Hochsensibilitätsgen von der Migräne-Forschung gefunden?

Im Juli 2014 hat es mich richtig erwischt. Nachdem ich über ein Jahr lang kaum Probleme mit Migräne gehabt hatte, ging es plötzlich wieder los. Diesmal kam es besonders schlimm: Ich lag zwei Wochen lang im abgedunkelten Schlafzimmer. Als mein Gehirn es mir endlich wieder erlaubte, es zum Lesen zu benutzen, lud ich mir das Buch Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne von Hartmut Göbel, dem Leiter der Schmerzklinik Kiel, auf meinen Kindle.

Damals war ich elektrisiert. In Göbels Buch fand ich Beschreibungen des Migräne-Gehirns, die sich auffallend mit dem deckten, was hochsensible Menschen über sich berichten: hohe Wahrnehmungsempfindlichkeit, starke Reaktion auf Reize, geringe Gewöhnung an wiederholte Reize, hohe Aktivierungsbereitschaft des Nervensystems.

Göbel beschrieb eine genetische Variante auf Chromosom 8, die in der Nähe der Gene PGCP und MTDH liegt und mit dem Botenstoff Glutamat in Verbindung gebracht wurde. Glutamat ist der wichtigste erregende Neurotransmitter im Gehirn. Es spielt eine zentrale Rolle bei Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Lernen und neuronaler Aktivierung.

Als ich das damals las, dachte ich: Ist das vielleicht das, wonach die Hochsensibilitätsforschung sucht? Hatte die Migräneforschung vielleicht das „Hochsensibilitätsgen“ gefunden? Die Vermutung  lag nahe, hier könne es um eine biologische Grundlage von Hochsensibilität gehen. Heute, mehr als zehn Jahre später, würde ich diese Frage vorsichtiger beantworten:

Die kurze Antwort: Nein — aber die Spur ist trotzdem spannend

Die Migräneforschung hat nicht „das Hochsensibilitätsgen“ gefunden — aber sie liefert ein faszinierendes Beispiel dafür, dass erhöhte Reizempfindlichkeit neurobiologisch messbar sein kann.

Hochsensibilität, in der Forschung meist Sensory Processing Sensitivity genannt, wird nicht durch ein einzelnes Gen erklärt. Sie ist nach heutigem Wissensstand ein teilweise erbliches, aber komplexes Persönlichkeits- bzw. Temperamentsmerkmal.

Eine wichtige Zwillingsstudie von Assary, Zavos, Krapohl, Keers und Pluess kam zu dem Ergebnis, dass etwa 47 Prozent der Unterschiede in Environmental Sensitivity genetisch erklärbar sind. Das ist viel — aber es bedeutet nicht: „ein Gen macht hochsensibel“. Es bedeutet eher: Viele genetische Einflüsse tragen zusammen dazu bei, wie empfindlich, empfänglich oder reaktiv ein Mensch auf seine Umwelt reagiert.

Trotzdem bleibt die Migräneforschung für Hochsensibilität hochinteressant. Denn sie zeigt an einem neurologischen Krankheitsbild, dass erhöhte Reizempfindlichkeit nicht bloß Einbildung, Schwäche oder „zu viel Psychologie“ ist. Sie kann messbare neurobiologische Grundlagen haben.

Was 2010 auf Chromosom 8 gefunden wurde

Die von Göbel beschriebene genetische Spur bezieht sich sehr wahrscheinlich auf eine große genetische Studie von Anttila und Kolleg:innen aus dem Jahr 2010. Dabei wurde eine Variante namens rs1835740 auf Chromosom 8q22.1 mit Migräne in Verbindung gebracht.

Diese Variante liegt zwischen zwei Genen, PGCP und MTDH/AEG-1, die mit der Regulation von Glutamat in Verbindung gebracht werden. Das machte den Befund so spannend: Wenn Glutamat im Gehirn schlechter reguliert wird, könnte das zu einer stärkeren neuronalen Erregbarkeit beitragen. Genau das passt zu einem zentralen Modell der Migräne: einem Nervensystem, das auf Reize besonders stark reagiert und schneller in Überlastung gerät.

