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Hochsensibel? Outen leicht gemacht! — 12 Kommentare

  1. Ich bin nicht sicher, ob ich mich outen wöllte. Da ich besonders auf der Arbeit vielen Reizen ausgesetzt bin und vieles so unnötig finde, müsste ich es der gesamten Belegschaft beibringen. Ich bin nicht sicher, ob ich Verständnis erhielt oder Spott und Lächeln ernten würde…später dann kleine verbale Piekser von der Seite. Das ist mir zu riskant und ich würde meine Souveränität einbüßen – als rechte Hand des Chefs. Hier muss ich professionell sein.
    Eines habe ich jedoch getan und von vielen wird es auch respektiert: Ich habe ein Durchgangszimmer und das nutzen viele aus, – obwohl sie nichts von mir oder vom Chef möchten -, einfach, um den Weg abzukürzen. Ich habe an jede Tür ein Papier gehängt. Darauf das Verkehrszeichen für “Durchfahrt verboten” und dazu den Text “Anlieger und Radfahrer” frei. Damit habe ich klargemacht, dass ich keine Durchquerung möchte, will jedoch jemand zu meinem Chef (Anliegen) oder hat ein Fahrrad dabei ( 😉 Humor ) kann er natürlich durchgehen.
    Einige Spezialisten haben als Alibi dann ein “Guten Morgen”, wollen aber nichts von mir sondern gehen weiter durch mein Büro…aber nach dem Umzug in das neue Büro wird es kein Durchgangszimmer mehr geben 🙂 Spätestens Anfang Januar…ich zähle die Tage.

    • Hallo Gabriele,

      Du hast vollkommen Recht damit, dass das im Arbeitsumfeld gut überlegt sein will. Wenn es irgendwelche Autoritätsprobleme geben kann, sollte man wirklich vorsichtig sein. Im Umgang mit Vorgesetzten haben Klienten von mir sogar bereits gute Erfahrungen gemacht. Sie konnten durchsetzen, mehr gemäß ihrer Stärken eingesetzt zu werden.

      Dazu gehört natürlich, dass man seine Hochsensibilität nicht als Makel, sondern als Gabe verkauft, die man eben nur unter bestimmten Bedingungen abrufen kann. Dann sind Vorgesetzte durchaus bereit, auf diese Bedingungen einzugehen. Aber auch hier muss man natürlich auf den Einzelfall schauen und sich überlegen, wie vertrauenswürdig der Vorgesetzte ist.

      Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass es schnell Januar wird, und bis dahin keine Völkerwanderungen mehr durch Dein Büro stattfinden werden!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Ich habe versucht meiner Familie zu erklären, dass ich hochsensibel bin. Die Reaktionen waren nur Unverständnis, kein wirkliches Interesse und die Meinung, dass ich mich wichtig machen will.
    Ich habe auch noch nie einen Menschen kennen gelernt, der hochsensibel ist. Fühle mich sehr alleine damit.

    • Hallo Anja,

      es tut mir leid, dass Du, was Dein Outing betrifft, so unangenehme Erfahrungen gemacht hast. Es ist auch schade, dass Du so allein damit bist, denn gerade in einer solchen Situation kann man den Rückhalt von Gleichgesinnten gut gebrauchen. Ich kenne ein sehr nettes Forum, in dem man gute Kontakte knüpfen kann. Hier der Link, falls Du es noch nicht kennen solltest:

      //www.treffpunkt-hochsensibilität.de/portal.php?nxu=11590502nx46300

      Immer daran denken: 15-20% aller Menschen sind hochsensibel! D.h., wenn Du nur 20 Leute kennst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass drei bis vier Hochsensible darunter sind. Von daher bin ich mir recht sicher, dass Du schon andere Hochsensible kennst. Die Frage ist eher, ob diese Menschen das auch von sich wissen, und wenn ja, ob sie darüber sprechen. Viele, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, trauen sich nicht, das nach außen hin zu zeigen. Und das ist schade, denn wenn man es zeigt, hat man eben die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu finden. Von daher möchte ich Dich ermutigen, trotz Deiner unangenehmen Erfahrungen weiter auf andere zuzugehen.

      Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesen Gedanken ein wenig weiterhelfen! Und wenn Du noch Fragen hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Liebe Anne-Barbara,

    ich lese jetzt schon länger deine Artikel und finde mich in vielem wieder. Um mehr zu erfahren habe ich begonnen das “The Highly Senitive Person´s Workbook” zu lesen. Beim letzten Besuch fiel das Buch meiner Mutter in die Hände. Ihre Reaktion hatte ich vorausgesehen. Augen hochgezogen, verächtlicher Kommentar… Wieder eine Spinnerei, so ihre Meinung. Beim Rest meiner Familie sieht es nicht besser aus. Für meinen Teil weiß ich nun, wie ich mit vielen Dingen umgehen kann, auch wenn es nicht immer klappt 😉
    Ich verstehe mich besser und fühle mich wohler in meiner Haut. Jedenfalls meistens…
    Vielen Dank. Ich freue mich auf viele weitere Artikel.
    Herzliche Grüße
    Barbara

