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Hochsensibel und hochbegabt — 23 Kommentare

  1. Hallo!
    Mein Name ist Ferdinand (17) und ich vermute stark sowohl hochbegabt als auch hochsensibel zu sein. Ich habe schon recht früh bemerkt, dass ich anders bin. Zumindest habe ich immer schon recht effizient gedacht, schnell gelernt und hatte eine extrem lebhafte Fantasie.
    Mein Vater ist mir sehr ähnlich und hat einen wirklich komplexen Charakter, was ich von mir selbst auch behaupten kann. Generell findet man in meiner Familie (auf beiden Seiten) sehr viele wirklich intelligente Menschen.
    Jedoch war ich mir meiner Begabung bis vor 1-2 Jahren nicht bewusst. Man behauptete stets ich sei intelligent was ich nie wirklich ernst genommen habe. Jedoch traf ich jemanden der abgesehen von meinem Vater ebenso intelligent war wie ich, bzw mich als einer der einzigen verstand. Er riet mir einen IQ-Test zu machen. Habe ich nicht. Bis dato habe ich genau 3 Menschen kennengelernt die ebenso intelligent sind. Durch sie habe ich eine Menge gelernt.
    Zur Hochsensibilität: Schon damals war ich ein sehr sehr lieber netter und selbstloser Mensch, der sich immer extrem gut in andere hineinversetzen konnte und sich sehr gut im Thema Psychologie verstand. Jedoch wusste ich nie warum, bzw ob das so besonders ist. Dazu kommt noch ein extrem gutes Langzeitgedächtnis, das mit 3-4 Jahren anfängt.
    Zur Hochbegabung: Ich habe nie wirklich in der Welt gelebt in der andere leben. War stehts ein Querdenker und recht einzigartig. Für Mathe hatte ich immer ein Talent und habe generell sehr schnell verstanden.
    Nun zu den negativen Eigenschaften:
    Eine Zeit lang habe ich darüber nachgedacht wie ich meine rationale Seite fördern könnte. Von Medikamenten bis zu emotionalen Ereignissen, welche meine emotionale Seite verstummen sollten habe ich alles überdacht.
    Leider hatte ich es auch nie mit Schule. Ich war durchgehend extrem faul, weil ich wusste, dass wenn ich lerne, es immer verstehen würde. Mehr und mehr wurde das ein größeres Problem, vor allem weil ich es einfach nicht verstanden habe warum ich Arbeiten/Klausuren nicht bewältigen konnte. Im Unterricht durchschaue ich Themen und Fragen extrem gut, kann diese Fähigkeiten jedoch nicht in Arbeiten nutzen. Oft sitze ich da und frage mich was genau die Lehrer hören wollen, wie ich was formulieren soll und wie ich generell an die Aufgabenstellungen rangehen soll. Dazu kommt noch dass ich mittlerweile Schwierigkeiten mit meinem logischen Denken habe, Dinge nicht mehr so einfach verstehe. Daher auch der Gedanke meine rationale Seite zu fördern. Eine Zeit lang habe ich stark an meiner Intelligenz gezweifelt, vor allem weil mein Freund einen IQ vergleichbar mit dem Einsteins hat und daher 0 Probleme in der Schule kriegt. Er hat mir wirklich sehr geholfen. Im Großen und Ganzen wollte ich nach euren Erfahrungen fragen und wie ihr das so bewältigen konntet?
    Und tut mir Leid, ich hatte mir den Text anders vorgestellt, war aber nicht in der richtigen Stimmung und wollte nicht länger warten.
    Schöne Grüße, Ferdinand!!!

    • Hallo Ferdinand,

      vielen Dank für Deinen bewegenden Bericht, der mich sehr freut und auch anderen sicher weiterhelfen wird!

      Zum Thema IQ-Test möchte ich noch folgendes anmerken: Es gibt den günstigen Mensa-Test, der deutschlandweit angeboten wird. Dies ist ein Gruppentest, der unter Zeitdruck stattfindet. Hochsensible kommen mit diesem Test oft nicht klar, da sie ihr Potenzial unter Zeitdruck nicht abrufen können und außerdem von der Gruppensituation noch abgelenkt werden. Ich empfehle trotzdem, diesen Test zuerst zu versuchen, da er günstig ist.

      Wenn jemand in einem solchen Test einen IQ von 130 oder mehr erreicht, heißt das, dass er ganz sicher hochbegabt ist. Der Umkehrschluss gilt jedoch nicht – ein IQ-Test kann stets nur Hochbegabung feststellen, sie aber niemals ausschließen. Wenn man beim Mensa-Test “durchfällt”, gibt es die Möglichkeit, einen Einzeltest beim Psychologen zu machen, der ohne Zeitdruck stattfindet. Dieser liefert bei Hochsensiblen realistischere Ergebnisse, ist aber deutlich teurer.

