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Hast du Asperger-Züge? Mache den Test! — 11 Kommentare

  1. Mein Ergebnis (7 von 9) überrascht mich überhaupt nicht. Seit ich von meiner HS weiß und einige HSPs kennengelernt habe war mir klar, dass ich mehr bin als “nur” hs.
    Ich habe meine HS immer als Fluch und Behinderung empfunden und immer gedacht ich sollte einen Behindertenausweis haben und mehr Urlaub als meine Kollegen.
    Mein Leben lang habe ich still gelitten, versucht mich anzupassen, es allen Recht zu machen. Meine Eltern haben mich nie unterstützt, ich war immer allein. Der Preis dafür sind Depressionen, an denen ich bereits seit mehreren Jahren leide. Die Antidepressiva, die ich nehme, machen mich funktionsfähig aber glücklich bin ich nicht.

    • Liebe Cubelixa,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Tut mir leid, dass es Dir nicht gut geht. Ja, genauso kenne ich es von Menschen, die eben mehr als “nur” hs sind – es fühlt sich mehr als Fluch oder Behinderung an, ist einfach eine ganze Nummer heftiger. Und Depression ist eine ganz typische Folge-Erkrankung von Asperger, denn wenn man all die Jahre leidet und niemand einen versteht, kommt es leicht so weit. Viele Asperger sind wegen Depression in Behandlung und niemand erkennt die Ursache.

      Ich kann Dich aber ermutigen: Asperger ist nur richtig schlimm, wenn man noch nichts davon weiß. Du kannst über die Literatur einiges darüber erfahren, Du kannst Dich beraten lassen und Dir überlegen, ob eine Diagnose bei Dir Sinn macht und Du einen Behindertenausweis bekommst, Du kannst Gleichgesinnte treffen, die Dich verstehen und Du kannst noch einmal einige Stellschrauben in Deinem Leben verbessern.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

    • Liebe Cubelixa,

      ich kenne Deine Gefühle, Deine Zeilen könnten meine sein. Zumindest noch vor einemhalben Jahr.
      Mut! Ich habe mich mit der HSP-Einordnung auch nur am Anfang wohl gefühlt – als ich überhaupt eine Möglichkeit hatte, mein “Anderssein” mit einem Namen zu kleiden.
      Schwer war mir immer, wenn ich bspw. etwas zum “Aliengefühl” lesen mußte – das taucht ja fast immer irgendwo auf.
      So ein Quatsch! Die anderen sind alle die Alien – wie sonst läßt sich ein so zerstörerisches, selbstsüchtiges Leben erklären?

      Weiter unten habe ich einen längeren Kommentar geschrieben. Vielleicht hilft es Dir, den Film “Adam” zu sehen. Der Protagonist ist ein Mann, was es Dir sicher nicht sehr leicht macht, in seine Rolle zu schlüpfen. Der Charakter portraitiert jedoch ungemein gut, was in einem Asperger los ist. Und vor allem: WIE empatisch er ist. Das besonder ist hier nämlich, daß der Film genau dahingehend kritisiert wird: er ist zu Harmonisch. Denn erbedient das hier erwähnte Klische nicht.
      Schön, daß der Film genau mit diesem falschen Bild abrechnet!

      Wie lange bist Du mit der Idee des Asperger bei Dir verbunden? Ich kann nur von mir schreiben, aber je mehr sich eine echten “Einordnung” ergab, um so geringer intensiv und lang verliefen meine depressiven Phasen. Wenn man lange und schwer depressiv war/ist, dauert das entwöhnen auch lang. Laß Dir Mut machen: Wenn Du 7/9 hast, dann fokussiere und gehe dem Thema richtig nach. Lese, ggf. siehst Du Dir auch “Ben X” an, alles kann gelfen. Und die Depressionen werden weniger, wenn Du mehr Zutrauen in Deine Besonderheit hast!

      Wir sind nicht neurotypisch, aber unser Betriebssystem ist etwas abwärtskompatibel! Finde heraus, wie Deines läuft. Und vor allem: Laß’ Dich nicht von denen ablenken, die nicht wissen, wovon sie sprechen. Jeder, der Dich als Arogant bezeichnet, bestätigt nur, daß Du es richtig machst!

