    Jedoch: Wenn es nicht so ist, dann führt dieses andere BS zu Begrenzungen bis hin zu Problemen – für die HSP wie für die anderen.

    Dabei gilt es aus meiner eigenen Erfahrung vor allem den anderen Menschen verständlich zu machen, daß es sich *auch* für die HSP als unangenehm bis belastend oder gar lebensbehindernt auswirkt, dieses andere Betriebssystem zu besitzen. Und auch wenn die HW vielleicht “besser” als bei Neurotypischen sein würde, reicht sie vermutlich *nie* aus…

    HSP leiden möglicherweise selber mehr unter diesem anderen Betriebssystem, als ihre Umwelt. Daher sehe ich diesen Artikel auch als große Chance, daß Mitmenschen besseren Zugang zur Ambivalenz der HS bei HSP haben.

    Sofern HS nicht komplett als *Ressource* (Anne-Barbara, das stammt von Dir) dient, würde es jeder HSP unbedingt helfen, wenn nich zusätzlich noch der soziale Druck auf ihr lastet, daß sie “anders” ist. Sondern so angenommen wird oder gar unterstützt wird, wie es diese Software erfordert oder ermöglicht. Denn es gibt keine andere SW zum Installieren, kein Update, keinen Patch ;-)

    Wenn man das weiß, kommt man mit dieser SW vermutlich besser klar – daher ist die Symptomliste sehr wertvoll. Und auch wenn sich das BS nur in gewissen Grenzen justieren lassen kann bleibt m.E. das Lernen, mit ihr umzugehen.

    Liebe Anne-Barbara,
    Dir ist mit diesem Artikel etwas ganz außergewöhnliches gelungen!
    Danke!
    Henry

    • Lieber Henry,

      danke dir von Herzen für dein nettes Feedback, das mich ganz außerordentlich freut! Es ist schön für mich zu lesen, dass diese Liste so wertvoll für dich ist und sich die Mühe gelohnt hat.

      Danke dir auch für deine Gedanken zu “Betriebssystem” und “Software”. Ja, wir gehören zu einer Minderheit und es ist nicht immer leicht, im sozialen Gefüge klar zu kommen. Wichtig ist, dass wir wissen, was mit uns los ist, und dass wir uns voll und ganz so annehmen, wie wir sind. Dann verliert alles, was von außen kommt, seinen Stachel. Denn: Was andere über dich denken, ist deren Problem, mit dir ist alles gut! So, wie du bist, bist du genau richtig.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. 90 Symptome! Das klingt erst einmal viel, aber in diese Blöcke sortiert erschließt es sich sofort. Ich scanne neugierig die einzelnen Rubriken und finde mich in der Mehrzahl der Punkte wieder … Dann gleich ein paar Tipps zur Erinnerung noch mit dabei, und schon bin ich wieder ein bisschen besser eingenordet auf meine HSP-Gabe. Danke für diesen tollen Überblick, Anne-Barbara! Du gibst so kontinuierlich eine Orientierung über Hochsensibilität, das tut einfach gut.

  3. Liebe Anne-Barbara,

    auf Anhieb fällt mir noch ein wichtiges, körperliches Symptom ein, dass ich aus Erfahrung noch vor der Kenntnis meiner HS immer wieder erlebt habe: der überaus empfindliche Geruchssinn! Zeit meines Lebens konnte ich nicht an Parfümerien o.ä. vorbeigehen, ohne die Luft anzuhalten… oder z. B. den Atem meines mittlerweile 25jährigen Neffens aushalten (er roch als Baby so nach Mais…) Bei Mahlzeiten verlasse ich mich z. B. auch seit einem unglücklichen Spaghetti-Zwischenfall immer auf meine Nase :-)

    Ansonsten bin ich nachdenklich gestimmt, wenn ich hs Kinder sehe, die bei vermeintlichen “normalsensiblen” Eltern aufwachsen, diese aber in keinster Weise Ahnung davon haben, wie wichtig es ist, HS zu verstehen und ihre Kinder zu unterstützen… Vor einer Stunde erst wieder so eine Situation gehabt…

    Ich wüsste so gern, wie man da helfen kann. Ich hatte in dem besagten Fall die Mutter direkt darauf angesprochen, ob ihr Sohn hs sei. Sie kannte den Begriff so ungefähr, aber es schien sie nicht zu kümmern, außer, dass der Junge endlich artig in die Kita geht und sich besser in ihren Alltag einfügt, sonst hätte sie beruflich was ändern müssen… Wenn ich an meinen Mann und mich denke… ich habe meine Karriere komplett aufgegeben, wir ernten oft verächtliche Blicke und Sprüche… wir leben einfach, aber gewählt, um unserer Jungen Willen. Die beiden sind sehr glücklich und machen auch ihre Fortschritte, aber eben nach hs- Manier. Ich bin schlicht erstaunt, für mich ist es so natürlich (aber nicht einfach!), mein Leben umzugestalten, um den Kindern eine bessere Chance zu geben, dass ich jedes Mal stutze, wenn ich bemerke, dass es scheinbar nicht so natürlich ist…

    • Liebe Maja,

      vielen Dank für deinen Hinweis auf den Geruchssinn! Das ist ein ganz häufiges Symptom und mir doch glatt durch die Lappen gegangen… Ich habe es sofort im Blog-Artikel ergänzt!

