Winterdepression? Sonnenvitamin D für Hochsensible!

Die Hochsensibilitätsforscherin Elaine N. Aron hat herausgefunden, dass hochsensible Menschen eine erhöhte Neigung zu Depression haben. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn aufgrund unserer erniedrigten Reizschwelle nehmen wir feinere und mehr Reize auf, während wir uns in einer Umgebung bewegen, die für die Mehrheit der Menschen gemacht ist. Das heißt im Endeffekt, dass wir zu viel Reize aufnehmen und dadurch in einen Dauerstress geraten können, wenn wir unsere Lebensweise nicht an unsere Hochsensibilität anpassen. Langfristig gesehen steigt dadurch der Cortisolspiegel, was bis hin zu Depression und Burnout führen kann. Ein akuter Vitamin-D-Mangel kann jedoch die gleichen Symptome hervorrufen: Kraftlosigkeit, Antriebslosigkeit, Energieverlust, dauernde Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. (s. Raimund von Helden: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie, Dresden 2011, S. 17) Aus diesem Grund lohnt es sich bei jedem, der unter diesen Symptomen leidet, auf das Sonnenvitamin D zu sehen. Dies sollte unter allen Umständen geschehen, bevor man zu Antidepressiva greift, denn diese ändern nichts an der Ursache!

Warum in Deutschland fast alle unter Vitamin-D-Mangel leiden

Vitamin D kommt in der Nahrung nur in sehr geringen Mengen vor, und das hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln. Doch Achtung, beim Braten gehen 50-95% des Vitamin-D-Gehalts verloren! Wir müssten also täglich pfundweise Hering, kiloweise Butter oder 20 Liter Milch verzehren. Die einzige halbwegs vernünftige pflanzliche Vitamin-D-Quelle ist die Avocado, doch auch davon müssten wir ca. 1 kg täglich essen, um nicht in eine Mangelsituation zu geraten. (s. Tabelle a.a.O. auf S. 97)

Unser Hauptbedarf an Vitamin D wird unter Sonnenbestrahlung von unserer Haut gebildet. Die Menge hängt vom Stand der Sonne und von unserem Hauttyp ab. Je heller die Haut und je höher der Sonnenstand, desto mehr Vitamin D wird gebildet. Von Ende September bis Mitte April kann in Deutschland niemand mehr Vitamin D bilden, weil der Sonnenstand dann unter 45° liegt.

Über die Sommermonate kann man seinen Vitamin-D-Spiegel in unseren Breiten nur halten, wenn man jeden Sonnentag nutzt. Dabei muss man sich, einen mittleren Hauttyp vorausgesetzt, in der Mittagssonne unbekleidet je 15 Minuten auf dem Bauch und auf dem Rücken liegend sonnen, und das ohne sich mit Lichtschutzfaktor einzucremen, da sonst eine Vitamin-D-Synthese nicht möglich ist. (a.a.O., S. 100) Wer das nicht tut und auch nicht kiloweise Avocado oder Hering isst, leidet mit absoluter Sicherheit an einem signifikanten Vitamin-D-Mangel. Also so ziemlich wir alle.

Wie man einen Vitamin-D-Mangel ausgleicht

Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt seinen Vitamin-D-Spiegel im Blut zunächst vom Hausarzt untersuchen. Der optimale Vitamin-D-Spiegel liegt bei 50-90 ng/ml. Wer einen Mangel aufweist (also fast jeder), für den gibt es zwei Möglichkeiten:

Der Vitamin-D-Experte Raimund von Helden plädiert dafür, die Speicher schnellstmöglich aufzufüllen. Dabei orientiert er sich nicht am Tagesbedarf, sondern daran, wie leer die Speicher sind. Wenn man beispielsweise von einem Körpergewicht von 70 kg, einem Blutwert von 10 ng/ml und einem Zielwert von 50 ng/ml ausgeht, liegt diese Anfangsdosis bei 400.000 Einheiten. (a.a.O., S. 76) Im Buch schreibt er noch davon, dass er diese Anfangsdosis auf einmal per Injektion gegeben hat. Das hat bei vielen zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen geführt. Heute propagiert er ein sanftes “Setup”, d.h. die Anfangsdosis wird über zehn Tage verteilt als Vitamin D-Öl eingenommen.

