Kannst Du abschalten? Teste Dein Regenerationsvermögen!

Eine für mich wichtige Erfahrung musste ich in den letzten Jahren immer wieder machen: Wirklich entspannen und regenerieren klappt nur, wenn ich absolut nichts tue. Es hilft nichts, statt zu arbeiten im Internet zu surfen, mit Freunden zu sprechen oder irgendetwas anderes zu tun; selbst wenn man die Augen schließt, erholt man sich kein bisschen, wenn dabei das Gedankenkarussell weiterläuft. Die gute Nachricht ist aber: Wenn man es schafft, sich in einen Zustand zu versetzen, in dem man wirklich absolut gar nichts denkt, regeneriert sich das Gehirn in wenigen Minuten. Dieses totale Abschalten ist nicht immer einfach, lässt sich aber mit Hilfe von Entspannungstechniken erlernen und trainieren. Wie es um Dein Regenerationsvermögen bestellt ist, kannst Du in einem kleinen Experiment überprüfen:

Bitte lege Dich für fünf Minuten in einen abgedunkelten Raum. Am besten stellst Du Dir einen Timer, damit Du ungestört bleibst und nicht zwischendurch auf die Uhr sehen musst. Achte darauf, was mit Dir geschieht. Lies bitte erst weiter, nachdem Du dieses Experiment durchgeführt hast.

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Wie ist es Dir ergangen? Trifft einer der folgenden fünf Punkte auf Dich zu, oder kommt dem, wie Du diese fünf Minuten erlebt hast, zumindest nah?

1. Mein Gedankenkarussell lief durchgängig auf Hochtouren. Ich habe so ungefähr sämtliche Probleme der letzten zehn Jahre gewälzt und nebenbei noch 20 Fragen beantwortet, die gar niemand gestellt hat.

2. Ich habe mich gelangweilt und die ganze Zeit darüber nachgedacht, wie ich meine Zeit sinnvoller hätte verbringen können.

3. Ich bin eingeschlafen.

4. Ich hatte Schuldgefühle und/oder ein schlechtes Gewissen dafür, untätig zu sein.

5. Zunächst drehte sich mein Gedankenkarussell, ich konnte jedoch nach einiger Zeit abschalten und fühle mich jetzt ein wenig erholt.

6. Die Ruhe war herrlich und ich fühle mich jetzt deutlich besser als vorher.

Auflösung

1. Mein Gedankenkarussell lief durchgängig auf Hochtouren. Ich habe so ungefähr sämtliche Probleme der letzten zehn Jahre gewälzt und nebenbei noch 20 Fragen beantwortet, die gar niemand gestellt hat.

Bei Dir hat sich vieles angesammelt, das nicht verarbeitet werden konnte. Du stehst unter großem Stress. Mein Vorschlag wäre es, dass Du Dir ein paar Tage frei nimmst. Diese Zeit könntest Du sinnvoll für Dich nutzen, indem Du Entspannungstechniken erlernst, um auszuprobieren, womit Du Deine Gehirnaktivität optimal beruhigen kannst. Solltest Du schon eine oder mehrere Entspannungstechniken beherrschen und trotzdem in dieser Gruppe gelandet sein, ist es möglich, dass Du noch nicht das Richtige für Dich gefunden hast. Nicht jede Technik ist für jeden das Richtige

2. Ich habe mich gelangweilt und die ganze Zeit darüber nachgedacht, wie ich meine Zeit sinnvoller hätte verbringen können.

Dein Gehirn läuft auf Hochtouren und schüttet dabei große Mengen an Botenstoffen aus. Diese Botenstoffe, die zur Reizübertragung im synaptischen Spalt benötigt werden, machen, dass Du Dich sehr lebendig fühlst, solange Du aktiv bist. Ruhe erscheint Dir in der Folge langweilig. Dies ist jedoch ein Zeichen dafür, dass Du nicht gut abschalten kannst. Bitte erlerne Entspannungstechniken. Probiere aus, was Dir gut tut, nicht jede Technik ist für jeden das Richtige. Halte das Gefühl von Langeweile aus. Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, wird es verschwinden, sobald es Dir möglich ist, wirklich abzuschalten.

