Hast du Asperger-Züge? Mache den Test!

Als ich 2012 mit meiner Arbeit als Coach begonnen habe, wusste ich noch nichts von Asperger. Damals ist mir nur aufgefallen, dass es seltsamerweise zwei Sorten von Klient*innen gab. Die eine Sorte waren hochsensible Menschen, die relativ unkompliziert waren. Es ging ihnen nicht gut mit ihrer Hochsensibilität und sie wollten lernen, wie sie besser damit umgehen können. Natürlich trugen sie auch teilweise schwer an belastenden Lebensereignissen, deren Folgen wir dann gemeinsam auflösten. Bei der anderen Sorte hochsensibler KlientInnen war die Lage deutlich schwieriger. Ihre Hochsensibilität war irgendwie XXL. Sie hatten oftmals schwere Mobbing-Erfahrungen machen müssen, fühlten sich extrem anders als andere und ihre Schwierigkeiten ließen sich häufig nicht aufgrund ihrer Biografie erklären. Da hochsensible Menschen normalerweise sozial eher überdurchschnittlich kompetent sind, was die erste Sorte, die ich beschrieben habe, auch durchweg zeigte, machten mich folgende Aussagen der zweiten Sorte stutzig:

  • Andere Menschen sind mir ein Rätsel.
  • Ich finde es schwierig, mich mit Leuten zu verbinden, obwohl mir Gemeinschaft extrem wichtig ist.
  • Ich möchte gern auf Menschen zugehen können, ohne mich für beziehungsunfähig zu halten.
  • Ich verstehe Dinge anders als sie gemeint sind und andere verstehen nicht, was ich meine.
  • Ich habe große Schwierigkeiten, mich anderen zu öffnen.
  • Ich bin sozial nicht integriert, weil mir Gespräche in Gesellschaft zu anstrengend sind.

Prinzipiell bin ich schon seit einigen Jahren mit dem Thema Asperger vertraut, weil jemand in meinem näheren Umfeld Asperger hat. Doch erstens ist dieser Mensch männlich, zweitens ein Computer- und Zahlen-Geek und ist damit drittens eine 100%ige Repräsentation des gängigen Asperger-Klischees. Die Frauen und Männer, mit denen ich es beruflich zu tun hatte und habe, sind anders. Sie interessieren sich für alles mögliche, aber nicht unbedingt für Zahlen, und sie sind zu 80% weiblich. Ende 2018 erzählte ich einer dieser Klientinnen zufällig von dem Asperger-Fall in meinem Umfeld. Sie wurde blass und ganz still und meinte: „Das habe ich auch.“

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Sie hatte höchstwahrscheinlich recht! Mir wurde schlagartig klar, dass dies viele meiner Klient*innen betrifft und dass sich Asperger anscheinend bei Frauen deutlich anders äußert als bei Männern. Ich begann die Literatur zu wälzen und mein Verdacht bestätigte sich.

Was ist das Asperger-Syndrom?

Asperger ist eine Weise des Seins, die im Autismus-Spektrum verortet ist. Leider lassen sich die Symptome nicht so eindeutig beschreiben wie bei anderen psychischen Auffälligkeiten, z.B. einer Depression. Da gibt es ganz klare Kriterien, ab wann man von einer Depression spricht. Im Autismus-Spektrum ist das anders. Es handelt sich dabei um ein weites Feld ganz unterschiedlicher Menschen, das von schwer Behinderten über mittelschwere Fälle, die mit gewissen Einschränkungen auch allein leben können, bis hin zu fast unauffälligen Personen reicht. Und Asperger befindet sich am äußersten Rand dieses Spektrums an der Grenze zur Normalität.

Beim Asperger-Syndrom läuft das Gehirn unter einem grundsätzlich anderen Betriebssystem. Asperger*innen haben oft besondere Gaben, sind überdurchschnittlich intelligent und haben ausgeprägte Spezialinteressen, in denen sie richtig gut sein können. Typisch ist eine starke Detailwahrnehmung, was einerseits eine Stärke ist, aber auch Schwierigkeiten bereiten kann, das Große Ganze zu sehen.

