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Coaching oder Therapie? Mache den Test! — 6 Kommentare

  1. Hallo,
    nachdem ich wegen einiger problematischer Erfahrungen insbesondere im Berufsleben eine Psychotherapie gemacht habe, bei der ich auf meine wohl vorhandene Hochsensibilität und -begabung gestoßen bin, hatte ich auch ein (wegen der Kosten) kurzes Coaching. Beides war gut, weil ich mich bestätigt und dadurch wieder “aufgerichtet” gefühlt habe. Jedoch stehe ich nach wie vor vor dem Problem, was ich – mit nun 53 Jahren – in meinem Leben mit diesen so spät entdeckten “Gaben” anfangen soll. Diese sind nämlich weder in der Gesellschaft (außer bei Wenigen), noch bei der Arbeitssuche gefragt und ich sehe mich einfach auf dem Abstellgleis. Die Thematik der Ausgrenzung solcher Persönlichkeiten ist meiner Ansicht nach ein wichtiges Feld. Vielleicht gibt es ja dazu auch noch einen Blog. Immerhin ist es schön, dass sich jemand so intensiv wie auf dieser Seite des Themas annimmt!
    P.S. Mich würde interessieren, wo das Foto oben aufgenommen wurde…
    Viele Grüße
    Betty

    • Hallo Betty,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Doppeltbegabte wie Du sind äußerst selten, nur ca. 0,4 % der Bevölkerung sind davon betroffen. Dieses doppelte Anderssein ist einerseits eine Riesenressource, weil Du damit einfach unheimlich viel kannst, andererseits kann aber auch eine Menge schieflaufen, sowohl innen als auch außen. Ich arbeite relativ häufig mit Doppeltbegabten zusammen, da ich in der Nähe der SAP wohne. Dort arbeiten überdurchschnittlich viele Hochbegabte, unter denen es dann auch wieder viele Hochsensible gibt.

      Zur Ausgrenzung muss eine solche Doppelbegabung aber nicht zwangsläufig führen. Eine meiner Klientinnen hat neulich sogar ihren Chef über ihre hochsensible Veranlagung informiert, und er bringt ihr jetzt mehr Verständnis und Unterstützung entgegen.

      Ich persönlich habe beides erlebt, bin oft ausgegrenzt worden, habe aber daraus gelernt, so dass mir das heute nicht mehr passiert. Es ist einfach eine Frage, wie gut man es schafft, sich und andere zu verstehen und das entsprechend zusammen zu bringen. Von daher möchte ich Dich dazu ermutigen, weiter an Dir zu arbeiten! Es gibt für all diese Probleme Lösungen.

      Weitere Blog-Artikel zu diesen Themen findest Du hier:

      Hochsensibel und hochbegabt

      Das bildest du dir ein – Hochsensibilität und Wahrnehmung

      Hochsensibel? Outen leicht gemacht!

      Das Foto habe ich auf Sylt geschossen, an einem der wenigen Tage, wo wir schönes Wetter hatten… Und wenn Du noch Fragen hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Hallo Anne-Barbara,
    vielen Dank für die rasche Antwort! Sylt hatte ich schon vermutet – war selbst erst kürzlich dort und hatte leider auch vorwiegend schlechtes Wetter…
    Schön, dass Du mich ermutigen möchtest, ich sehe halt angesichts der Realität eher schwarz. Mich und andere zu verstehen ist ja nicht das Problem, sondern dass ich das alles eigentlich “zu gut” verstehe und sehr viele Mechanismen durchschaue. Bei der tatsächlichen Jobsuche steht natürlich zuerst mein Alter im Weg, aber meine bzw. unsere Stärken sind in der bestehenden Arbeitswelt einfach nicht gefragt. Zudem ist es hier – auch nach Ansicht von Therapeuten/Coaches – nicht ratsam, sich zu “outen”, das kann man vielleicht in einem länger bestehenden Arbeits- und Vertrauensverhältnis tun. Und das “Anderssein” ist trotz allem Verständnis für sich selbst und andere da. Deshalb würde ich mir wünschen, dass auch die “Anderen” an sich arbeiten, zumal es nach meinen Erfahrungen und vielleicht auch zum Glück sowieso keinen wirklich “normalen” Menschen gibt 😉
    Den Luxus, jetzt noch mal neu zu beginnen und z. B. zu studieren, kann ich mir leider nicht leisten. Traurige Wahrheit der (zu) spät erkannten Begabungen.
    Liebe Grüße
    Betty

    • Hallo Betty,

      wenn Du viele Mechanismen durchschaust, ist das doch super! Das kannst Du doch alles verwenden, um mit anderen besser klar zu kommen. Oder findest Du andere dann abstoßend?