Sobald die Speicher gefüllt sind, benötigt man eine täglich einzunehmende Erhaltungsdosis, die vom Zielwert und vom Körpergewicht abhängt. Wenn z.B. ein 70 kg schwerer Durchschnittsmensch einen Vitamin-D-Spiegel von 50 ng/ml halten möchte, muss er täglich 3333 Einheiten Vitamin D zu sich nehmen. Babydosierungen von 800 Einheiten bringen in der Vitamin-D-Therapie überhaupt gar nichts, denn sie dienen nur dazu, ein 3 Kilo schweres Menschlein vor Rachitis zu bewahren. (a.a.O., S. 71ff)

Wenn man die Anfangstherapie weglässt, und z.B. einfach nur 5000 Einheiten täglich zu sich nimmt, dauert es ca. ein halbes Jahr, bis der Mangelzustand beseitigt ist. Von Helden meint, dass dies angesichts der gravierenden gesundheitlichen Risiken bei einem Vitamin-D-Mangel nicht tragbar ist.

Die meisten Hausärzte wissen noch nichts von dieser Vitamin-D-Problematik. Man sollte sich also nicht irritieren lassen, wenn der eigene Arzt einen Vitamin-D-Blutwert von 20 oder 40 ng/ml für vertretbar hält.

Meine persönlichen Erfahrungen

Früher, als man vom Hautkrebsrisiko noch nichts wusste, habe ich mich viel gesonnt. Trotzdem ging es bei mir im Alter von sechzehn Jahren los, dass ich im Herbst und Winter in eine depressive Verstimmung geriet und meine Leistungsfähigkeit über den Winter drastisch abnahm. Diese Lage verschärfte sich noch, als vor einigen Jahren ein verdächtiges Muttermal entfernt werden musste und die Hautärztin mir riet, die Sonne zu meiden und einen hohen Lichtschutzfaktor zu verwenden. Von da an rutschte ich im Herbst und Winter regelmäßig in Burnout-Zustände, von denen ich mich kaum wieder fangen konnte. Alle Therapieversuche waren vergebens.

Mein erster EFT-Trainer machte mich auf das Thema Vitamin D aufmerksam und empfahl mir auch das Buch von Raimund von Helden. Ich bekam von meinem EFT-Trainer gleich 24.000 Einheiten als Anfangsdosis. Seitdem nehme ich 5000 Einheiten täglich ein. Da meine Vitamin-D-Therapie im April begann, nutzte ich den darauffolgenden Sommer auch, um die oben beschriebenen Sonnenbäder durchzuführen. Denn aufgrund des Buches wusste ich, dass meine Anfangstherapie noch zu niedrig dosiert war und es ansonsten ewig dauern würde, bis meine Speicher wieder wirklich voll sind. Mein Vitamin-D-Spiegel liegt heute bei 50 ng/ml. Und das allerbeste: Es ist mir vollkommen egal, ob es Sommer oder Winter ist. Ich habe keinerlei Stimmungseinbrüche und verfüge über eine konstante Leistungsfähigkeit. Das Sonnenbaden habe ich wieder reduziert, da ich den Eindruck hatte, dass es meine Haut auf die Dauer zu sehr belastet.

Meine Lebensqualität hat sich also drastisch verbessert. Falls dir dieses Thema neu gewesen sein sollte, möchte ich dich dringend bitten, für dich zu sorgen und das in Angriff zu nehmen.

Was außer Vitamin D noch wichtig für dein Nervensystem ist

Außer Vitamin D, das ein absolutes Basic ist, gibt es noch viel mehr, was du für dein Nervensystem tun kannst! Das Meiste von dem, was ich empfehle und was ich auch meinen Coaching-KlientInnen weitergebe, ist hochwirksam, sodass es dir schon nach wenigen Tagen, teils sogar in wenigen Minuten, spürbar besser geht.

Wichtig für dich zu wissen ist:

  • Hochsensibilität ist viel mehr als nur ein psychisches Phänomen, sondern hat handfeste körperliche Ursachen
  • Das Nervensystem hochsensibler Menschen funktioniert ein wenig anders
  • Und wenn die Biochemie nicht stimmt, bleibst du mit mentalen Strategien erfolglos, weil dein Gehirn nicht in der Lage ist, die Impulse auch umzusetzen

Ich kann darauf jetzt an dieser Stelle nicht genauer eingehen, weil das den Rahmen sprengen würde. Aber in meinem Buch Nahrungsergänzung für hochsensible Menschen – wie du die Reizschwelle deiner Nerven in 3 Schritten erhöhst und im Alltag deutlich leistungsfähiger bist erläutere ich die Zusammenhänge ausführlich und gebe dir leicht verständliche Anleitungen, wie du dich als hochsensibler Mensch nachhaltig gut fühlen kannst. Denn ich möchte, dass du dein Potenzial als hochsensibler Mensch voll einbringen kannst, ganz egal, wo auch immer du im Leben gerade stehst.