      Zu Deinen Problemen in Klausuren: Die sind ganz typisch für Hochsensible und Hochbegabte! Für sie ist vieles mehrdeutig, weil sie so viele Nuancen wahrnehmen. Übrigens, wenn Du das Gefühl hast, dass Dein logisches Denken nachlässt, kann das stressbedingt sein. Aufgrund Deiner Hochsensibilität gerätst Du leicht in einen Zustand der Reizüberflutung, und da ist Dein Gehirn nicht mehr in der Lage, vernünftig zu arbeiten. Du solltest also auf alle Fälle Stress abbauen. Ich empfehle Dir, Dir eine Entspannungstechnik auszusuchen, bei der Du richtig gut abschalten kannst. Eine Auswahl davon findest Du hier:

      https://hochsensibelsein.de/category/entspannungstechniken/

      Außerdem empfehle ich Dir meinen kostenlosen Online-Kurs, der sich gezielt dem Thema Reizüberflutung widmet, und in dem Du einige Methoden lernen kannst, wie man diese vermeiden und auflösen kann:

      https://hochsensibelsein.de/gratis-online-kurs-fuer-hochsensible/

      Wenn Du noch Fragen hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

    • Hallo Ferdinand,
      ich (auch 17) hinterlasse normalerweise nie irgendwo im Internet einen Kommentar… aber ich glaube, ich weiß ziemlich genau, wie es dir geht. Ich habe nie einen Test machen lassen (warum soll man sich auch auf eine Zahl beschränken, die man dann immer mit sich herumtragen wird, was auch ganz schön schwer sein kann?) und auf Hochsensibilität bin ich erst kürzlich gestoßen, weil mir nicht bewusst war, dass es so etwas wie eine “Diagnose” gibt.
      Ich habe wie du eine sehr schnelle Aufnahmegabe, durchschaue Dinge schnell, und ja, was soll man dazu sagen, ich denke du weißt, wie das ist. Neben meiner Begabung in Naturwissenschaften bin ich extrem leidenschaftliche Musikerin und habe manchmal das Gefühl, einen viel stärkeren Bezug zur Musik zu haben, als andere Menschen, die die Dinge einfach nicht so intensiv hören und spüren.
      Ich bin extrem hin und hergerissen durch meine Vielfältigkeit und komme manchmal stark ins Rätseln, was mich denn nun eigentlich ausmacht. Und dann mache ich mir, ähnlich wie du mit dem rationalen Denken, Sorgen, dass ich, wenn ich nur eine Seite ausleben, die andere verlieren könnte.
      Ich habe unter Zeitdruck und in Gruppen seit einiger Zeit riesige Probleme und ärgere mich dann, dass ich weit unter meinen Möglichkeiten bleibe. Nach einiger Zeit schaffe ich es dann aber, mich durchzusetzen. Außerdem habe ich ein extremes Lampenfieber.
      Ich fühle mich oft ganz anders als die Anderen und die empfinden mich auch so. Ich nehme manche Dinge anders war und dann bin ich verwundert, dass es andere es nicht so sehen. Ich nehme auch zwischenmenschliche Dinge sehr stark wahr. Da mich allgemein alles immer sehr stark bewegt, rede ich oft nicht über meine oft seltsamen, komplexen Gedanken und Gefühle, da sie bei den anderen ganz sicher als SEHR KOMISCH ankämen.
      Ich wusste nicht, dass Hochsensibilität und Hochbegabung (ich weiß nicht, in welcher Ausprägung beides bei mir vorliegt, vermute aber, dass ich mich irgendwo in der Richtung einordnen könnte), als Kombination so selten sind. Das würde aber erklären, warum auch unter eher Gleichgesinnten manchmal noch Verständnisprobleme auftreten. Ab und zu komme ich ins Zweifeln, ob ich gut genug bin. Denn manchmal kann ich in Stresssituationen nicht das abrufen, was ich will. Aber ab und zu komme ich auch in einen regelrechten Flow.
      Trotzdem kenne ich diese Problemsituationen in der Schule. Ich lerne auch so gut wie nie und oft sind es schwierige Aufgaben die ich besser verstehe, als einfache. Und dann fühle ich mich bei einfachen Aufgaben regelrecht dumm.
      Und rational.. ich glaube ich denke sogar in Mathe so irrational, dass ich bei manchen Dinge wirklich Kommunikationsprobleme habe. Und das führt dann dazu, dass ich meine Intelligenz ab und zu auch mal anzweifle.

      Wie ich damit umgehe? Ich weiß es nicht… ich weiß nur, dass ich extrem unausgeglichen werde, wenn ich eine Seite vernachlässige. Wenn mich Dinge interessieren, nicht nur in der Musik sondern auch in NaWi, dann geht es immer über die emotionale Ebene. Viele Dinge erschließe ich mir in Chemie zB aus einem Gefühl heraus, was oft so viel schneller geht, als bei anderen und sehr oft genau trifft. Vielleicht führt die irrationale Komponente ja auch dazu, dass man tiefer gehen kann. Viele Erkenntnisse fasst man ja auch auf einer tieferen Ebene.

      Ich wundere mich manchmal, dass andere einfach nicht sehen, was man selbst sieht. Gleichzeitig muss ich aufpassen, mich nicht zu isolieren, denn unter Anderen, “Normalen” fühle ich mich nicht wohl, mir gehen die Gesprächsthemen sehr schnell aus und ich kann meine Gefühle nicht gut zeigen. Denn ich bin allgemein ein sehr harmoniebedürftiger, eher etwas introvertierter Mensch, der aber durchaus auch bissig werden kann wenn ungeduldig…

      Leider machen sowohl eine hohe Begabung, als auch eine hohe Sensibilität einsam.

      Das sollte erstmal reichen.
      Also… Viele Grüße!

    • Hallo Du,

      ich weiß nicht, ob Ferdinand noch einmal hier vorbeischauen wird, deshalb antworte ich Dir vorerst. Erst einmal vielen herzlichen Dank für Deinen ausführlichen und bewegenden Bericht, der so vieles aufzeigt, was für die Doppelbegabten typisch ist!