      Na klar, das Bewerbungsgespräch ist nicht der richtige Moment, um sich zu outen! 😉 Aber man kann dort schon indirekt Stellung beziehen, indem man z.B. darüber spricht, dass man unter gewissen Umständen überdurchschnittlich leistungsfähig ist, und nachfragen, ob diese Umstände im Betrieb gegeben sind. Denn ein Vorstellungsgespräch sollte ja am Ende dazu führen, dass es passt. Nicht nur Du stellst Dich der Firma vor, auch die Firma stellt sich Dir vor.

      Ich kann gut verstehen, dass Du Dir wünschen würdest, dass andere an sich arbeiten, nur wird das wahrscheinlich nicht der Fall sein. Außerdem machst Du Dein Leben so von anderen abhängig, weil Du dann erst loslegen kannst, wenn andere sich geändert haben. Das sind die entscheidenden Nachteile, die mich dazu bewogen haben, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und das zu ändern, was ich unter Kontrolle habe. Und das ist viel mehr als man zunächst denkt! Wir schaffen uns viel größere Teile der Realität selbst als wir meinen. Mehr dazu kannst Du in meinem Artikel Die Landkarte ist nicht das Gebiet nachlesen.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Guten Abend Anne-Barbara!
    Wiederum Danke für Deine Antwort und Mühe. Unseren Dialog finde ich sehr anregend, ich möchte Dich aber auch nicht “überstrapazieren”. Der ausschlaggebende Punkt ist wohl, dass ich trotz regen Gedankenaustauschs (war auch bei meinen Therapie- und Coachingstunden so – die Zeit ist immer wie im Flug vergangen) keine Lösung für meine aktuelle Situation sehe. Das “Kopfkino” und die eigen(tümlich)e Wahrnehmung der Umstände stets berücksichtigt, scheitert alles an den Gegebenheiten, die so sind wie sie sind (Arbeitslosigkeit, Alter, Finanzen…) Das Rad zurückdrehen lässt sich leider nicht.
    Was mich noch beschäftigt – und ich möchte damit nicht provozieren – ist, dass ich seit meiner “Erkenntnis” vor ca. einem Jahr nun viel mehr Inhalte zu Hochsensibilität im Netz finde als damals. Könnte dies ein neuer “Trend” sein oder vielleicht auch daran liegen, dass sich die Entwicklungen in unserer Gesellschaft immer mehr auf die Befindlichkeiten der Menschen auswirken?
    Bin gespannt wie’s weiter geht…
    Schöne Wochenend- und Weihnachts-Grüße
    Betty

    • Hallo Betty,

      das Ziel einer Therapie oder eines Coachings sollte natürlich stets sein, eine Lösung für Deine aktuelle Situation zu finden. Und natürlich kann jedes Coaching nur dort ansetzen, wo Du etwas unter Kontrolle hast, weil ja nur da eine Änderung möglich ist. Ich sehe hier zwei Möglichkeiten: Entweder waren die Coachings und Therapien, die Du gemacht hast, nicht effektiv, oder Deine Entscheidung, dass die Außenwelt Dein Problem ist, ist so unverrückbar, dass die Maßnahmen Dich nicht erreichen konnten.

      Ganz allgemein gesprochen ist meine Erfahrung, dass Hochsensible und Hochbegabte ein Riesenpotenzial haben, um Probleme zu lösen. Wie man diese Ressourcen im Einzelfall nutzen kann, ergibt sich dann im persönlichen Kontakt, den wir beide ja nicht haben. Von daher bleibt mir nur, Dich zu ermutigen, Deine Suche nach Lösungen fortzusetzen. Denn um resigniert zu Hause zu sitzen, dafür bist Du mit 53 zu jung, und es wäre schade um Dich und für die Welt.

      Zum Thema Hochsensibilität im Netz: Ich denke schon, dass das Thema immer bekannter wird, und man deshalb auch mehr und mehr Information darüber findet. Wir sind zwar mit 15-20% der Bevölkerung eine Minderheit, aber es ist eben ca. jeder fünfte davon betroffen. Das ist schon eine ganze Menge von Menschen, und wenn wir zusammenhalten und für unsere Bedürfnisse einstehen, können wir eine Menge bewirken!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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