Perfekter Sonnenschutz für hochsensible Haut

Der Sommer steht vor der Tür und damit auch wieder die Frage, wie man seine hochsensible Haut am besten vor zu viel Sonne schützt. Eins gleich vorab – den perfekten Sonnenschutz gibt es nicht, denn neben gesundheitsschädlichen Varianten bleiben nur ein paar Alternativen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Meiner Meinung nach besteht der ideale Sonnenschutz in einer Kombination mehrerer verschiedener Maßnahmen, die man je nach Situation variieren kann. Denn es ist etwas anderes, ob man eine Radtour, eine Wanderung oder ähnliches macht, oder ob man z.B. nach dem Schwimmen ein Sonnenbad nimmt. Es gibt also Situationen, in denen man sich bewusst der Sonne aussetzt, weil es einfach schön ist, und andere Aktivitäten im Freien, bei denen man der Sonne ausgesetzt ist, ohne dass das im Zentrum des Interesses steht. Und je nachdem sollte man sich auch angemessen schützen. Darüber werde ich in diesem Artikel schreiben. Aber zunächst beginne ich einmal damit, was in Sonnenschutz alles nicht enthalten sein sollte.

Nanopartikel sind gesundheitsschädlich!

Als erstes sollte man darauf achten, dass in der Sonnencreme, die man verwendet, keine Nanopartikel enthalten sind. Auf der Liste der Inhaltsstoffe findet man z.B. so etwas wie „Titanium Dioxide nano„. Titandioxid an sich ist vollkommen ungifitg, aber nicht als Nanopartikel. Nano heißt, dass das Titandioxid dermaßen mikroskopisch fein ist, dass es mühelos bis in tiefe Zellstrukturen eindringen kann, dort Zellwände schädigt etc.

Diesen Inhaltsstoff findet man in vielen gängigen Sonnencremes und, noch viel schlimmer, auch in Sonnensprays. Die Nanopartikel legen sich auf die Haut und bilden dort einen Schild von mikroskopisch kleinen Spiegeln, die das UV-Licht reflektieren. In unverletzte Haut können Nanopartikel nicht eindringen, weshalb sie auch die Zulassung als Kosmetikinhaltsstoff erlangt haben. Doch schon bei der kleinsten Läsion dringen die Nano-Partikel durch die Haut in die Blutbahn ein und können dort ihre gesundheitsschädliche Wirkung entfalten. Das heißt im Klartext: Bei Akne, Sonnenallergie, Mückenstichen und Hautschürfungen besteht ein Gesundheitsrisiko!

Noch viel schlimmer sind Nanopartikel in Sonnensprays. Denn dort besteht die Gefahr, dass wir Teile davon einatmen. Gelangen Nanopartikel in die Lungen, dringen sie direkt in feinste Zellstrukturen vor. Das Flimmerepithel, der Selbstreinigungsmechanismus auf der Schleimhaut unserer Bronchien, ist viel zu grob, um diese winzigen Partikel wieder aus der Lunge heraus zu schaffen. Es besteht ein Lungenkrebsrisiko! [Quelle: WDR Markt, Gesundheit: Risiko Sonnencreme? gesendet am 1.6. 2015, leider nicht mehr online abrufbar]

Nanopartikel sogar in Naturkosmetik :-(

Gerade war ich im dm Drogeriemarkt und habe festgestellt, dass sogar deren hauseigene Naturkosmetikmarke Alverde Nanopartikel in der Sonnencreme aufweist. Es ist nicht zu fassen – da möchte manch einer etwas besonders Gutes kaufen, gibt dafür auch noch ein paar Euro mehr aus und nimmt sich dann unter dem Deckmäntelchen der „Natur“-Kosmetik“ ein Krebsrisiko mit nach Hause! Dies nur als Hinweis, dass man auch bei Naturkosmetikprodukten achtsam sein muss.

Chemische Lichtschutzfilter sind gesundheitsschädlich!

Chemische Lichtschutzfilter, wie z.B. 4-Methyl-Benzylidencamphor (4-MBC bzw MBC), Octyl-Methoxycinnamate (OMC), Benzophenone-3 (Oxybenzon), Homosalate (Homomenthylsalicylat bzw. HMS) und Octyl-Dimethyl-Para-Amino-Benzoic-Acid (OD-PABA) sind in den Verdacht geraten, wie Hormone zu wirken. Diese Substanzen werden über die Haut aufgenommen, man kann sie sogar in der Muttermilch nachweisen. Benzophenone-3 (Oxybenzon) wirkt noch dazu stark allergisierend. Benzophenone-1 und Benzophenone-2 sowie 3-Benzylidencamphor stehen ebenfalls im Verdacht, hormonell zu wirken. Benzophenone-1 und Benzophenone-2 sind in der EU zwar nicht als Sonnenschutzfilter zugelassen, aber als Zusatzstoffe erlaubt. [Quelle: Codecheck]

Es macht also in der Regel keinen Sinn, herkömmliche Sonnencremes und -sprays zu verwenden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Inhaltsstoffe seiner Sonnencreme auf Codecheck abfragen. Dort gibt es sogar eine App für das Smartphone, mit deren Hilfe man Kosmetikprodukte schon vor dem Kauf im Laden testen kann.