      Alles Liebe
      Henry

  2. Danke, liebe Anne-Barbara, für diesen interessanten Quergedanken! Ich habe bereits einige Bücher zu beiden Themen gelesen, habe mich bei den Aspergern aber nur zum Teil wiedergefunden. Nun glaube ich allerdings, dass ich zu beiden Welten gehöre. Die Vermutung hatte ich schon länger, allerdings schienen sich die beiden bisher auszuschließen. Daher werde ich mich jetzt mehr auf die weibliche Seite konzentrieren.
    Vor ein paar Tagen habe ich die Diagnose HPU positiv bekommen. Nachdem ich mich näher mit diesem Thema befasst hatte, stellte sich mir die Frage, ob diese Stoffwechselstörung nicht die Ursache für meine HSP sein könnte. Viele der damit in Verbindung gebrachten Symptome (auch Migräne) und „Merkwürdigkeiten“, wie ich es gerne nenne, treffen auf mich zu.
    Vielleicht finden sich noch andere Betroffene mit dieser Kombination, sodass wir auf ganzheitlicher Ebene Unterstützung finden könnten.

    • Liebe Sunny,

      danke Dir für Dein nettes Feedback und den Hinweis zu HPU! Ich habe schon öfters Zuschriften von LeserInnen bekommen, die darunter leiden. Gerade habe ich einmal wegen der Symptome recherchiert und gefunden, dass es tatsächlich Parallelen zu Asperger und Hochsensibilität gibt. Wenn Deine Asperger-Züge daher kommen, müsste sich das eigentlich deutlich bessern, wenn Deine HPU behandelt wird. Aber auch für Asperger ohne HPU sind einige Symptome typisch, z.B. Magen-Darm-Beschwerden, Migräne, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, mangelnde Stressresistenz, Ängste, Lichtempfindlichkeit u.v.m. Ich wünsche Dir gute Besserung und dass die Behandlung bald anschlägt!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Ich wußte es rein diagnostisch schon, weil ich durch einen befreundeten Aspi mal einen Test gemacht hatte und knapp unter der Grenzpunktezahl des Amtlichen Vollaspergerismus gelandet war. Aber die hier beschriebenen Symptome sind mal wieder ein Highlight!! :) Außerdem hatte ich mal mitten in ein Radio-Interview reingehört … jemand beschrieb gerade sein Erleben in Fußgängerzonen und ich dachte erfreut: “Ha! Endlich mal einer, der normal tickt!”, und dann lachte die Moderatorin über die Schilderung ihres Gastes, ‘ha, ha, das ist ja wirklich merkwürdig, ha, ha’. Es war eine Sendung über Asperger, wie ich nachher vernahm.

    Bei Ihren Testfragen, Frau Kern, komme ich auch auf 9/10tel Zutreffendes.
    Was ich bisher noch nicht gesehen hatte, ist ein ZUSAMMENHANG von HS und Asperger. Interessant!

    Ich forsche zum Thema Zukunft und bin mir sicher, daß der zunehmende “weltweite Anstieg der Zahl autistischer Kinder” (–kam vor kurzem im Radio) eines von vielen Zeichen der anstehenden nächsten genetischen Mutation (Weiterentwicklung) der Menschheit ist. Diese Kinder, ganz gewiß deren Kindeskinder werden nicht mehr anfällig sein für die ganzen emotionalen Wirrnisse, die unser endendes Zeitalter bestimmt haben. Es wird in zweihundert Jahren keinen Irrsinn durch den falschen Getrenntheitsglauben mehr geben, diese ganze ungesunde menschliche Unlogik und Unwahrheit – denen ich als HS und “Dreiviertelaspi” jeden Tag und in jedem Alltag so verständnislos gegenüberstehe – weil dieser angstbasierte Teil der menschlichen Geschichte sich von alleine aus unserer DNA hinauslöschen wird. Es wird endlich Freiheit sein, Kreativität, das menschliche Potential wird freiwerden können, und das Wissen ums All-Einssein wird kollektiv und selbstverständlich sein … Na ja, und so fort, ich lese gerade darüber und freue mich nun hier:

    ES IST KEINE BENACHTEILIGUNG ODER BEHINDERUNG – ES IST DAS ZEICHEN, DASS EINE NEUE WELT UNTERWEGS IST! *yappi-dappi-duh!!!* :D

    Vielen Dank für den Artikel, Frau Kern.