Wichtig ist aber: Diese Variante ist kein „Migräne-Gen“ im einfachen Sinn. Der gefundene Effekt war statistisch bedeutsam, aber klein. Migräne ist heute als komplexe, polygen beeinflusste neurologische Erkrankung verstanden. Das bedeutet: Viele genetische Varianten tragen jeweils kleine Risikobeiträge bei, und Umweltfaktoren, Hormone, Schlaf, Stress, Ernährung, sensorische Reize und individuelle Trigger kommen hinzu.

Das Migräne-Gehirn als reizoffenes Gehirn

Was mich damals so fasziniert hat, war nicht nur der genetische Befund, sondern die Beschreibung der Hirnaktivität.

In der Migräneforschung gibt es seit langem Hinweise darauf, dass das Gehirn von Migränebetroffenen Reize anders verarbeitet. Viele Betroffene reagieren empfindlicher auf Licht, Geräusche, Gerüche, Berührung oder visuelle Muster. Diese Empfindlichkeit tritt nicht nur während einer Attacke auf. Manche Menschen mit Migräne berichten auch zwischen den Attacken von einer erhöhten sensorischen Empfindlichkeit.

Ein besonders spannendes Stichwort ist Habituation. Habituation bedeutet: Wenn ein Reiz immer wieder auftritt, reagiert das Gehirn normalerweise nach und nach schwächer. Es gewöhnt sich. In vielen Migränestudien wurde jedoch beschrieben, dass diese Gewöhnung vermindert sein kann. Das Gehirn bleibt gewissermaßen „dran“. Es blendet wiederkehrende Reize schlechter aus.

Für hochsensible Menschen klingt das sehr vertraut. Viele HSP beschreiben genau das: Geräusche verschwinden nicht einfach im Hintergrund. Licht, Gerüche, Stimmungen, Details, soziale Spannungen oder innere Körperempfindungen bleiben präsent. Das Nervensystem sortiert weniger grob aus. Es verarbeitet mehr. Und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem aus intensiver Wahrnehmung Überreizung wird.

Migräne und Hochsensibilität: nicht dasselbe, aber vielleicht verwandt

Hier ist mir heute eine wichtige Unterscheidung sehr wichtig:

Migräne ist eine neurologische Erkrankung.
Hochsensibilität ist ein Temperamentsmerkmal.

Das eine ist nicht einfach das andere. Nicht jeder hochsensible Mensch hat Migräne. Nicht jeder Mensch mit Migräne ist hochsensibel. Und Migräne lässt sich nicht auf „Reizüberflutung“ reduzieren.

Aber: Es gibt eine plausible Schnittmenge.

Beide Forschungsfelder beschreiben ein Nervensystem, das stark auf Reize reagiert. In der Hochsensibilitätsforschung geht es um tiefere Verarbeitung, erhöhte Wahrnehmungsempfindlichkeit, emotionale Resonanz und stärkere Umweltresponsivität. In der Migräneforschung geht es unter anderem um sensorische Überempfindlichkeit, kortikale Erregbarkeit, Glutamat-Homöostase, veränderte Habituation und Energiebedarf des Gehirns.

Die spannende Frage lautet deshalb nicht mehr:

Hat die Migräneforschung das Hochsensibilitätsgen gefunden?

Sondern:

Gibt es eine gemeinsame neurobiologische Schnittmenge zwischen Hochsensibilität, Reizoffenheit und Migräneanfälligkeit?

Diese Frage ist auch heute noch hochinteressant.

Was die Hochsensibilitätsforschung inzwischen sagt

Als ich den ursprünglichen Artikel 2014 schrieb, war die Forschung zu Hochsensibilität noch viel schwerer zugänglich. PubMed kannte ich damals nicht. Heute gibt es deutlich mehr Studien.

Hochsensibilität wird in der Wissenschaft meist als Sensory Processing Sensitivity (SPS) beschrieben. Sie gilt nicht als Krankheit, sondern als ein Persönlichkeits- bzw. Temperamentsmerkmal. Der große Review von Greven, Pluess und Kolleg:innen beschreibt SPS als erhöhte Empfänglichkeit für Umweltreize — sowohl im negativen als auch im positiven Sinn.