Weitere bedenkliche Inhaltsstoffe für Sonnenschutz findet man hier: Zentrum der Gesundheit – Sonnencreme

5 Tipps für einen gesunden Sonnenschutz

1. Mittagssonne meiden

Der beste Sonnenschutz ist immer noch, die Haut der Sonne gar nicht erst auszusetzen. Das heißt, dass man die pralle Mittagssonne ganz meidet. Am See und im Schwimmbad ist es ohnehin ab vier Uhr nachmittags viel schöner für Hochsensible, weil da die meisten Menschen schon wieder gehen, was sich auch in einer deutlichen Abnahme des Lärmpegels bemerkbar macht. Wenn man sich sonst im Freien aufhält, sollte man sich stets ein Schattenplätzchen suchen.

2. UV-Schutzkleidung

Mallorca 140Es gibt spezielle UV-Schutzkleidung, die sich sehr gut eignet, wenn man z.B. Freizeitaktivitäten wie Wanderungen oder Radtouren plant. Die speziell gewebten Stoffe weisen einen Lichtschutzfaktor von 80 auf. Ich besitze eine solche Bluse, die ich mir locker um den Bauch knote und die Ärmel leicht hochkremple. Das ergibt einen sommerlich wirkenden Look. Den Kragen stelle ich hoch. So sind beim Fahrradfahren die besonders exponierten Stellen wie Schultern, Oberarme und Nacken perfekt geschützt.

Bei Wanderungen trage ich zusätzlich einen Sonnenhut, durch den dann auch das Gesicht und der Hals beschattet werden. Eine solche Vorgehensweise ist besonders in südlichen Gefilden äußerst empfehlenswert. Der Sonnenschutz, der dadurch bewirkt wird, ist so enorm, da kann keine Sonnencreme der Welt mithalten.

3. Naturkosmetik-Sonnencremes

Alle Hautpartien, die bei solchen Freizeitaktivitäten nicht von der Schutzkleidung bedeckt sind, kann man mit Naturkosmetik-Sonnencremes LSF 30 schützen. Diese enthalten Titandioxid als Sonnenschutz, aber eben nicht als Nano-Partikel. Der Nachteil ist, dass Titandioxid weiß ist. Das heißt, man sieht ein wenig wie ein Gespenst aus, wenn man sich damit eincremt. Dies ist auch genau der Grund, warum die Industrie gern Titandioxid nano verwendet, denn die Nanopartikel wirken auf der Haut nicht weiß. Der Effekt bleibt aber der gleiche – Titandioxid verteilt sich auf der Haut und reflektiert die UV-Strahlung. Nur dass das grobe, weiße Pulver eben keinen Schaden anrichtet und auch bei Hautläsionen gefahrlos angewendet werden kann.

4. Avellana-Öl

Avellana ist eine chilenische Haselnussart. Das Öl weist einen natürlichen Lichtschutzfaktor von 10 auf. Es ist nicht nur als Sonnenöl geeignet, sondern ist überhaupt ein ganz wunderbares anti-aging Hautpflegeöl. Ich verwende es über das ganze Jahr. Man kann es einfach pur auftragen, aber noch besser finde ich es als hydrophiles Hautöl.

Rezept: hydrophiles Avellana-Sonnenöl

100ml Avellana-Öl
10g Kakaobutter
16ml Fluidlecithin (ca. 3 TL)

Die Kakaobutter im Wasserbad schmelzen und in das Avellana-Öl einrühren. Gut mit dem Fluidlecithin vermischen. Dieses Öl emulgiert, wenn es mit Wasser in Berührung kommt, und verhält sich dann wie eine Sonnenmilch. Man kann es einfach nach dem Schwimmen auf die nasse Haut geben, statt sich abzutrocknen. Das Wasser wird durch das Öl gebunden und zieht zusammen mit dem Öl in die Haut ein.

Durch die Kakaobutter wird das Öl besonders für trockene Haut noch hautpflegender. Man kann die Kakaobutter aber auch weglassen und einfach 100ml Avellanaöl mit 15 ml Fluidlecithin mischen. In diesem Fall kann es sein, dass das Lecithin sich am Boden absetzt. Diese einfache Variante sollte man also vor Gebrauch schütteln. Der Vorteil ist, dass das Avellana-Öl weniger verdünnt wird und der Lichtschutzfaktor voll erhalten bleibt.