Das Problem, das Asperger-Betroffene vor allem haben, ist, dass das menschliche Sozialverhalten beim „Asperger-Betriebssystem“ nicht „vorinstalliert“ ist: Sie kommen ohne angeborenes Sozialverhalten auf die Welt. Das heißt, dass Asperger*innen Sozialverhalten erst lernen und bewusst anwenden müssen, während neurotypische (d.h. die „normalen“ Menschen außerhalb des Spektrums) dies intuitiv beherrschen. Oft herrscht bei Asperger*innen eine große Diskrepanz zwischen der eigentlich hohen Intelligenz und der Fähigkeit, sich mit anderen zu verbinden und zu kommunizieren. Eine meiner Kursteilnehmerinnen beschreibt dies so:

Für mich fühlt sich Sozialverhalten wie ein großes, graues Etwas an, manchmal bin ich völlig orientierungslos und grüble darüber, was ich wohl richtig und falsch gemacht habe. Es ist nicht greifbar, rinnt wie Sand durch meine Hände. Irgendwie muss ich bei anderen „abgucken“ wie’s geht und frage mich, woher die das haben und warum gerade so oder wäre allein nicht auf die Idee gekommen, dass es so gehen könnte. Ich fühle mich hin und wieder komisch. Oder so, als gäbe es keine Schnittmenge, als würde ich an den anderen vorbei reden, während die einander zu verstehen scheinen. Verrückt. 

Ich bin sehr froh, dass sie mir gestattet hat, sie hier zu zitieren. Denn das beschreibt es sehr gut und macht es auch für Neurotypische verständlich, wie es sich anfühlt.

Bei schwacher Ausprägung ganz am äußersten Rand des Spektrums können Asperger*innen so gut in Sozialverhalten werden, dass sie fast gar nicht auffallen. Trotzdem leiden sie große innere Nöte, denn Sozialverhalten ist für sie sehr anstrengend und mit viel Reflexion und Selbstzweifeln verbunden. Sie werden niemals diagnostiziert, obwohl sie es womöglich ihr Leben lang sehr schwer haben und noch dazu absolut nicht wissen, was mit ihnen los ist.

Asperger ist oft mit extremer Hochsensibilität verbunden

Es gibt Asperger, die absolut nicht hochsensibel oder sogar untersensibel sind, z.B. was das Schmerzempfinden oder die Wärme- und Kälte-Wahrnehmung betrifft. Ich nehme aber an, dass alle Betroffenen, die diesen Artikel lesen, zu der Sorte von Aspergern gehören, die hochsensibel sind, sonst wärst du ja nicht auf dieser Seite gelandet.

Da das Gehirn von Asperger-Betroffenen sowohl geistig als auch emotional extrem hyperaktiv ist, kommt es oft vor, dass auch die Hochsensibilität sehr stark ausgeprägt ist. Dazu gehören Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit und die Neigung, dass man sehr schnell reizüberflutet ist. Und wenn jetzt jemand eigentlich Asperger hat, aber so nah am Rand des Spektrums steht, dass er oder sie unauffällig bleibt und nie diagnostiziert wird, landet dieser Mensch automatisch in der Hochsensibilitäts-Szene, denn es gibt große Gemeinsamkeiten zwischen Hochsensiblen und Asperger*innen. Ich schätze, dass ca. 40% aller Hochsensiblen Asperger-Züge haben bzw. undiagnostizierte Asperger-Fälle sind.

Hochsensible Asperger*innen sind oft sehr empathisch

Es gibt ja das Klischee vom unempathischen Asperger, der nur um sich selbst kreist, und dieses Klischee wird bei den meisten Artikeln, die ich im Netz gelesen habe, immer wieder durchgekaut. Oftmals sagen mir Klient*innen, mit denen ich über meinen Asperger-Verdacht spreche: „Das kann nicht sein. Ich bin doch so empathisch.“ Bis jetzt ist mir noch niemand mit Asperger begegnet, der empathielos gewesen wäre. Meist handelt es sich dabei um eine Fehlinterpretation, die von Außenstehenden vorgenommen wird.

Ein Beispiel: Ich zeige jemandem mit Asperger ein Foto von einem kleinen Jungen beim Friseur mit angsterfülltem Gesicht, während der Friseur die Schere zückt. Der Asperger-Betroffene zeigt keine Empathie und meint: „Was hat der Junge denn, Haare schneiden tut doch nicht weh!“ Ich erkläre, dass der Junge nicht Angst vor Schmerz hat, sondern davor, dass zu viel Haare abgeschnitten werden. Antwortet der Asperger-Betroffene: „Ach so, der Arme!“ Sprich: Der Asperger-Betroffene hat erst keine Empathie gezeigt, weil er aufgrund seiner Schwierigkeiten, soziale Situationen richtig einzuschätzen, nicht verstanden hat, was los ist. Sobald der Groschen gefallen war, war er ganz normal empathisch.