      Du schreibst, dass Du befürchtest, dass Deine Gedanken anderen sicher sehr komisch vorkämen, und dass Du sie deshalb nicht aussprichst. Ich möchte Dich ausdrücklich dazu ermutigen, das doch zu tun! Wenn jemand Dich nicht versteht, ist das sein Problem und nicht Deins. Und so hast Du viel mehr Chancen, Menschen zu entdecken, die Dich sehr wohl verstehen und sich für Dich interessieren.

      Ich weiß nicht, ob eine hohe Begabung und/oder eine hohe Sensibilität zwingend einsam machen müssen. Heute gibt es über das Internet so viele neue Möglichkeiten, Gleichgesinnte kennen zu lernen. Allein durch meinen Blog-Artikel habe ich immer wieder Kontakte zu Doppeltbegabten, viel mehr als nur die, die sich trauen, hier öffentlich zu posten.

      Und 0,4% sind gar nicht einmal so wenig. Stellt Euch doch nur vor, in einer kleinen Gemeinde von 5000 Menschen heißt das, dass es 20 Doppeltbegabte gibt! Und im Internet tummeln sich Millionen von Menschen. Unter einer Million Menschen gibt es statistisch gesehen ca. 4000 Doppeltbegabte!

      Mein Aufruf: Vernetzt Euch bei Facebook, eröffnet ein Forum oder eine Unterrubrik in einem bestehenden Forum wie z.B. diesem sehr netten Forum für Hochsensible.

      Ich arbeite öfters mit doppeltbegabten Klientinnen und Klienten, sie haben viel miteinander gemeinsam. Auch wenn Doppeltbegabte sich aufgrund ihrer Seltenheit recht anders und einsam fühlen, sind sie doch vollkommen normal, haben ähnliche Denkweisen, Begabungen, Interessen und Schwierigkeiten. Also nur Mut, vernetzt Euch und entdeckt Eure “Normalität”!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Guten Abend.

    Auch wenn der Artikel wohl schon etwas älter ist – er ist wohl dafür gemacht, dass die Richtigen ihn irgendwann finden und lesen.
    Ich habe letztes Weihnachten erfahren, dass ich ein seltsames Kind gewesen bin, das sich nicht anfassen ließ, wasserscheu war und sich mit drei Jahren selbst das Lesen beibrachte. Und dann auch, dass man mich zum Test an die LMU in München gebracht hat, wo ich als hochsensibel UND hochbegabt eingestuft wurde. Ich weiß nicht, warum man mir das nicht schon vorher gesagt hat, aber seitdem lerne ich mich gewissermaßen neu kennen.

    Ich fühle mich ertappt von dem, was im Internet geschrieben wird, aber über diese Kombination aus Hochbegabung und Hochsensibilität findet man wenig. Diese hier berechneten 0,4% sind beachtlich dafür, dass ich mich bis vor Kurzem noch für das einzige Exemplar einer neuen Evolutionsstufe gehalten habe. Mich würde es reizen, jemandem zu begegnen, der so ist wie ich. Mein Hauptproblem, das ich schon oft an mir festgestellt habe, ist, dass ich zu weniger begabten Menschen sehr herabwürdigend sein kann, wenn sie etwas nicht so machen, wie ich es machen würde. In Gruppen spiele ich immer die Hauptrolle – nicht durch Ellenbogentaktik, sondern weil ich es einfach richtig anstelle und Leute so manipuliere, sodass sie mich nicht nicht mögen können. In den meisten Fällen bin ich erst der Clown und dann der Messias. Und das ist in einer Menge von Gruppen so, ich sammle gerne solche “Chefposten” oder Titel. Deshalb bin ich auch sehr sozial unterwegs, habe in meinem Freundeskreis zum Teil richtige “Fans”, die glauben, ich sei allmächtig. Es stimmt zwar, ich habe irgendwie ein Talent für fast alles und ein Gedächtnis fürs Detail (Hauptstädte aller Staaten, usw.), aber ich kann beileibe nicht alles.
    Und was ich nicht kann wird dann eben im Inneren ausdiskutiert: ich frage mich, ob ich ein Arschloch bin, weil ich mit 90% meines Umfeldes überhaupt nichts anfangen kann, ihnen aber eine Begegnung auf Augenhöhe vorspiele. Ich frage mich, warum ich als Heterosexueller so viele Schwierigkeiten mit Frauen habe, nur aus dem einen Grund, dass ich mich mit den meisten einfach nicht unterhalten kann. Zum einen breche ich bei mir angetanen Ungerechtigkeiten plötzlich in Tränen aus, andererseits verziehe ich bei Todesnachrichten keine Miene. Manchmal fühle ich auch so viel auf einmal, dass ich es einfach sein lasse, ein Stein werde und mich irgendwann betrinke. Da gibt es noch viel mehr…

    Ich dachte, ich schreib das alles mal so hin, weil ich erstens gerne Texte verfasse und zweitens gespannt bin, was ich zu dem Thema und zu Menschen wie mir noch so rausfinden kann, insbesondere, wie man so jemanden mal treffen kann. Ich kann mir kaum vorstellen wie es ist, sich gegenüber jemand anderem gar nicht verstellen zu müssen.
    Dass ich überall im Netz etwas von Ratgebern und Coaching lese, finde ich unschön. Als wäre ich krank! Ich finde es gut, dass ich bin wie ich bin. Der einzige Effekt, der wahrscheinlich bald eintritt, ist, dass ich engeren Freunden von meiner “Diagnose” erzählen werde, auch auf die Gefahr hin, belächelt zu werden. Ansonsten mache ich weiter wie bisher: Abhauen und Welt entdecken, Menschen begeistern, Wissen ansammeln, Sprachen lernen, Titel sammeln…