Quelle: Raimund von Helden: Gesund in sieben Tagen. Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie auf Amazon ansehen

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11 Gedanken zu „Winterdepression? Sonnenvitamin D für Hochsensible!“

  1. Ich predige zwar selbst Vitamin D gegen den fast allgegenwärtigen Mangel, aber die Rosskur mit Megadosen würde ich nicht allgemein empfehlen. Vitamin D erhöht den Magnesiumbedarf, sodass manche Menschen schon von weitaus geringeren Tagesdosen Kopfschmerzen, Krämpfe und weitere Symptome bekommen. Dann lieber mit einer moderaten Einstiegdosis anfangen und sich nach individueller Verträglichkeit hocharbeiten.

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    • Hallo Irene,

      vielen Dank für diesen wichtigen Hinweis! Mein Behandler, der kein Arzt ist, hat mir damals auch nicht die Megadosen verabreicht, sondern eine einmalige Gabe von 24.000 i.E. und danach 5000 i.E. täglich. Dann war das also auch ein guter Weg. Ich dachte bisher, das wäre nur zweite Wahl gewesen, weil ich damals niemand anderen gekannt habe.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Für mich klingt das nach einer sinnvollen Behandlung, nicht nach zweiter Wahl.

    Ich habe mich bei der Dosis hochgearbeitet: Mit 1.000 IE pro Tag begonnen, als ich noch ganz wenig darüber wusste, Werte kontrollieren lassen, Dosis im nächsten Winter erhöht …

    //schilddruesen-unterfunktion.de/2012/10/vitamin-d-mangel-vorbeugen/

    Nachdem mir mal die Tabletten ausgegangen waren und ich für wenige Tage 8.000 IE einnahm, bekam ich Stirnkopfschmerzen und ein andermal ein krampfiges Gefühl im Herzen, obwohl ich das Vitamin D ja brauchen konnte – ich hatte ja nur das genommen, was ich die Tage vorher verpasst hatte. 100.000 IE auf einmal möchte ich mir nicht wirklich vorstellen.

    Wenn du den Link hilfreich findest, freue ich mich, wenn du ihn noch oben einbaust. Ich bin nicht mit der Firma Peak verbandelt, es ist einfach ein Beispiel für ein günstiges und gut verträgliches Produkt, das sich zur Selbstbehandlung eignet (und davon gibt es nur wenige).

    Antworten
    • Hallo Irene,

      vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht! Ich habe meinen Vitamin-D-Artikel daraufhin aktualisiert und werde diese Informationen auch an meine Klienten weitergeben.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Ich bin über das Ergebnis des Testes verwundert. ” recht ordentlich. Nicht die typischen Zeichen von Vitamin D Mangel” und das bei einem Blutwerte von 7,777. Somit habe ich an Ihrem Test große Zweifel.

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    • Hallo Frau Keller,

      vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Es tut mir leid, dass der Test auf der Seite des Vitamin D-Experten Dr. Raimund von Helden bei Ihnen nicht funktioniert hat. Anscheinend hat Ihr Körper es irgendwie geschafft, trotz eines gravierenden Mangels die Anzeichen auszugleichen. Haben Sie eigentlich auch diesen Test gemacht?

      https://www.vitamindservice.de/online-selbst-test-meinen-vitamin-d-spiegel-ermitteln

      Dort kann man seinen Vitamin D-Spiegel grob schätzen. Es würde mich sehr interessieren, was da bei Ihnen herauskommt. Bitte geben Sie mir unbedingt Bescheid, da das für mich und andere Hochsensible eine sehr wichtige Information ist! Ich würde mich freuen, wieder von Ihnen zu hören.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara Kern

  4. Hallo Frau Kern,

    vor 4 Jahren nahm ich eine Zeit Vigantoletten 1000IE. Mein Calziumgehalt im Blut stieg grenzwertig an, als ich die Vigantoletten weg ließ war dieser wieder auf normal.
    Daher habe ich bedenken Vit D einzunehmen.
    Gibt es eine Alternative?

    herzliche Grüße
    Susanne

    Antworten
    • Liebe Susanne,

      wenn Sie unter Vitamin D dazu neigen, dass der Kalziumspiegel ansteigt, benötigen Sie zusätzlich Vitamin K. Dies hilft dabei, das überschüssige Kalzium in die Knochen einzulagern, wo es hingehört:

      Vitamin K2 Vitabay

      Ansonsten gibt es keine Alternative zu Vitamin D – es ist ein Vitamin, d.h. absolut unersetzlich und lebensnotwendig! :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara Kern

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