Oder ein*e Asperger*in ist so extrem sensibel, dass er*sie das Leid anderer Leute einfach nicht ertragen kann, weil dies sofort zu extremer Reizüberflutung führt. In diesem Fall kann es sein, dass der*die Asperger*in sich vorübergehend abschirmt, um sich zu schützen. Später, wenn die Sache verarbeitet wurde, und sich dieser Mensch wieder öffnen kann, ist er*sie vielleicht sogar empathischer als andere. Nach meiner Erfahrung sind Asperger*innen genauso viel oder wenig empathisch wie alle anderen Menschen auch.

Asperger*innen können ausgeprägte Spezialinteressen in vielfältigen Bereichen haben

Der klassische Asperger-Typ, auf den auch die meisten Online-Tests und Fragebögen abzielen, ist der Zahlenfreak. Oft sind diese Menschen Computer-Geeks, Ingenieur*innen oder Wissenschaftler*innen. Doch die Spezialinteressen können sich auch in ganz anderen Bereichen abspielen. Ich kenne Asperger*innen, die sich für Spiritualität, Pädagogik, Psychologie, Sprachen, Sport, Malerei, Kunst, Schauspiel u.v.m. interessieren und es in diesen Bereichen zu einer ausgesprochenen Expertise gebracht haben, die sie sogar in ihrem Beruf erfolgreich sein lässt.

Es gibt aber auch Asperger*innen ohne ausgeprägte Spezialinteressen oder Begabungen. Bei ihnen bemerkt man häufig nur ein recht rigoroses Denken mit ausgeprägten Vorstellungen, wie etwas zu sein hat, und dass es Schwierigkeiten bis hin zu Wut bereitet, wenn Dinge und Menschen sich dann doch anders verhalten.

Asperger äußert sich bei Frauen anders

Aspergirls sind oft deutlich weniger auffällig als ihre männlichen Pendants. Das liegt zum einen daran, dass sie besser in Sozialverhalten sind und auch als Frauen einem höheren Druck, einer Rollenerwartung, stehen, dies zu lernen. So sieht es von außen oft so aus, als seien sie relativ normal, doch im inneren sind sie voller Selbstzweifel und überanstrengen sich in sozialen Situationen.

Zum anderen haben Aspergirls meist pragmatischere und lebensnahere Spezialinteressen. Wenn ein männlicher Asperger alle Straßenbahnhaltestellen seiner Stadt auswendig kann und auch noch stolz darauf ist, erscheint das neurotypischen Menschen reichlich sinnentleert. Er geht ihnen damit auf die Nerven und jeder merkt gleich, dass dieser Mann anders ist. Wenn aber Frauen z.B. Spezialinteressen wie Literatur, Sprachen oder Psychologie entwickeln, bewundert man sie dafür, wie tief sie sich in diese Gebiete hineinarbeiten und wie gut sie sich darin auskennen.

Übrigens kenne ich auch einige Männer, die diese eher weibliche Asperger-Ausprägung aufweisen. Sie haben als Spezialinteresse z.B. Psychologie und sind dadurch, ähnlich wie ihre weiblichen Pendants, sozial viel kompetenter und unauffälliger als andere Asperger-Betroffene. Doch im Inneren ist es bei ihnen genau das gleiche – sie sind in sozialen Situationen schnell überfordert und überanstrengt.

Hast du Asperger-Züge? Mache den Test!

Da so viele Hochsensible, mit denen ich zu tun habe, Asperger-Züge aufweisen, habe ich einige Testfragen entwickelt, die eine erste Einschätzung geben können. Natürlich ersetzen diese keine Diagnose, geben aber Hinweise darauf, ob bei deiner Hochsensibilität auch noch Asperger mitspielen könnte. Dieser Test ist auch für Frauen mit Asperger geeignet. Bitte beantworte dir in einem ruhigen Moment die folgenden Fragen:

  1. Fühlst du dich sehr anders als andere?
  2. Bist du dir oft unsicher, ob du dich in sozialen Situationen richtig verhalten hast und grübelst noch lange darüber nach?
  3. Fühlst du dich eher als Frau bzw. als Mann oder als Mensch?
  4. Hattest du als Kind viele Freunde und hast du normal mit ihnen gespielt?
  5. Wie leicht fällt es dir, Freunde/potenzielle Partner*innen zu finden?
  6. Machst du Dinge lieber allein oder mit anderen zusammen?
  7. Hast du ausgeprägte Spezialinteressen, in denen du ganz und gar aufgehst?
  8. Wie gut kannst du mit Veränderungen umgehen?
  9. Hast oder hattest du mit Essstörungen zu tun?
  10. Hast du Probleme mit Augenkontakt?