      Was diese Eltern von hs Kindern betrifft, denke ich, tust du schon das bestmögliche. Du kannst ja nicht mehr machen als diese Leute darauf ansprechen. Und auch, wenn du damit nicht wirklich durchdringst, hast du dennoch einen Impuls gesetzt. Wahrscheinlich sind in solchen Fällen mehrere Impulse nötig, bis sich die Leute bewegen…

      Schön, dass Ihr Euren Jungs ein gutes Leben ermöglicht! :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. So ein interessanter Artikel. Und genau “auf den Punkt”. Beim Lesen ertappe ich mich zustimmend nickend und muss schmunzeln.
    Vielen Dank für das Sammeln und Zusammenfassen der Symptome. :)

  5. Hallo,
    Ist die Übersetzung von Hyperakusis nicht Geräuschempfindlichkeit? Das dachte ich immer. Hier steht es aber getrennt als zwei verschiedene Symptome im Artikel…
    Liebe Grüße,

    • Hallo Tatjana,

      Hyperakusis und Geräuschempfindlichkeit sind nicht das Gleiche. Geräusch- und Lärmempfindlichkeit sind individuelle Besonderheiten, d.h. der eine erträgt mehr, der andere weniger. Es hält sich aber noch in normalen Grenzen.

      Hyperakusis bedeutet wörtlich übersetzt “zu viel hören”. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung. Unsere Ohren verfügen über ein Schalldämpfungssystem, das aktiv wird, sobald es lauter zugeht. Bei Hyperakusis ist dieses Schalldämpfungssystem geschädigt. Es werden deshalb schon Geräusche als schmerzhaft laut empfunden, die für andere ganz normal sind.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  6. Liebe Anne-Barbara,

    danke für die präzise Trennung der beiden Begriffe – mir war das früher auch nicht klar, aber mit so einfachen Worten erklärt sich das Nicht-Betroffenen besser!

    Meine Lösung ist seit Jahren (leider), entweder mit echten Kopfhörern musikhörend unterwegs zu sein – die dann auch gern laut sein darf :-)

    Oder – vor allem natürlich wenn ich selber das Auto steuere oder Radfahre, mit Schutzeinrichtung. Entweder auf Wachs/Silikonbasis oder – viel besser – speziellen Ohrschutz von Alpine “Partyplug” (keine Reklame, sondern eine echte Empfehlung für alle Mitleser!). Die gibt es auch schon für Kinder und dämpfen die Sprache nur unwensentlich, so daß man sich nicht so abgeschottet fühlt, wie bei massiven “Stöpseln”.

    Der Hyperakustikus schlägt bei mir mit/durch Windgeräuschen bei geschlossenen Fenstern und Meeresrauschen auf Distanz schon zu. Armbanduhr bei Menschen im selben Zimmer, Kühlschrank im Nebenraum… Dagegen kann ich stundenlang lauter Musik ausgesetzt sein, wenn ich das selber möchte und es nicht der Nachbar ist ;-)

    Das verwirrt viele Menschen, weil es inkonsistent scheint. Ist aber m.E. genau der praktische Beleg dafür, daß das zwei getrennte Dinge sind.

    Liebe Grüße
    Henry

    • Lieber Henry,

      ich denke, wenn du laut Musik hören kannst, hast du sicher keine Hyperakusis. Denn das ist organisch und du könntest dann keine lauten Geräusche ertragen, noch nicht einmal Musik, die du magst! So, wie du es beschreibst, leidest du unter Geräuschen, die du nicht kontrollieren kannst und bei denen es ungewiss ist, wie lange sie noch dauern werden. Schaltest du hingegen eine Musik ein, die du liebst, ist das o.k.! Du könntest sie ja aber auch jederzeit abstellen, wenn sie dich zu nerven anfangen würde.

      Von daher ist das bei dir eine Frage, wie dein Gehirn das Geräusch bewertet. Das ist weit verbreitet! Bei Schmerz gibt es das gleiche Phänomen. Wenn man sich selbst zwickt, tut das vielen Menschen wesentlich weniger weh wie wenn jemand anderes sie mit der gleichen Kraft zwicken würde. Das Gehirn bewertet beides einfach völlig unterschiedlich und das wirkt sich auf die Intensität unseres Erlebens aus!

      Danke dir für den Tipp mit den Ohrstöpseln, solche habe ich auch:

      Für Erwachsene

      Für Kinder

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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Anne-Barbara Kern
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