3. Ich bin eingeschlafen.

Womöglich leidest Du unter Schlafmangel. Dies ist besonders dann wahrscheinlich, wenn Deine fünf Minuten im abgedunkelten Raum nicht zu einer Zeit stattgefunden haben, an denen Du normalerweise schläfst. Du kannst Dir überlegen, ob Du Dir mehr Schlaf gönnen solltest. Entspannungstechniken, die Du im Alltag einbaust, könnten auch Deine Schlafqualität verbessern und dafür sorgen, dass Du Dich tagsüber frischer fühlst.

4. Ich hatte Schuldgefühle und/oder ein schlechtes Gewissen dafür, untätig zu sein.

Es besteht die Gefahr, dass Du Dich zu sehr verausgabst, weil Du womöglich unter einem Leistungsdruck stehst. Achte darauf, Deine Leistungsfähigkeit mit Hilfe von Entspannungstechniken nachhaltig zu sichern. Es ist möglich, dass Du diese Gefühle, die Dich daran hindern, zur Ruhe zu kommen, mit Entspannungstechniken allein nicht los wirst. Du kannst versuchen, diese mit EFT (emotional freedom techniques) auflösen. Mehr darüber kannst Du in meinem Artikel EFT – emotionale Befreiung für Hochsensible nachlesen. Dort gibt es auch eine kostenlose Klopf-Anleitung als PDF-Download. Sollte es Dir damit allein nicht möglich sein, Deine Schuldgefühle dafür, dass Du Ruhe brauchst, aufzulösen, wende Dich bitte an einen EFT-Coach oder EFT-Therapeuten.

5. Zunächst drehte sich mein Gedankenkarussell, ich konnte jedoch nach einiger Zeit abschalten und fühle mich jetzt ein wenig erholt.

Du hast einigen Stress, so dass Dein System eine Weile braucht, um herunterzufahren. Dadurch kannst Du Ruhepausen nicht in vollem Umfang zu Deiner Regeneration nutzen. Entspannungstechniken könnten Dir dabei helfen, Deinen Stress abzubauen, um in der Folge schneller zur Ruhe zu kommen. Dein Gehirn benötigt nur fünf Minuten absolute Ruhe, um sich zu erholen. Solange Du nicht sofort abschalten kannst, sondern einige Minuten brauchst, macht es Sinn, Deine Pausen mindestens um diese Zeit verlängern. Du kannst mit Hilfe von Entspannungstechniken Deinen Stress abbauen und Deine Regenerationsfähigkeit verbessern.

6. Die Ruhe war herrlich und ich fühle mich jetzt deutlich besser als vorher.

Herzlichen Glückwunsch! Du kannst richtig gut abschalten. Entspannungstechniken können Dir dabei helfen, Deine Regenerationsfähigkeit langfristig zu bewahren und auch dann zu erhalten, wenn Du einmal eine stressigere Lebensphase durchzustehen hast.

Zusammenfassung

Unser Gehirn regeneriert sich in wenigen Minuten, wenn wir nur wirklich abschalten können. Wirklich abschalten heißt, dass wir in dieser Zeit an absolut nichts denken. Oft benötigt man mehr Zeit, um in einen solchen Zustand zu kommen, als der eigentliche Erholungsvorgang dauert. In diesen Fällen ist unsere Regenerationsfähigkeit eingeschränkt.

Schon fünf Minuten eines solchen denkfreien Zustands täglich können das Wohlbefinden deutlich steigern. Als hochsensibler Mensch lege ich mindestens dreimal täglich solche denkfreien fünf Minuten ein. Die Fähigkeit des Abschaltens kann man mit Hilfe von Entspannungstechniken lernen und trainieren.

Ich persönlich hatte das besonders nötig, denn ich gehöre zur zweiten Gruppe. Da ich mich also schnell langweile, wenn ich nicht aktiv bin, kostet es mich sehr viel Disziplin, meine Erholungspausen einzuhalten. Ich habe lange gebraucht, um überhaupt zu verstehen, was es heißt, richtig abzuschalten, und lange nach Möglichkeiten gesucht, dies zu erreichen. So habe ich mit vielen Entspannungstechniken experimentiert und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile kennengelernt. Weil Reizüberflutung ein Hauptproblem bei Hochsensibilität darstellt, werde ich hier nach und nach verschiedene Entspannungstechniken mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen.

Wie waren Dein fünf Minuten im abgedunkelten Raum? Konntest Du Dich in meinen fünf Möglichkeiten wiederfinden oder ist bei Dir etwas ganz anderes geschehen? Über Deinen Kommentar würde ich mich freuen!

Entspannungstechniken findest Du hier

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