    Viele Grüße

    Lukas (20)

    • Lieber Lukas,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen und lebhaften Bericht, der mich sehr freut! 🙂

      Du hast vollkommen Recht, geschätzte 0,4% wären schon eine beachtliche Anzahl solcher Menschen: Immerhin würde es dann rein statistisch gesehen in jedem 2000-Seelen-Dorf schon um die acht solcher Doppeltbegabten geben. Und auch in meinen Coachings habe ich recht häufig solche Leute, ich ziehe sie irgendwie magnetisch an. Die meisten wissen zunächst nur von ihrer Hochsensibilität, ich merke dann, dass sie auch hochbegabt sind und schicke sie zum IQ-Test… Treffer! 🙂

      “Krank” sind diese Menschen keineswegs, im Gegenteil, sie sind eben besonders begabt. Das ist eine Weise des Seins, die genauso ihre Berechtigung hat wie jede andere Weise des Seins auch. Und Coachings sind ja grundsätzlich für seelisch gesunde Menschen da, die einfach besser weiter kommen möchten, als sie es von sich aus hinbekommen würden. Mehr dazu kannst Du in diesem Artikel nachlesen:

      Coaching oder Therapie? Mache den Test!

      So weit ich weiß, fehlt im Internet noch jegliche Plattform, wo sich Doppeltbegabte austauschen können. Da Du gerne Titel sammelst und es für Dich als Superdenker auch kein Problem darstellt, eine WordPress-Seite, Facebook-Gruppe, Forum o.ä. aufzusetzen: Wie wäre es mit dem Titel “Gründer eines Forums (o.ä.) für Doppeltbegabte”? 😉

      Es ist wirklich sehr schön und angenehm, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Deine Clown-Rolle kannst Du dabei wunderbar beibehalten, nur als Messias wirst Du Dich unter diesen Wunderwesen dann nicht mehr fühlen können… 😉

      Übrigens, einen Doppeltbegabten, der sich auch öffentlich dazu bekennt, kann ich Dir nennen: Michael Jack vom IFHS. Seine Seite kennst Du wahrscheinlich schon:

      //www.hochsensibel.org/

      Und wenn Du noch Fragen hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Ich bin nach der oben genannten Definition hochbegabt. Daher ist es mir möglich die Rechnungen im ersten Absatz nachzuvollziehen. Die angewandte Mathematik ist totaler Unfug. Bitte erst Statistik lernen bevor man (fehlerhafte) statistische Analysen erstellt. Danke.

    • Hallo Schimke,

      vielen Dank für Deine Anregung, da noch einmal genauer hinzusehen! Ich hatte tatsächlich Fehler in den Zahlen, die ich nun korrigiert habe. Was meinst Du genau mit diesem Satz:

      > Die angewandte Mathematik ist totaler Unfug. Bitte erst Statistik lernen bevor man (fehlerhafte) statistische Analysen erstellt.

      Ich persönlich habe wenig Ahnung von Statistik, habe nur in meinem BWL-Studium zwei Semester Statistik gehabt und das ist schon etwas länger her. Wenn Du Dich damit auskennst, wäre es doch wunderbar, wenn Du Deine Kenntnisse hier in Form eines Kommentars einbringen würdest! Ich lege großen Wert darauf, dass das, was ich hier schreibe, bestmöglich stimmt, und bin immer dankbar, wenn Leserinnen und Leser hier Korrekturen einbringen.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. Hallo,
    Ich Leonie (14) habe die Vermutung, dass ich sowohl hochbegabt als auch hochsensibel sein könnte. Ich kann mich mit den oben genannten “Symptomen” sehr gut identifizieren. Allerdings zeigt sich meine hochsensible Seite nicht in Rückzug sondern in Wut und Aggression. Wenn mir die Reize und seien es nur leise Gespräche und Lachen zu viel werden, kann ich kaum anders als mir die Ohren zu zu halten und innerlich vor Wut zu schreien. In der Grundschule hatte ich deshalb große Probleme mit meinen lauten Mitschülern und wurde oft provoziert bis ich nicht mehr konnte und um mich geschlagen habe. Deshalb galt ich als schwer erziehbares Kind. Auf der anderen Seite hätte ich bis jetzt jede Klasse überspringen können ohne zu lernen, habe eine große Sprachbegabung und gelte für mein hohes Detailwissen als Nerd. Ich habe das Gefühl, dass mich meine Hochsensibilität vom lernen abhält. Sie stört mich, deshalb versuche ich oft sie in der Schule zu verdrängen was häufig zu Hause zu Rückzug, Gereiztheit und Gefühlsausbrüchen führt. In meiner Klasse werde ich zwar für meine Intelligenz geachtet fühle mich jedoch selbst durch meine Freunde unverstanden. Ich wollte Ihnen noch für den Artikel danken, da ich mich nun nicht mehr für einen geistig gestörten Einzelfall halten muss

    • Hallo Leonie,

      vielen Dank für Deinen Bericht und Dein nettes Feedback!