Das ist entscheidend: Hochsensible Menschen sind nicht einfach „empfindlich“ oder „belastbar wie Porzellan“. Sie reagieren stärker auf ihre Umwelt. Schlechte Bedingungen können sie stärker belasten. Gute Bedingungen können sie aber auch besonders stark fördern.

Michael Pluess hat dieses größere Modell unter dem Begriff Environmental Sensitivity mitentwickelt. Es geht darum, dass Menschen sich biologisch darin unterscheiden, wie stark sie auf ihre Umgebung reagieren. Manche sind robuster gegenüber Umwelteinflüssen, andere empfänglicher. Diese Empfänglichkeit kann Risiko und Ressource zugleich sein.

Gibt es unter hochsensiblen Menschen mehr Migräne?

Aus meiner eigenen Arbeit kann ich sagen: Ich habe auffallend viele hochsensible Menschen kennengelernt, die Migräne kennen. In meiner Coachingpraxis berichteten etwa 80 Prozent meiner Coachees, mindestens einmal im Leben einen Migräneanfall gehabt zu haben.

Das ist bemerkenswert — aber es ist keine wissenschaftliche Prävalenzstudie. Meine Coachees sind keine repräsentative Stichprobe aller Hochsensiblen. Menschen kommen oft gerade dann ins Coaching, wenn sie belastet, überreizt, erschöpft oder körperlich symptomatisch sind. Deshalb darf ich aus dieser Beobachtung nicht schließen: „80 Prozent aller HSP haben Migräne.“

Aber als Praxishinweis ist es interessant. Und inzwischen gibt es tatsächlich erste wissenschaftliche Arbeiten, die Hochsensibilität und Migräne direkt zusammenbringen.

Eine Studie von Rajić und Kolleg:innen aus dem Jahr 2023 untersuchte Menschen mit Migräne mit Aura im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen und bezog dabei Sensory Processing Sensitivity, High Sensation Seeking, Depression und Angst ein. Das ist genau die Art Forschung, die ich mir 2014 gewünscht hätte: Studien, die nicht nur Migräne oder Hochsensibilität getrennt betrachten, sondern die Überschneidung untersuchen.

Noch ist die Datenlage jung. Aber sie zeigt: Die Verbindung zwischen Migräne und Hochsensibilität ist nicht abwegig. Sie ist eine ernstzunehmende Forschungsfrage.

Glutamat: ein möglicher Schlüssel, aber nicht die ganze Erklärung

Glutamat ist für diese Diskussion besonders spannend, weil es der wichtigste erregende Botenstoff im Gehirn ist. Wenn glutamaterge Prozesse aus dem Gleichgewicht geraten, kann das theoretisch zu erhöhter neuronaler Aktivierung, stärkerer Reizverarbeitung und schnellerer Überlastung beitragen.

In der Migräneforschung wird Glutamat seit Jahren diskutiert. Es passt zu Modellen der kortikalen Hypererregbarkeit und zur sogenannten Cortical Spreading Depression, die besonders bei Migräne mit Aura eine Rolle spielt.

Cortical Spreading Depression bezeichnet eine Welle elektrischer und chemischer Aktivierung, die langsam über die Hirnrinde läuft und anschließend eine Phase gedämpfter Nervenzellaktivität hinterlässt. In der Migräneforschung gilt sie als wichtiger Mechanismus der Migräneaura. Sie zeigt, wie ein übererregbares Nervensystem unter bestimmten Bedingungen in eine Art energetische Krise geraten kann.

Für Hochsensibilität selbst ist Glutamat jedoch noch kein gesicherter Hauptmechanismus. Die genetische Forschung zu Sensory Processing Sensitivity hat bisher eher Dopamin-, Serotonin-, Stressregulations- und Umwelt-Sensitivitätsmodelle untersucht. Deshalb wäre es zu stark zu schreiben: „Hochsensibilität entsteht durch zu viel Glutamat.“

Wissenschaftlich sauberer wäre: Glutamat könnte ein biologischer Mechanismus sein, der erklärt, warum manche Nervensysteme besonders aktiv auf Reize reagieren. In der Migräneforschung ist diese Spur stärker belegt als in der Hochsensibilitätsforschung. Für Hochsensibilität ist sie derzeit eher eine plausible Brücke als ein bewiesener Hauptmechanismus.