    • Liebe Selja,

      vielen Dank für Ihren bewegenden Bericht und Ihr nettes Feedback, das mich sehr freut! Ja, neulich hat mir jemand, der regelmäßig in eine Asperger-Selbsthilfegruppe geht, erzählt, dass es schön sei, endlich einmal unter “normalen” Menschen zu sein. :-) Normal ist eben relativ und vor allem auch kontextabhängig. Ich sehe Asperger wie Sie als eine Weise des Seins an, die genauso ihre Berechtigung hat wie alle anderen Weisen des Seins auch. Das Phänomen gehört zur menschlichen Diversität dazu und spielt auch evolutionär gesehen eine wichtige Rolle.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

    • Liebe Selja,

      HS und Asperger gehören ganz klar zusammen. Möglicherweise ist die isolierte Betrachtung HSP irgendwann ebenso überholt, wie die empathielosen Autisten. HSP als Merkmal des Autismus-Spektrum oder von PTBS nur mal als Gedanke…

      Bezogen auf Deine Schlussfolgerung zum Anstieg der autistischen Kinder (= Anspielung auf Indigo-Kinder?):
      Jedwede Veränderung hat in der Geschichte der Menschheit nicht durch Gruppen oder Massen seinen Anfang, sondern durch Persönlichkeiten. Uns fehlen Aufzeichungen aus dieser Zeit… aber schon aus der Logik heraus ergibt sich das. Und in der neueren Zeit sei nur Steve Jobs erwähnt.

      Die Natur ist perfekt selbstregulierend, jeden Unfug den wir Menschen machen, regelt das System irgendwie nach. Gut, viele Tierarten sind verloren und das wird so bleiben. Aber vielleicht ist das auch genau der Grund für den Anstieg der Autisten: Nur die können Lösungen finden und vor allen auch: Jene haben den andern Blick, den um das Detail! Und die Performance, die Gehirnleistung…

      Nicht die Herde lößt das aktuelle Drama in allen Dimensionen hier auf der Erde, es werden die Autisten sein!

    • Lieber Henry,

      danke für das Teilen Deiner Gedanken! Zwei Dinge möchte ich noch anmerken: Nach meiner Erfahrung ist Hochsensibilität klar von Asperger abgegrenzt, weil bei ausschließlich Hochsensiblen die sozialen Fähigkeiten angeboren sind. Es gibt noch einen weiteren Test, den ich routinemäßig mit meinen KlientInnen durchführe, wo man den Leuten Bilder mit kleinen sozialen Szenen zeigt und schaut, wie sie diese lesen. Da sind rein Hochsensible spitzenmäßig gut, weil sie die Szenen intuitiv erfassen und sofort richtig deuten können, während die Asperger-Betroffenen da länger überlegen müssen und je nach Stärke der Betroffenheit sogar nur lückenhafte oder ganz falsche Deutungen vornehmen. Von daher kann man ganz klar sagen, dass nur die AspergerInnen unter den Hochsensiblen diesen Schwachpunkt im sozialen Umgang haben.

      Und da bin ich auch gleich schon beim zweiten Punkt: Natürlich können AspergerInnen mit ihren oftmals herausragenden Talenten einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme der heutigen Zeit leisten. Aber es geht nur, wenn alle Menschen, egal wie auch immer geartet, zusammen arbeiten.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. Liebe Anne-Barbara,

    danke für diesen Artikel – ich habe ihn schon lange erwartet! Seit Du mich auf diese Fährte brachtest (den Pfad hatte ich schon etwas begangen, dann aber abgebogen, weil mir zu viel schulmedizische Präferenzen eine Zugehörigkeit zum Spektrum ganz klar nicht zuließen). Deine Ausführungen seinerzeit sorgten dann für nochmalige Bewegung. Seither befasse ich mich sehr intensiv damit und bin um so mehr im Sinne anderer dankbar, daß Du nun hier zu Deinen Erkenntnissen und Erfahrungen schreibst.

    Ganz wichtig ist u.a. der erste Absatz unter “Hochsensible AspergerInnen sind oft sehr empathisch”. Hier würde ich lieber verschärfen:
    Die jahrzehntelang überlebte (blinde) Theorie, Asperger oder generell Autisten seihen nicht empathiefähig stammt aus der einseitigen medizinischen Bewertung. Denn wenn sich jemand nicht neorotypisch verhält, wurde das (und wird das) als Krankheit und als Defizit bewertet. Ende der Diagnose.

    Genau diese angebliche “Empathielosigkeit” hat auch mir den Zugang zur Idee des Asperger oder Autismus-Spektrum wiederholt verwehrt. Denn es fehlte selbst bei der “Aspie-Idee” mir persönlich die Empathie-Komponente.

    Wie geht es weiter, was war die Lösung?

    Zum rechten Zeitpunkt (nachdem ich zum zweiten Mal das Asperger-Thema zur Seite gelegt hatte) wurde ich durch das Buch “Der Junge der zu viel fühlte” elektrisiert. Ja es war wie das vor längerem erwähnte Ent… – vor mir brach eine Welt auf.