      Deine Reaktion auf ein Zuviel an Reizen ist ganz typisch für viele Hochsensible. Die einen werden dann ganz still, die anderen neigen eher zu Aggressivität. Um nicht in diesen Zustand zu kommen, ist es ganz wichtig, dass Du darauf achtest, Reizüberflutung vorzubeugen und, sollte es doch so weit gekommen sein, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Kennst Du eigentlich schon meinen gratis Online-Kurs? Dort lernst Du genau das:

      Gratis Online-Kurs “hochsensibel sein”

      Es ist sehr wichtig, dass Deine hochsensible Seite neben der Hochbegabung nicht zu kurz kommt. Mit den Vorschlägen und Techniken in diesem Kurs kannst Du eine Menge für Dich tun und ruhiger und gelassener werden.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  5. Hallo,
    auch ich bin durch ewiges Grübeln und Zweifeln auf das Internet gestoßen.
    Ich bin wie Leonie auch 14 und leide unter dieser Gabe seit ich denken kann. Denn das ist mein Problem; mein Denken. Ich bin schon immer in meiner eigenen Welt gewesen, in der ich mich Dinge fragte,die für viele als selbstverständlich galten, habe alles hinterfragt. In der Grundschule aber hatte ich große Probleme mit der Mathematik. Sie machte mir Angst, da ich mich nie konzentrieren konnte. Warum ist das genau die eins, sie sieht vielmehr aus wie eine 4 klingt!Oder: Warum verwendet man hier keine hübschen Schnörkel oder Zeichnungen? Ich war und bin sehr kreativ aber selbst das wurde nicht gesehen. Ich male,rechne,rede und bewege mich sehr langsam,da ich mich in alles sehr tief hineinspüren will. Das wirkt in der äußeren Welt minderbemittelt, verpeilt und sogar schüchtern und ängstlich. Dabei kann ich sehr offen mit Manschen sprechen zu denen ich Vertrauen habe, was ich aber erst erlange wenn sie mir nach langer Analyse ein gutes Gefühl geben. Das hat bis jetzt bei wenigen geklappt, denn ehe ich mich auf jemanden einlassen konnte, war dieser schon irritiert von mir. Meine Eltern schickten mich aufgrund schlechter Leistungen in Mathe zu Ärzten und Psychologen die eine durchschnittliche Gesamtintelligenz(IQ:111)in der meine höchster Intelligenzquotient,sprachlich(IQ:117) enthalten ist. Eine Rechenschwäche liege nicht vor, jedoch wirkte ich “ängstlich” und “emotional leicht angreifbar” der Schule gegenüber. Das stimmt sicher und ich wünschte meine Eltern hätten mehr gemacht,mir vielleicht Vertrauenspersonen oder Lehrer gegeben. Leute, die mich verstehen. Aber stattdessen wurde ich in der Schule immer falsch verstanden. Ich war der “verträumte Dummie”.Bis jetzt gibt es kaum Menschen, die meine Gedanken verstehen. Lehrer erst recht nicht. Sie sind hin- und hergerissen, denn einerseits zeige ich keine Aufmerksamkeit( ich male, schaue aus dem Fenster oder betrachte den Rechtschreibfehler an der Tafel) ,andererseits stelle ich zwischendurch “kluge Fragen”, so meine Zeugnisberichte. Diese Fragen machen mich aber ganz verrückt, denn jeder sagt sie seien unwichtig oder geben mir Antworten die total unlogisch sind. Das macht mich auch wütend, aber vor allem fühle ich mich einsam. Denn was ist das, was mich anders macht? Bin ich hochbegabt? Nein, mein IQ ist durchschnittlich. Bin ich hoch sensibel? Nein, dafür bin ich ja viel zu logisch. Das denken meine Eltern. Aber ich denke und fühle gleich viel. Sehr viel.Aber jeder denkt, das eine schluießt das andere aus. Entweder du bist logisch ODER emotional. Tja, was bin ich dann? Einfach nur “dumm?”

    • Sorry für die vielen Fehler, aber ich hatte keine Lust mir nochmal alles durchzulesen. Das ganze Erklären geht mir nach und nach ziemlich auf die Nerven. Erst recht, wenn ich bei fast allen Versuchen nicht verstanden werde.

    • Liebe Sara Isabella,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Du fragst Dich, was mit Dir los sein könnte, da Du Dich anders als andere fühlst. Folgender Satz, den Du geschrieben hast, enthält einen Hinweis:

      “Warum ist das genau die eins, sie sieht vielmehr aus wie eine 4 klingt! Oder: Warum verwendet man hier keine hübschen Schnörkel oder Zeichnungen?”

      Wenn Du Zahlen klingen hören kannst, deutet das darauf hin, dass Du Synästhetikerin sein könntest. Mehr dazu erfährst Du hier:

      Klänge sehen, Farben hören – Hochsensibilität und Synästhesie

      Dort findest Du auch den Erfahrungsbericht einer betroffenen Klientin von mir, die sehr ähnlich schreibt wie Du, nämlich, dass sie immer als “verträumte Tranbacke” gegolten hat. In Wirklichkeit ist sie sehr intelligent und studiert inzwischen Wirtschaftspsychologie, was ihr sehr viel Freude macht.

      Übrigens, wenn Dein IQ durchschnittlich ist, hat das noch nichts zu heißen. Mit einem IQ-Test kann man Hochbegabung nachweisen, aber nicht ausschließen.

      Und – Hochsensibilität und logisches Denken schließen sich keineswegs aus. Ich habe viele Klienten, die in einem großen Software-Unternehmen bei uns in der Nähe arbeiten. Sie sind Programmierer und außer hochsensibel auch noch hochbegabt. Bei ihrer Arbeit denken sie extrem logisch, was sie aber überhaupt nicht daran hindert, auch sehr tief zu empfinden.