Was das für hochsensible Menschen bedeuten kann

Trotz aller wissenschaftlichen Vorsicht bleibt für mich eine praktische Botschaft:

Wenn du hochsensibel bist und Migräne kennst, bildest du dir deine Reizüberflutung nicht ein. Dein Nervensystem kann tatsächlich sehr viel leisten — und genau deshalb braucht es gute Bedingungen.

Ein Gehirn, das viel wahrnimmt, viel differenziert und wenig ausblendet, verbraucht Energie. Es braucht Pausen, Rhythmus, Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, Reizreduktion, gute Grenzen und ausreichend Regeneration. Das ist keine Schwäche, sondern biologisches Energiemanagement.

Für mich persönlich war diese Erkenntnis damals ein Wendepunkt. Ich begann, meine Migräne nicht mehr als isoliertes Symptom zu betrachten, sondern als Signal meines Nervensystems. Ich lernte, Auslöser zu erkennen, Belastung früher zu reduzieren und meinen Alltag anders zu gestalten. Inzwischen kann ich mich als fast migränefrei bezeichnen. Es geht mir gut.

Fazit: Nicht das Hochsensibilitätsgen — aber ein wichtiges Puzzleteil

Die Migräneforschung hat wahrscheinlich nicht das Hochsensibilitätsgen gefunden. Aber sie hat etwas gefunden, das für Hochsensible sehr relevant ist: Hinweise darauf, dass erhöhte Reizempfindlichkeit, starke Hirnaktivierung, Glutamat, fehlende Habituation und Energieversorgung des Gehirns zusammenhängen können.

Für mich ist Migräne deshalb keine „körperliche Form von Hochsensibilität“ im einfachen Sinn. Aber sie kann bei manchen Menschen eine körperliche Manifestation eines überlasteten, reizoffenen Nervensystems sein — besonders dann, wenn genetische Migräneanfälligkeit, hohe Sensitivität, Stress, Trigger und zu wenig Regeneration zusammenkommen.

Die Frage bleibt spannend: Sind hochsensible Menschen häufiger von Migräne betroffen?

Meine persönliche und berufliche Erfahrung sagt: Es könnte gut sein. Die Forschung beginnt gerade erst, diese Verbindung genauer zu untersuchen.

Quellenangaben

Die Chromosom-8-Spur:
Genome-wide association study of migraine implicates a common susceptibility variant on 8q22.1

Migräne als Störung sensorischer Verarbeitung:
Pathophysiology of Migraine: A Disorder of Sensory Processing

Sensorische Überempfindlichkeit bei Migräne auch zwischen Attacken:
Central Nervous System Underpinnings of Sensory Hypersensitivity in Migraine: Insights from Neuroimaging and Electrophysiological Studies

Fehlende Habituation gegenüber wiederkehrenden Reizen:
Correlation between habituation of visual-evoked potentials and magnetophosphene thresholds in migraine: A case-control study

Hier der große Review von Greven, Pluess et al. 2019 zur SPS (=Hochsensibilität) als Forschungsfeld:
Sensory Processing Sensitivity in the context of Environmental Sensitivity: A critical review and development of research agenda

Zwillingsstudie schätzt Erblichkeit von Environmental Sensitivity auf etwa 47 %:
Genetic architecture of Environmental Sensitivity reflects multiple heritable components: a twin study with adolescents

Die direkte Brücke zwischen SPS (=Hochsensibilität) und Migräne:
Role of sensory processing sensitivity and high sensation seeking in migraine with typical aura

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62 Kommentare zu „Hochsensibilitätsgen von der Migräne-Forschung gefunden?“

  1. Bin erst vor ein paar Tagen auf die Hypersens.Seiten gestoßen, kenne Goebels Buch als chron. Migräniker und kann mir den Zusammenhang jetzt gut vorstellen.
    Vielleicht kann ich ja lernen, mich in Zukunft etwas zurueckzuziehen,bevor wieder alles „dicht macht“.