Die Auflösung zum Test der Asperger-Züge findest du unter dem Bild, das ich eingefügt habe, damit du erst einmal nur die Fragen siehst:

Die Auflösung

  1. Fühlst du dich sehr anders als andere?
    Ausschließlich Hochsensible antworten hier in etwa so: „Ich fühle mich schon anders als andere, aber nicht sehr anders.“ Menschen mit Asperger-Zügen antworten mit einem klaren „Ja“. Das liegt daran, dass hochsensible Menschen eben nur um einiges feinfühliger als andere sind, aber nicht grundsätzlich anders denken. Asperger*innen hingegen verfügen über ein vollkommen anderes Betriebssystem und ticken tatsächlich ziemlich anders als andere.
  2. Bist du dir oft unsicher, ob du dich in sozialen Situationen richtig verhalten hast und grübelst noch lange darüber nach?
    Wenn du diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantwortest, kann das ein Asperger-Zug sein. Auch Hochsensible reflektieren ihr Verhalten und das anderer Menschen gründlich, kommen aber am Ende zu einem Schluss und sind sich dann auch sicher. Bei Hochsensiblen findet das aber nicht ständig, sondern eher in schwierigen, herausfordernden Situationen statt, während diese Unsicherheit bei Asperger*innen schon bei eigentlich alltäglichen Situationen auftritt.
  3. Fühlst du dich eher als Frau/Mann oder als Mensch?
    Ausschließlich hochsensible Frauen antworten hier klar „als Frau“. Hochsensible Männer fühlen sich auch eher in erster Linie als Mann, haben aber manchmal Hemmungen, dies vor sich und anderen zuzugeben. Denn nach der Feminismus-Bewegung und Me-Too hat Männlichkeit ein unmenschliches Image, sodass es Männern peinlich sein kann, sich als Mann zu fühlen. Asperger*innen antworten wie aus der Pistole geschossen „natürlich als Mensch“. Dies ist ein interessantes Phänomen, da die Geschlechterrollen ein erlerntes Sozialverhalten darstellen. Asperger*innen bekommen davon weniger mit oder entscheiden sich dagegen, wenn sie es mitbekommen. Sie sind das einzige Mädchen im Physik-Leistungskurs oder der einzige Junge, der sich mehr für Handarbeiten als für Werken interessiert etc. Viele Aspergerinnen sehen jungenhaft aus und legen keinen Wert auf Äußerlichkeiten. Kleidung und Haarschnitt müssen eher bequem und praktisch sein. Oder sie kleiden sich extravagant nach eigenen Vorstellungen, die nicht unbedingt etwas mit der Mode zu tun haben. Natürlich kann Mode auch ein Spezialinteresse von Aspergerinnen sein. In diesem Fall sind sie natürlich sehr modisch gekleidet. :-)
  4. Hattest du als Kind viele Freunde und hast du normal mit ihnen gespielt?
    Da können Hochsensible und Asperger*innen recht ähnlich antworten. Beiden kann es im Kindergarten zu laut und zu hektisch zugehen, sodass sie aufgrund von Reizüberflutung den Rückzug antreten. Wenn du aber klar sagen kannst, dass Du keine oder nur sehr wenige Freunde hattest und Schwierigkeiten, dich auf die „seltsamen“ Spiele der anderen Kinder einzulassen, ist das ein klarer Asperger-Zug.
  5. Wie leicht fällt es dir, Freunde/potenzielle Partner*innen zu finden?
    Asperger*innen antworten hier: „Sehr schwer.“ Hochsensible meinen, es sei nicht immer leicht, aber es geht.
  6. Machst du Dinge lieber allein oder mit anderen zusammen?
    Asperger*innen neigen dazu, Dinge lieber allein zu tun, während ausschließlich hochsensible diese Frage mit „mal so, mal so“ beantworten.
  7. Hast du ausgeprägte Spezialinteressen, in denen du ganz und gar aufgehst?
    Asperger antworten hier meist mit einem klaren „Ja“, ausschließlich Hochsensible eher mit nein.
  8. Wie gut kannst du mit Veränderungen umgehen?
    Asperger können schlecht mit Veränderungen umgehen. Wenn der Tag anders läuft als geplant, kann dies sogar zu Panikattacken führen. Auch die ersten Urlaubstage in einer fremden Umgebung, Umzüge oder neue Einrichtungsgegenstände können belastend sein. Hochsensible legen oft ebenfalls Wert auf einen geregelten Ablauf, sie können aber auch ausgesprochen spontan sein.
  9. Hast oder hattest du mit Essstörungen zu tun?
    Christine Preißmann schreibt in ihrem Buch Überraschend anders: Mädchen & Frauen mit Asperger*, dass jede 4. Essstörung eine Folge von Asperger ist. Wenn du diese Frage mit „ja“ beantwortet hast, hast du also eine 25%ige Wahrscheinlichkeit, betroffen zu sein. Solltest du auch bei einigen der übrigen Fragen Asperger-Züge an dir festgestellt haben, ist es gut möglich, dass du von Asperger betroffen bist.
  10. Hast du Probleme mit Augenkontakt?
    Bei Asperger gibt es zwei Varianten von Auffälligkeiten mit dem Augenkontakt:
    a) Den einen fällt es schwer, anderen in die Augen zu sehen. In der Folge meiden sie Augenkontakt. Das wird dann als unhöflich oder abweisend interpretiert. Mein Tipp: Vielen mit diesem Problem hilft es, wenn sie den Leuten einfach auf die Stirn schauen statt in die Augen. Das Gegenüber merkt das kaum. Meine Vermutung ist, dass Augenkontakt unangenehm ist, wenn man schlecht Mimik lesen kann. Dann ist dieser einfach nur reizüberflutend.
    b) Bei den anderen ist es so, dass sie einen sehr starren Blickkontakt halten, von dem andere sich bedrängt fühlen können. Wenn du also öfters gesagt bekommst, dass du starrst oder einen „zu intensiven“ Blick hättest, wäre das auch ein mögliches Asperger-Zeichen. Meine Vermutung ist, dass diejenigen, die starren, relativ gut im Mimiklesen sind, aber eben sehr genau hinsehen müssen.