      Bei Dir würde ich tatsächlich auf eine Doppelbegabung in Richtung Hochsensibilität und Synästhesie tippen. Auch das kommt bei meinen Klienten öfters vor. Also bitte unbedingt den Artikel lesen! Und wenn Du noch Fragen hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  6. Ich habe iq 137 und bin definitiv hochsensibel.

    Ich stelle mir täglich hunderte von fragen die mich teilweise bis zur todesangst bringen.

    Desweiteren habe ich adhs was mich dan zur Gänze zu einem alien macht ?

    Ich zeichne gerne und kann mich stunen lang in einem Bild verliehren ich liebe es aber auch mir vom technischen Aufbau her unbekannter defekter gerätschaften zu widmen und diese zu reperieren. dazu bedarf es eines sehr analytischen Verstandes …

    Mein ganzes Leben lang hab ich nie wirklich Anschluss gefunden oder mich komplett von jemandem verstanden gefühlt.. Entweder waren es adhs Personen oder hochsensibel oder hochbegabte die einen teil von mir verstehen konnten… das diese 3 Faktoren vereint sind scheint mir sehr selten zu sein…

    ich habe 3 gaben die jeweils ein Fluch sind und mich oft schwer belasten mir aber auch ermöglichen eine föllig anderen Blickwinkel zu haben…

    ich währe über glücklich endlich mal jemanden zu treffen der hoch sensibel hochbegabt ist und adhs hat…

    bei den meisten hoch sensiblen denk ich mir immer das sie nur quatsch reden da sie die logik nicht besitzen und bei den meisten hochbegabten denk ich mir immer wo sind ihrer seltsamen abstatten Gedanken ihre Zweifel und das dann jemand noch adhs hat… naja ?

    • Hallo,

      vielen Dank für Deinen interessanten Bericht! Ich kann mir gut vorstellen, dass Du es, so wie es bei Dir gelagert ist, nicht leicht hast.

      Zum Thema ADHS fällt mir ein, dass ich da neulich ein sehr gutes Buch gelesen habe, nämlich “Was die Seele essen will” von Julia Ross. Dieses Buch wurde von einer ADHS-Selbsthilfegruppe unterstützt und empfohlen, weil man mit den darin beschriebenen Aminosäuren ADHS sehr positiv beeinflussen kann. Ein ganzes Kapitel in diesem Buch ist diesem Thema gewidmet. Was an den Aminosäuren für Hochsensible interessant ist, darüber habe ich neulich schon einen Blog-Artikel veröffentlicht:

      Nahrungsergänzung für hochsensible Nerven Teil 3

      Vielleicht magst Du diesen Artikel einmal lesen und Dir auch das Buch besorgen. Vielen ADHS-Kindern konnte damit Ritalin erspart bleiben, es klang für mich recht vielversprechend.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  7. Guten Abend,

    nun,ich melde mich mal auch zu Wort. Ich gehe sehr stark davon aus, ebenso hochbegabt als auch hochsensibel zu sein, auch wenn ich bisher noch keinen zweiten IQ-Test absolviert habe. Wie Leonie berichtet, äußert sich bei mir die Hochsensibilität ebenfalls in Aggression als in Rückzug. Ich habe öfters an mir beobachtet, wie ich an die Wand fahre, wenn nur eine Person im selben Raum ist wie ich. Es ist, als ob sie mich in meinem Denken stört. Ich empfinde sie bereits als zu viel Trubel. In der Schule gelte ich als “frech” “respektlos” “eigenwillig” “intolerant” obwohl ich mich selbst sehr sympathisch und umgänglich finde, bin ich offensichtlich nicht das “perfekte Mädchen “. Ich bin eben so, dass ich meine Meinung sage, egal wie sie ausfällt und welchem Menschen sie gewidmet ist. Ich habe im Internet einen Test gemacht,auf zartbesaitet.. und im Ergebnis stand, was mich nicht überrascht hat, dass ich mit absoluter Gewissheit HSP bin. Nun, auch das ist mir- wenn auch am Anfang nicht direkt- durch eine Freundin aufgefallen, die nach meiner Diagnose ebenfalls als HSP gelten würde, nicht aber als hochbegabt. Darum habe ich mich auch mit ihr nur auf einer Ebene verstanden. Dadurch, dass ich einen Migrationshintergrund habe, fühle ich mich noch außerordentlich außerirdischer als jeder andere und dass in dem eigenen Heim! Ich bin die einzige Person in meiner Familie, die so tickt und jeder hält mein Benehmen für jämmerlich und undamenhaft. Schräg angeguckt werde ich von meinen Brüdern und Eltern, die nicht haben wollen, dass ich zum Teufel noch mal so bin! Dass alles führen sie auf einen westlichen Einfluss zurück, auf die Schule, auf die sozialen Kontakte- die ich nicht mal habe. Ich habe auch schon einen IQ-Test gemacht, dessen Testergebnis mir vorenthalten wurde und wozu? Ich spüre mich immernoch anders. Und ich weiß erst recht nicht, wie, mit so einer Belastung unschädlich gelebt werden kann. Mich juckt es in den Fingern. Wie gern würde ich mal einem Menschen begegnen, der mich für völlig normal betrachtet und mit dem das Unterhalten einwandfrei funktioniert und zum Abenteuer wird. ( Haach..)

    Viele Grüße,

    Yosra.

    • Liebe Yosra,

      vielen Dank für Deine Geschichte, die mich sehr berührt! Deine Geschichte und die vielen anderen, die hier posten, zeigt mir, dass es viel zu wenig Austauschmöglichkeiten für Mehrfachbegabte gibt. Ich bin gerade im Rahmen eines anderen Projektes dabei, eine solche Austauschmöglichkeit zu erschließen. Wenn das klappt, wäre es dort möglich, dass sich solche Menschen miteinander vernetzen können.