    Antworten
    • Hallo Ute,

      ja, es ist ganz wichtig, dass Du Dich rechtzeitig zurückziehst, schon wenn Du die Reizüberflutung bemerkst, nicht erst, wenn der Schmerz losgeht. Wenn Du dann noch eine Entspannungstechnik ausübst, sorgst Du optimal für Dich und kannst womöglich einige Anfälle vermeiden.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Migräne in Zusammenhang mit HSP. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit HSP. Beim Test nach Elaine Aron habe ich die volle Punktzahl erreicht. Seit meiner Kindheit habe ich Migräne. Im EEG ist festgestellt worden, was ich im Artikel las. Meine Migräne steht im vollem Zusammenhang mit meiner HSP. Ich hoffe, dass HSP mehr Beachtung findet und erforscht. Vor allen Dingen auf psychotherapeutischer/psychiatrischer Ebene, damit HSP endlich richtig eingeschätzt werden. Sie sind anders als andere Menschen. Aber nicht psychisch krank !!
    Herzliche Grüße

    Antworten
    • Hallo Gabi,

      vielen Dank für Deinen Bericht und danke, dass Du das mit mir und allen Lesern hier teilst!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Seit meiner Kindheit leide ich massiv an Migräne und habe meine Empfindlichkeiten immer damit in Zusammenhang gebracht.
    Vor 1 Jahr war ich 8Wochen stationär in einer psychosomatischen Klinik weil
    Nichts mehr ging. Auf der Suche warum ich nicht mehr „Funktioniere“ bin ich über den Begriff Hochsensibilität gestolpert… was ich darüber las hat mich
    sehr gespiegelt… nun versuche ich mein Leben vor allem im Beruf damit in Einklang zu bringen indem ich meine Arbeitsstunden reduziert habe was wiederum
    starke Wiederstände in mir auslöst weil ich nicht mehr „Funktioniere“ und darum weniger wert bin….Puuhh ist das Anstrengend aber ich bin auf dem Weg zu mir

    Antworten
    • Liebe Sabine,

      vielen Dank für Deinen bewegenden Bericht! Ca. 80% meiner Klienten haben auch Migräne, wenn diese Problematik auch bei vielen nicht im Vordergrund steht.

      Dieses Gefühl von „nicht funktionieren“ kommt daher, dass man von sich verlangt, genau wie ein normalsensibel Veranlagter zu sein. Doch in Wirklichkeit „funktionieren“ wir Hochsensiblen sehr gut, nur eben nicht in einer Umgebung, die für die Mehrheit der Menschen gemacht ist. Ich finde es total gut, dass Du Dein Arbeitspensum erst einmal reduziert hast. Viele Hochsensible fühlen sich am wohlsten, wenn sie Teilzeit arbeiten. Dazu gehöre ich auch. Ich arbeite am liebsten ca. sechs Stunden täglich.

      Übrigens habe ich meine Migräneanfälle mit Hilfe dieser Methode deutlich reduzieren können:

      Schmerz auflösen ohne Medikamente

      Vielleicht hilft Dir das ja auch weiter.

      Herzliche Grüße und alles Gute auf Deinem Weg,
      Anne-Barbara

  4. Ich bin so erleichtert, weiß jetzt endlich was los ist. Ich wurde als Kind immer ohnmächtig. Es reichte schon, wenn mir irgendjemanden etwas schlimmes erzählte. Ich leide auch stark an Migräne. Nach endlosen Arzt besuchen wurde immer gesagt, dass nix zu finden ist. Seit meinen Jugendalter ging ich deshalb nicht mehr zu einem Arzt. Ganz schlimm ist es immer vor meinen Tagen.