Ich verwende das hydrophile Avellana-Öl ganzjährig als Gesichts- und Körperpflege und im Sommer als Sonnenschutz, wenn ich mich absichtlich in die Sonne lege, also wenn ich mich nach dem Schwimmen (nach 16 h!) wieder aufwärmen möchte. Aber Achtung, Avellana-Öl ist nur für unsere Breiten ein einigermaßen guter Sonnenschutz. In südlichen Gefilden und bei heller, lichtempflindlicher Haut verwendet man besser die Lavera Sonnencreme! Denn dort weist das Avellana-Öl einfach einen zu geringen Lichtschutzfaktor auf.

5. Vitamin D einnehmen

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D verbessert die Fähigkeit der Haut, sich selbst vor UV-Strahlung zu schützen. Das Hautkrebsrisiko wird signifikant gesenkt. Wie man Vitamin D einnimmt und welche weiteren gesundheitlichen Vorteile man davon hat, kann man in meinem Artikel Winterdepression? Sonnenvitamin D für Hochsensible! nachlesen.

Fazit: Meide konventionellen Sonnenschutz

Das ernüchternde Fazit ist, dass konventioneller Sonnenschutz aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke gar nichts zu taugen scheint. Neben gesundheitsschädlichem UV-Schutz finden sich dort jede Menge anderer hautreizender und gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe. Davon sollte jeder Mensch und besonders Hochsensible, auf die sich dies noch viel stärker auswirkt, die Finger lassen.

Es gibt jedoch eine Reihe alternativer Methoden, mit deren Hilfe man sich rundum schützen kann, wenn man sie geschickt miteinander kombiniert. Und auf diese Weise kann man sich dann auch im Sommer rundum sorglos und wohl in seiner Haut fühlen!

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8 Gedanken zu „Perfekter Sonnenschutz für hochsensible Haut“

  1. Liebe Anne-Barbara,
    herzlichen Dank für deine Aufklärung und die guten Tipps.
    Ich fahre bald ans Meer mit hoffentlich Sonne….werde Deine Erkenntnisse auch gerne weitergeben an junge Familien.
    Spannend finde ich die Erkenntniss,was das Vitamin D u K bewirkt oder eben nicht,wenn wir zu wenig haben.Den Test habe ich gemacht u schau gleich mal,wie er ausgefallen ist.Herzlichen Dank für Deine wertvollen Inspirationen.
    Herzlichst Karin:)

    Antworten
    • Liebe Karin,

      vielen Dank für Dein Feedback, das mich sehr freut!

      Das mit dem Vitamin D ist wirklich sehr spannend. Hautärzte raten dazu, gar nicht mehr in die Sonne zu gehen, und wenn nur mit extrem hohem Lichtschutzfaktor. Dann bildet man aber gar kein Vitamin D mehr, kommt dadurch in eine Mangelsituation, die Haut kann sich nicht mehr vor UV-Strahlung schützen und das Hautkrebsrisiko steigt! Wenn man sich also vor Sonne schützt, muss man unbedingt Vitamin D einnehmen.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Hallo Barbara

    ist eigentlich HS jetzt bei diesem Wetter ständig schwül:-( noch stärker ausgeprägt als sonst? Dazu habe ich den Eindruck das ich vor der Umstellung auf die Sommerzeit weniger Probleme hatte…gibt es da Zusammenhänge?

    Liebe Grüße
    Jens

    Antworten
    • Hallo Jens,

      viele Hochsensible sind wetterfühlig. Und die Umstellung auf Sommerzeit wird von vielen Ärzten kritisch gesehen, weil das für Empfindliche eine nicht zu unterschätzende und noch dazu vollkommen unnötige Belastung darstellt… Aber wenn sich die EU einmal auf etwas geeinigt hat, wird das beibehalten, ob es Sinn macht oder nicht… :-(

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. ja das stimmt die große Macht der EU, da müßten sich schon mehrere Länder zusammensetzen das es abgeschafft wird. Aber wie gut das klappt konnte man ja auch schon in der Flüchtlingsdebatte sehen:-(
    und wie sehr beeinflußt uns der Mond…?

    Liebe Grüße
    Jens

    Antworten
    • Lieber Jens,

      auch wenn ich von Hochsensiblen immer wieder höre, dass sie Einflüsse des Mondes spüren, und das auch keinesfalls ausschließen möchte, widerlegen dies wissenschaftliche Studien. Mehr dazu hier:

      //dermond.at/index.php

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. Danke Barbara interessanter Link:-)
    demnach ist also der Weg zur Sonne ab dem zunehmenden Mond bis hin zum abnehmenden Mond am weitesten vielleicht „ist das die innere Spannung“…?
    Bei Studien ist es leider auch immer die Frage von wem wurden sie gemacht (arbeiten sie für Lobbyisten?):-(und unter welchen Umständen?

    Liebe Grüße
    Jens

    Antworten
    • Lieber Jens,

      ich fürchte, ich bin da die falsche Ansprechpartnerin, weil ich persönlich nicht mondfühlig bin. Von daher kann ich die Ergebnisse dieser Studien ziemlich gut nachvollziehen…

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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