    • Liebe Barbara,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback und Deinen Bericht! Schade, dass Deine Familie mit diesem Thema offensichtlich nicht so gut umgehen kann. Aber denke immer daran – das ist deren Problem und nicht Deins! Wichtig ist, dass Du nun weißt, was los ist, und besser mit Dir umgehen kannst. Und wenn Du dazu Fragen hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. Dass ich Dinge irgendwie anders wahrnehme als die meisten anderen war mir schon als Kind bewusst. Dass das ok ist und ich nicht spinne,da komme ich erst heute drauf ( mit 34 Jahren). Mein Freund(ein wirklich hoch empatischer Mensch) bemerkte ebenfalls schnell, dass ich anders ticke. Als ich ihm den Unterschied erklären wollte,fragte er,ob es nicht einfach sein könnte,das ich mich nur in Dinge hinein steigere und dass viele meiner Problemchen “in echt” gar nicht existieren. Schade. Nun stehe ich wieder da als wäre ich n Spinner.
    So viel zum outen.

    • Liebe Rosamunde,

      vielen Dank für deinen Bericht! Hmmm… So hoch empathisch kommt mir dein Freund aber nicht vor… Zumindest ist seine Reaktion für mich ziemlich daneben. Bei Fernerstehenden würde ich so etwas schon eher erwarten…

      Ich finde es aber gut, dass du mit den Menschen, die dir wichtig sind, darüber sprichst! Wenn du dich authentisch zeigst, weißt du am Ende auch, woran du bist. Wobei ich dir in diesem Fall etwas besseres gewünscht hätte.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

    • Ich habe eine sehr ähnliche Reaktion erfahren und dachte am Ende auch, ich wäre ein Spinner. Mit etwas Abstand zu dem Vorfall muss ich eingestehen, dass ich nur hochempfindlich gegenüber der Aussage eines Normalempfindlichen war. In Deinem Falle hieß es ja “Könnte es nicht sein, daß…”. Das beweist das echte Interesse Deines Partners. Alles was nach dieser Einleitung folgte, war Unwissenheit in Bezug auf HSP und der Wunsch, Dir irgendwie zu helfen. Alles in Allem war es eigentlich nur gut gemeint…
      Nur wegen unserer Empfindsamkeit wirkt seine Aussage entmutigend. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es immer wieder zu solchen Momenten kommen wird, in denen man sich absolut unverstanden fühlt. Aber das ist doch (nach 34 Jahren) eigentlich nichts Neues mehr und liegt auch in der Natur der Sache. HSP wissen viel über NSP (normal sensitive persons), NSP wissen zu wenig oder nichts über HSP. Also ist der HSP immer in Erklärungsnot und der NSP erzeugt automatisch eine innere Abwehr gegenüber dem Neuen / Unverständlichen / Befremdlichen / Unlogischen / etc. Dies ist nicht boshaft, sondern Teil unserer natürlichen menschlichen Reaktionen.
      Also, liebe Rosamunde, nimm es ihm nicht krumm, und lass Dich durch seine (demotivierend wirkende) Aussage erst recht nicht entmutigen.
      Mir hat es geholfen, nachdem ich mich zunächst als HSP outete, anschließend nicht mehr von “HSP” zu sprechen, sondern nur noch von MIR. Meine Parnterin lernt nun MICH kennen, mit all meinen besonderen Macken und Vorzügen. Am Ende wird sie vielleicht eine HSP-Expertin, ohne es zu wissen 😉
      Herzliche Grüße
      Jens

    • Lieber Jens,

      danke Dir für Deinen Bericht, der sehr fein beobachtet ist! 🙂

      Dass Du jetzt nur noch von Dir sprichst und nicht mehr von HSP, nenne ich in meinen Coachings “indirektes Outing”. Das funktioniert ausgezeichnet, auch wenn man sich nicht unter verständnisvollen Menschen befindet! Super, dass Du das jetzt so machst.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  5. Liebe Anne-Barbara,

    die Idee sich zu outen, dabei auf die Wortwahl gut zu achten, gefällt mir sehr gut. Ich kenne das Dilema, und kann es auch bestätigen, das Outen zu Entspannung maßgeblich beitragen kann, schließlich geht ALLES was ich vor dem Gegenüber zu verbergen versuche zu Lasten meiner Energie, meiner Authentizität und damit auch zu Lasten der Beziehungen zu mir selbst und em Gegenüber. Folglich ist das Outen umso mehr glücksfördernder, je wichtiger mir die zwischenmenschliche Beziehung ist, inkl der Beziehung zu dem Menschen,mit dem ich bis an das Ende meiner Existenz in diesem Körper auf dieser Erde.

    • Lieber Erich,

      danke Dir für das Teilen Deiner Gedanken! Es stimmt, alles, was gegen das eigene Ich geht, kostet einfach Energie. Aber Du darfst trotzdem darauf aufpassen, wem Du von Deiner Veranlagung auf welche Weise erzählst. Bei Fernerstehenden reicht das indirekte Outing oft aus. Aber bei Menschen, die Dir nah stehen, ist es ganz wichtig, dass sie das über Dich wissen.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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