    Antworten
    • Liebe Verena,

      es freut mich, dass Du nun endlich Klarheit hast! Wenn Du etwas gegen Deine Schmerzen unternehmen möchtest, kann ich Dir diesen Blog-Artikel empfehlen:

      Schmerz auflösen ohne Medikamente

      Ich benötige mit Hilfe dieser Methode keine Schmerzmittel, kann Anfälle innerhalb von einer halben Stunde auflösen und sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität meiner Anfälle hat sich drastisch reduziert. Vielleicht hilft Dir das ja auch weiter.

      Du hast ja früher schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht, und ich kann gut verstehen, dass Du dort nicht mehr hin möchtest. Aber heute sind die Mediziner um einiges weiter. Die Schmerzklinik Kiel hat ein bundesweites Ärztenetzt aufgebaut, die sich auf Migräne und andere Kopfschmerzen spezialisiert haben:

      bundesweit Schmerzspezialisten finden

      Vielleicht findest Du jemanden vor Ort, bei dem Du Dich heute nach dem neuesten Stand der Forschung noch einmal durchchecken lassen kannst.

      Herzliche Grüße und gute Besserung,
      Anne-Barbara

  5. Hallo,

    ich bin auch hochsensibel und habe mich schon ausgiebig mit Elaine Arons Büchern beschäftigt. Ich kenne Zustände von Reizüberflutung gut. Migräne kenne ich allerdings nicht. Ich kann mich nur an sehr wenige Situationen in meinem Leben erinnern, in denen ich Kopfschmerzen hatte. Bei mir äußert sich Reizüberflutung eher in einem starken Bedürfnis zu schlafen oder, wenn dies mir auf längere Sicht verwehrt ist, gereizt zu reagieren. Ich habe allerdings auch eine vererbte Form der Schallempfindungsschwerhörigkeit und somit auch in gewisser Weise einen Schutz vor einem akustischen Reizüberangebot. Da ich während des Schlafs meine Hörgeräte ausschalten kann, kann ich mich auch wunderbar beim Schlafen regenerieren. Dies erklärt vielleicht auch warum ich keine Migräne bekomme.

    Antworten
    • Hallo Elli,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Nicht alle Hochsensiblen leiden auch unter Migräne. Es scheint nur so zu sein, dass unter Hochsensiblen überdurchschnittlich viele darunter leiden, zumindest ist das bei meinen Klientinnen und Klienten der Fall. Du gehörst also zu den Glücklichen, die damit nicht zu tun haben.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  6. Hallo Anne-Barbara,

    auch ich bin hochsensibel und hatte lange Zeit recht regelmäßig Migräne. Seit ich weiß, dass ich hochsensibel bin (und damit ANDERS), kann ich deutlich besser damit umgehen (ohne zu denken, dass ich falsch bin) – und die (An-)Spannungszustände in meinem Körper besser runterregulieren. Für mich (als Nicht-Kaffeetrinkerin) ist Kaffee ein gutes Mittel, Kopfschmerzen bereits im Ansatz zu bekämpfen. Die Gefäße weiten sich und alles wird besser durchblutet – der Schmerz geht. Ein Espresso im ItalienUrlaub hat mich drauf gebracht – auf einmal waren die Anspannung, die Kopfschmerzen und die gereizte Stimmung weg – ich hatte beste Laune und war einfach froher Dinge. Für alle Nicht-gewohnheitsmäßig-Kaffee-Trinker: Probiert es aus! Auch die Bitterstoffe im Kaffee tun mir echt gut in diesen Phasen.

    Also für mich ist der Zusammenhang absolut klar zwischen Hochsensibilität und MIgräne. Sicherlich gibts einen kleinen Anteil Hochsensibler, die keine Migräne haben, dafür gibts dann aber auch ein paar Migräniker, die nicht Hochsensibel sind. Aber auch hier wird die 80-20-Regel wohl ganz gut passen. Bin gespannt, ob dazu in nächster Zeit weitere Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu uns durchdringen …