      Mehrfachbegabungen sind immer Fluch und Segen – was den Austausch mit anderen betrifft, hast Du es wirklich nicht leicht. Aber die Ressourcen, die Du hast, sind einfach traumhaft. Nicht nur, dass Du hochsensibel und hochbegabt bist, durch Deinen Migrationshintergrund hast Du auch noch mehrere Kulturen kennen gelernt, bist womöglich auch noch zweisprachig…

      Momentan mag es Dir nicht einfach erscheinen, all das zu integrieren. Das dauert seine Zeit. Ich bin auch eine absolute Langsam- und Spätentwicklerin. Aber wenn man seine Schwierigkeiten gründlich angeht und löst, entsteht irgendwann etwas, was sonst keiner Zustande bringt. Also nur Mut – nimm Deine Gaben an, löse Deine Themen Schritt für Schritt, und es wird etwas wunderbares entstehen! 🙂

      Und wenn Du dabei Fragen hast oder irgendwelche Unterstützung benötigst, immer gern. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  8. Hallo,

    ich war immer anders, bin immer und überall stark aufgefallen. Ich habe mich aber noch nie mit den Begriffen “Hochsensibilität” und “Hochbegabung” beschäftigt. Und nachdem ich vieles darüber gelesen habe, bin ich mir nicht sicher, was genau auf mich zutrifft und ob etwas auf mich zutrifft.
    Ich habe noch nie irgendwelche Tests gemacht, habe aber als Kind überall gehört, dass ich viele Talente habe. Ich war sehr gelenkig. Ich konnte sehr gut zeichnen und malen, aber auch singen. Ich habe logisches Denken und deswegen konnte ich immer gut Mathe und Physik. Ich habe auch sehr gutes Gedächtnis und lerne sehr schnell neue Sprachen. Ich merke mir vieles in Bildern. Aber auch beim Hören merke ich alles sehr schnell. Ich konnte mir nie die Zahlen merken und das Kopfrechnen war auch nicht meine Stärke, ich konnte aber trotzdem sehr gut logische Zusammenhänge erkennen und logische Aufgaben lösen.

    Außerdem bin ich sehr sensibler/gefühlvoller Mensch. Und egal was ich gemacht habe, habe ich immer mit Gefühl gemacht.
    Ich habe immer das wahrgenommen, was die anderen nicht wahrgenommen haben.
    Je älter ich wurde, desto “schlimmer” wurde es. Mein Gedächtnis wurde besser. Ich habe immer mehr wahrgenommen. Immer mehr Informationen wurden in meinem Kopf verarbeitet…
    Mein Leben war nicht einfach und ich habe viel erlebt, was dazu geführt hat, dass meine Persönlichkeit sich immer weiter entwickelte. Ich musste feststellen, dass ich viel schneller vieles verarbeitete als andere Menschen. Ich habe für alle Probleme immer eine Lösung gefunden.
    Ich habe mich mit meiner Persönlichkeit beschäftigt und mit den Menschen. Ich kann mittlerweile in sehr kurzer Zeit einen Menschen durchschauen. Ich kann mir so viele Sachen merken ( Mimik/Gestik/Verhalten/Wortschatz/usw. eines Menschen). Alles wird schnell verarbeitet und ergibt einen logischen Sinn und es ermöglicht viel mehr von einem Menschen in kurzer Zeit zu erfahren und zu verstehen.

    Und ich habe einen Weg gefunden, wie ich meine Fähigkeiten nutzen kann. Aber trotzdem macht das mein Leben sehr schwer. Und mein Körper leidet oft, weil ich so viel wahrneheme und dadurch z.B. sehr oft Migräne bekomme. Ich verstehe viele und vieles aber niemand kann mich verstehen. Ich weiß auch warum die meisten Menschen mich nicht verstehen können und es ist vollkommen verstädnlich.
    Aber ich war schon immer auf der Suche nach Menschen, die mir ähnlich sind oder die mich etwas verstehen können. Und ich hoffe, dass ich die irgendwann finden werde.

    • Hallo Alla,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Du schilderst vieles, was für Mehrfachbegabte typisch ist. Ich finde es toll, wie Du Dein Leben meisterst und Wege findest, Deine Fähigkeiten zu nutzen! Vielleicht wird es bald via Internet Möglichkeiten geben, wie solche Leute sich finden können.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  9. Hallo Anne-Barbara und die die das noch lesen werden:
    Ich(26)habe früher mal einen IQTest gemacht der lag bei 119 – wer weiß was das für ein Test war :P. Ich weiß jedoch, dass es viel intelligentere Wesen gibt (das beeindruckt) aber so dass es (mindestens)zu dieser “Zweiseigikeit” kommt erfahre ich jeden Tag. Man schaut attraktiven Menschen, Spielen, Bildern und Vorbildern, Idealen, … hinterher wie ein Eichhörnchen, ist davon regelrecht vereinnahmt und im nächsten Moment geht das Analysieren los… und wie war doch gleich deren Vorname?- Das ist ein anderes Thema.