    In dem autobiografischen Buch wird die bis dato gängige Theorie der Empathielosigkeit et acta gelegt und es erklärt uns, wir das Gehirn von Autisten fnktioniert. Ich halte es für eines – wenn nich das wichtigste Buch – um nicht nur Zugang zum Thema zu bekommen sondern vor allem auch: das “Klische” als falsch zu erkennen und je nach persönlicher Situation auch besser aufgestellt zu sein.

    Wie Du weiter schreibst, ist die Literatur sehr differenziert nützlich. Zu den schon genannten Quellen gehören zwei weitere unbedingt (weil sie auch Angehörigen helfen können, die andere Erlebensweise im Ansatz verstehen zu können).
    “Alle anderen sind komisch” – aus der Sicht einen Kindes, sehr einfühlsam und unbedingt auch für Kinder geeignet, wo eine Asperger-Nähe angezeigt ist
    “Buntschatten und Fledermäuse” – die Geschichte handelt vom Kleinkind bis zur Uni… hier beeindruckt mich persönlich, wie tief die Gefühlsbeschreibungen gehen.

    Wer sich anhand des kleinen Test noch mehr Sicherheit vor einer Diagnose wünscht oder eine Diagnose übergehen will, aber unschlüssig ist: Mit diesen drei Büchern dürfte jeder Zweifel für Ja oder Nein aus der Welt sein.

    Ich unterbreche hier mal, ein Kommentar sollte nicht den Originaltext an Wortzahl übertreffen…

    Nur eines noch, weil Du oben noch eine weitere sehr bedeutende Feinheit beschrieben hast
    “Typisch ist eine starke Detailwahrnehmung, was einerseits eine Stärke ist, aber auch Schwierigkeiten bereiten kann, das Große Ganze zu sehen.”
    Das scheint auch aus meiner Sicht eine Abgrenzung zur HS sein zu dürfen.

    Ich sehe viel öfter einen Stamm mit Ästen, mit Zweigen und Tausenden Blättern. Andere sehen einen Baum. Es kann schwer sein, “nur” einen Baum zu sehen.

    Herzliche Grüße an Dich, Anne-Barbara.
    Ganz lieben Dank!

    Und an allen andere, die sich auf dem Weg der Differenzierung zwischen HSP und Autismus-Ssprektrum befinden: Mut, es gehört viel Mut dazu, diesen Weg zu gehen! Vor allem vergiß die Meinung derer, die über etwas Urteilen, was nicht geht. Weil ihr Gehirn anders arbeitet, haben sie KEINE Vorstellung.
    Und sie haben noch viel weniger eine Vorstellung davon wie es ist, sich imer anders zu fühlen und doch so gern auch mal “einfach sein” zu dürfen.

    • Lieber Henry,

      hey, wie schön, von Dir zu lesen und vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar, Deine wertvollen Ergänzungen und Dein nettes Feedback, über das ich mich sehr freue! Ja, ich habe lange gewartet, bis ich diesen Artikel geschrieben habe. Das Thema ist mir einfach so wichtig, dass ich mich erst hundertprozentig sicher fühlen wollte. Wow, freut mich total, dass Du Dich inzwischen mit diesem Aspekt Deines Seins anfreunden konntest und Dich so intensiv damit beschäftigst!

      Danke auch für Deine Buchtipps. “Der Junge, der zu viel fühlte” kenne ich auch, hatte mir überlegt, ob ich dieses Buch im Artikel verlinke. Es ist aber so, dass das, was der Autismus-Forscher Henry Markram anhand von autistischen Ratten über das autistische Gehirn herausgefunden hat, inzwischen durch die modernen bildgebenden Verfahren schon wieder überholt ist, weil man die Unterschiede jetzt direkt im menschlichen Gehirn sehen kann. Deswegen habe ich oben lieber den Web-Artikel verlinkt. Trotzdem bleibt das Buch eine schöne Geschichte, weil es eben um Henry Markrams Sohn und damit um eine echte Person und eine echte Familie geht und die Sache dadurch sehr anschaulich wird.

      Du hast recht, es braucht einiges an Mut, um diesen Weg zu gehen. Aber letztlich ist die Wahrheit immer unser Freund. Auch wenn es manchmal weh tut, ist sie doch das einzige, was wir haben, der Urgrund, auf dem wir weitergehen und uns entwickeln können. Und genau deshalb lohnt es sich auch sehr, diesen Weg zu gehen. Schön, dass Du diesen Mut hast und auch andere ermutigst.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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