    Liebe Grüße
    Anja

    Antworten
    • Hallo Anja,

      vielen Dank für Deinen Bericht und den tollen Tipp mit dem Espresso! In älteren Ratgebern zum Thema Migräne findet man das tatsächlich noch. Ich denke, dass es sich durchaus lohnt, das auszuprobieren! Ich kenne einige Migräniker, denen ein starker Kaffee im Ansatz hilft. Und das ist ja viel besser als eine Schmerztablette.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  7. Hallo
    Habe soeben den Artikel gelesen. Bin hochsensibel und leide auch unter Migräne. Wenn ich bemerke, dass ein Anfall kommt, esse ich eine Scheibe Brot und ein Stück Schokolade, was mir hilft, die Migräne abzuschwächen. (Energienachschub für die Zellen). Nach dem Anfall habe ich dann das Gefühl, die Ruhe und Dunkelheit haben geholfen mein Chaos im Gehirn zu verarbeiten und die Reizüberflutung zu stoppen. Schmerzhaft aber heilend.
    Liebe Grüsse
    Astrid

    Antworten
    • Hallo Astrid,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Ich denke auch, dass Migräne-Anfälle eine Art körperliche Manifestation von Reizüberflutung darstellen. Der Körper erzwingt dann die Ruhe, die er benötigt, um die Reize zu verarbeiten.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  8. Hallo,

    wow, es gibt doch noch Menschen, denen es ähnlich geht wie mir. Ich habe auc seit meiner Kindheit Kopfschmerzen. Irgendwie denke ich, ich habe mich damit abgefunden, aber dann wiederum denke ich dass ich mich NICHT damit abfinden will.
    Ich habe auch erst vor ein paar Monaten herausgefunden, dass ich HSP bin und seitdem habe ich viel mehr Verständnis für meinen Körper und seine „Reaktionen“. Was mir sehr hilft ist die Sophrologie. Sie hilft mir „runter zu kommen“ und wieder das Gefühl zu haben wieder mehr bei mir zusein.

    Viele Grüsse,
    Monique

    Antworten
    • Hallo Monique,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Alle Arten von Entspannungstechniken sind natürlich extrem hilfreich, sowohl bei Hochsensibilität als auch bei Migräne, und darin scheinst Du ja ein Profi zu sein.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  9. Ich bin HSP und habe chronische Migräne, das Buch von Professor Göbel kenne ich und ich war vor 2J.in der Schmerzklinik Kiel. Ich denke was mich betrifft auch daß beides miteinander zusammen hängt. Dennoch sind nicht alle Migräniker hochsensibel. Ich habe mit der Zeit einige Migräne Betroffene kennengelernt und glaube nicht das viele HSP dabei waren. Zudem glaube ich inzwischen, zumindest bei mir, daß die hormonelle Umstellung (ich bin 52) eine große Rolle spielt. Die viele Anfälle triggert. Ich habe seit 7 J. viele Anfälle im Monat und habe sehr Vieles ausprobiert, bei mir hat nichts geholfen die Anfallshäufigkeit signifikant zu verringern! Aber ich mache trotzdem täglich PMR und Achtsamkeitstraining, damit ich diese Situation aushalten kann.
    Danke liebe Anne-Barbara, daß du über den Zusammenhang Hochsensibilität und Migräne geschrieben hast!!
    Ich finde deinen Blog klasse und bin froh endlich mehr über Hochsensibilität, bzw. Erfarungen und Austausch zu finden im Netz. Ich weiß seit einigen Jahren
    daß ich HSP bin, habe aber lange Zeit mit niemanden darüber reden können.

    Liebe Grüße
    Dorothea

    Antworten
  10. Liebe Anne -Barbara,

    lieben Dank für deine Empfehlungen, ich werde sie lesen und schauen was sich für mich eignet! Zudem freue ich mich über das Willkommen sein als Hochsensible und werde mich bestimmt hin und wieder melden.
    Dein Blog gefällt mir wirklich sehr gut!:-))