    Was ich ergänzend zu dem Artikel oben erwähnen möchte: Worin ich mich besonders “doppelbelastet” sehe/fühle sind:

    1. Der Schaffensfluss: “Mach doch mal Feierabend” “Chill doch mal” “Das tut’s doch auch so…” – NEIN! Wenn ich drin bin möchte ich es zu Ende bringen. Wenn man mich dabei unterbricht, dann bringen mich keine 10 Shots runter und keine Sauna und nichts. UND! Wenn ich in diesem Schaffensfluss bin dann muss ich das JETZT nutzen, sonst bekomm ich ihn erst in ein paar Tagen wieder so hin.
    Genauso ist das auch anders herum: Bin ich mal im Feiermodus und weiß ich dass ich keine ernstzunehmenden Punkte auf meiner Aufgabenliste/Deadlines/Klausuren etc.. habe, dann nehme ich den ersten Abend zum “vertiefen” den zweiten zum feiern, den dritten zum runterkommen, rekapitulieren und erholen und am 4. Tag überlege ich mir ob es ein zweites Wochenende geben soll oder wieder Arbeit ansteht. UND: Das sitzt dann! Damit meine ich im Gedächtnis, in persönlichen Beziehungen und auch zeitlich hält das wieder eine ganze Weile. Wenn ich mir diese Tiefe und Intensität nicht eingestehe kann ich mental gar nicht richtig an andere herankommen (was vielleicht eine Antwort auf die vielen Wunschäußerungen jemanden in der Art zu treffen liefert)
    Schafft man es seine Kraft schneckenhausartig von innen heraus aufzubauen (egal ob logisch/analytisch/strukturiert/produktiv oder emotional/harmonisch…) kann man mit denen mithalten, die da schon am ersten Tag Ergebnisse abliefern – und erst dann kann man sie auch (am Ende der Leistungphase) übertreffen.
    Schafft man es nicht: bleibt man eben einsam/verloren/blockiert und denkt: “ich könnte wenn ich wollte” oder “ich bin halt empfindlich” oder man hat es nicht mit dem vollen inneren EINSATZ versucht und hat seine Ressourcen(Zeit/Geld/Energie) verbraten bzw. verkonsumiert und fühlt sich leer:”Die Zeit ist um, das Geld ist alle und ich müsste eigentlich noch…”

    2. Die Komplexität: Intelligenz macht Dinge komplex/vielschichtig und Entscheidungen unlösbar: Es sei denn man hat ein festes Motto/ einen festen Parameter/ einen Definitionsbereich und etliche FIXE Ausschlusskriterien. Da kann ich also noch so sehr im Schaffensfluss sein, wenn ich die FIXPUNKTE/meine Definitionsmenge/Ziele nicht astrein formuliere steht (als HSP so richtig krass) plötzlich mein ganzes Gedankengebäude im Nebel. –> gefährlich!
    Darüberhinaus gibt es noch die Routine/ die Standartisierung/ Gesetze. Das klingt zunächst beängstigend hart und trivial, aber genau das braucht es als HSP besonders. Beängstigende EINFACHHEIT! Nicht unbedingt von außen, aber von sich für sich mit Einsicht ohne verbissen danach zu gehen. Das macht im besten Fall etwas “süchtig” sodass man sein Ziel tatsächlich erreicht anstatt sich im Nebel der Alternativen Prioritäten und Möglichkeiten zu verlieren.
    Schafft man es: geingen einem wirklich gute Leistungen.
    Schafft man es nicht: kommen dann so Gedanken wie “ich weiß gar nicht was ich soll”, “bin eigentlich wo ganz anders”, “bevor ich das angehen kann muss ich erst noch”

    Das ist alles nichts neues, aber wenn man extrem veranlagt ist, dann ist das EXTREM WICHTIG! 🙂 LG

    PS: Es gibt wirklich Menschen die einen GANZ verstehen! Das ist so UNBESCHREIBLICH SCHÖN, selten 😉

    • Hallo,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht, der so vieles von dem widerspiegelt, was Doppeltbegabte umtreibt! Und wenn Du irgendwelche Fragen hast, immer gern. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  10. Hallo,
    ich bin 43 Jahre alt und weiß erst seit ein paar Jahren, dass bei mir wahrscheinlich eine Hochbegabung vorliegt. Erst seit fast einem Jahr beschäftige ich mich immer wieder mal mit dem Thema Hochsensibilität und finde mich auch da wieder.
    Durch diese Kategorisierung fällt es mir zunehmend leichter mich endlich vertrauensvoll anzunehmen. Kann vieles meiner Persönlichkeit und meiner bisherigen Handlungen nachvollziehen und verstehe zunehmend warum ich mich immer einsam und fehl am Platz gefühlt habe. Ich habe schon früh angefangen Emotionen vom Geist zu trennen. Bin viel über meinen Verstand gegangen und seit einiger Zeit dabei zu meiner Sensibilität zu stehen und diese auch zuzulassen.
    Momentan habe ich in mir den Effekt, dass alte irrationale Gefühle sich ihren Raum suchen, aber eben durch meinen Geist bereits durchanalysiert sind, wodurch sich das Gefühl wieder verflüchtigt. Mir ist meistens klar was, warum da gerade passiert und wofür es gut ist.

    Ich kenne erst seit einem Jahr einen Menschen der sehr ähnliche psychologische Fähigkeiten, Menschenkenntnis, Intuition und umfassenden Blick besitzt. Ein Mensch der ebenso kleinste Gefühlsnuancen und Stressoren wahrnehmen kann. Ich habe das erste Mal ein Gefühl der Ebenbürtigkeit.

    • Liebe Jennifer,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Super, dass Du dabei bist, Deinen Verstand und Deine Emotionen auszubalancieren und Dir das immer besser gelingt. Und schön, dass Du jemand Gleichgesinnten gefunden hast, das ist wirklich viel wert.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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