    Herzliche Grüße
    Dorothea

    Antworten
    • Liebe Dorothea,

      danke Dir und noch viel Freude hier! :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  11. Liebe Anna-Barbara
    Ich wusste auch lange Zeit nicht, dass ich zu den HSP gehöre.Ich wusste aber dass ich als Kind immer das Gefühl hatte, anders zu ticken und dadurch auch nicht immer verstanden worden bin!Leide auch zeitweise unter Migräne und sehr starker Wetterfühligkeit!Ich habe mich gefreut über deinen Blog. Du hast eine sehr angenehme und ruhige Ausstrahlung. Das gefällt mir! Deine Klopf-technik tut wirklich gut und man wird ruhiger dabei. Mir geht es im Moment ganz gut und ich fühle mich auch verstanden….! Werde mich gerne ab und zu wieder melden bei dir! Ich finde es auch sehr interessant über die Hochsensibilität zu lesen.
    Werde deine klopf-technik weiter anwenden. Ganz herzlichen Dank für deinen Kurs
    Und deine Bemühungen.
    Liebe Grüsse
    Marlies

    Antworten
    • Liebe Marlies,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback, das mich sehr freut und zum Weitermachen ermutigt! :-)

      Es freut mich auch total, dass EFT bei Dir so gut funktioniert. Damit hast Du ganz neue Möglichkeiten, und ich kann Dich nur ermutigen, weiter zu machen! Ich freue mich, wieder von Dir zu hören, und wenn Du noch Fragen hast, immer gern. :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

      P.S. Zum Thema Migräne werde ich demnächst wieder einen Blog-Artikel schreiben, weil ich auf ein ganz tolles Naturheilmittel gestoßen bin, das mir sehr hilft…

  12. Hallo,

    nun habe ich endlich den Zusammenhang meiner Hochsensibilität heraus gefunden. Ich bin vor ca. einem Jahr zum ersten Mal auf das Thema gestoßen und habe mich seitdem viel damit beschäftigt, schreibe sogar zur Zeit eine Hausarbeit dazu, und selbst gemerkt dass ich mich auch dazu gehöre.

    Mich hat nur immer gestört, dass gesagt wurde Hochsensibilität wird wahrscheinlich vererbt, weil ich es bei mir in der Familie nie finden konnte. Das passt bei niemandem.
    Wenn aber jetzt Hochsensibilität im Zusammenhang mit Migräne steht, wird mir alles klar. Meine Mutter leidet seit Jahrzehnten an Migräne und somit auch an Migräneanfällen.

    Somit zeigt sich bei ihr zwar keine Hochsensibilität, aber Migräne.
    Ich selbst dagegen habe nur gelegentlich damit zu kämpfen und dann auch nie sehr stark. Bei mir äußert es sich eher durch starke Kopfschmerzen die mich für einen Tag komplett ausschalten und dann noch eine Tage weniger stark nach hallen.

    Vielen Dank für diese Info!
    Hochsensibilität ist ein Thema mit dem sich viel mehr beschäftigt werden muss.
    Ich bin froh deine Seite gefunden zu haben und hier nun regelmäßiger vorbei zu schauen.

    Liebe Grüße
    Mirijam

    Antworten
    • Hallo Mirjam,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback und Deinen interessanten Erfahrungsbericht!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  13. Hallo Anne-Barbara,

    von dem Migräne Gen hab ich schon in der Migräne FB Gruppe gehört, mich aber noch nicht damit beschäftigt.
    Migräne fing bei mir in der Pubertät an.
    Von meiner HS weiß ich erst seit ca. 2009, als ich mich durch meinen „auffälligen“ Sohn mit Hochbegabung und dadurch HS beschäftigte. Auch er ist hochsensibel und leidet seit circa 2013 (er ist jetzt 10 Jahre alt) an Migräne. Nicht sehr oft, aber wenn, dann mit Erbrechen und starker Müdigkeit.
    Grüßle
    Svenja

    Antworten
    • Hallo Svenja,

      vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht! Das bestätigt auch meine Erfahrungen – nach wie vor haben ca. 80% meiner Klientinnen und Klienten auch Migräne. Viele erfahren erst durch mich, dass es sich bei ihren „merkwürdigen“ Kopfschmerzen, die einseitig und anfallsartig auftreten, um Migräne handelt. Dass Klienten keine Migräne hat, kommt vor, ist aber eher die Ausnahme. Bemerkenswert!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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