Asperger-Züge – was nun?

Wenn dir durch diesen Blog-Artikel aufgefallen sein sollte, dass du Asperger-Züge hast und womöglich im Spektrum bist, würde ich dir raten, erst einmal mehr darüber zu lesen. Wenn du bereits erwachsen bist und nie jemand den Verdacht hatte, dass bei dir so etwas sein könnte, bist du wahrscheinlich nur sehr leicht betroffen. Das Problem mit allen Büchern, die ich dir unten empfehle, ist dann, dass in ihnen die volle Ausprägung der Symptomatik geschildert wird, die du wahrscheinlich nicht hast. Du wirst dann manchmal denken „Ja, das trifft voll auf mich zu“ und manchmal wieder „Nein, das kann nicht sein, so bin ich überhaupt nicht“. Trotzdem kann es sein, dass du Asperger-Züge hast und dass du sogar im Autismus-Spektrum bist. Denn deswegen heißt es eben „Autismus-Spektrum“, weil das Spektrum so breit ist. Und je näher du dich am Rand befindest, desto weniger ausgeprägt ist deine Symptomatik, und es können auch typische Symptome ganz fehlen. Zum Abgleich findest du hier noch einmal die Symptome der Hochsensibilität.

Es gibt Berge an Literatur zum Thema. Das Problem ist, dass Autismus noch immer ein Phänomen ist, das selbst von Psychologen schlecht verstanden wird, siehe den Abschnitt über Empathie oben, die Asperger*innen und AutistInnen oft zu Unrecht abgesprochen wird. Deswegen empfehle ich nur Bücher, die entweder von Betroffenen geschrieben wurden oder von Expert*innen, die Asperger*innen und Autist*innen gegenüber positiv und ressourcenorientiert eingestellt sind.

Wenn du dich in der Literatur wiederfindest, kannst du dir überlegen, ob du eine Diagnose haben möchtest. Viele brauchen das nicht. Es reicht ihnen, es für sich selbst zu wissen, sich selbst endlich besser zu verstehen und einige Stellschrauben im Leben zu ändern, um besser klar zu kommen. Wenn du starke Beeiträchtigungen und einen hohen Leidensdruck hast, kann eine Diagnose Sinn machen. Erstens bekommst du dann Therapien und weitere Unterstützung als Kassenleistung, zweitens kannst Du einen Behinderten-Ausweis beantragen, was Dir Erleichterungen auf der Arbeit und mehr Urlaubstage einbringt. Eine Diagnose hat aber auch Nachteile: Z.B. werden dich einige Versicherungen nicht mehr annehmen. Überlege dir also gut, was du tust.

Wenn du dich für eine Diagnose entscheidest, sind die Autismus-Ambulanzen der großen Uni-Kliniken und einige wenige speziell dafür ausgebildete Psychiater dafür zuständig. Gerade bei Frauen ist Asperger oft sehr schwer zu diagnostizieren, weil sie sozial um einiges komptetenter als ihre männlichen Pendants sind. Als Frau solltest du dir jemanden suchen, der in der Diagnostik von Erwachsenen und Frauen erfahren ist. Du kannst dich auch in Autismus-Therapiezentren und bei diversen Beratungsstellen über weitere Möglichkeiten beraten lassen. Adressen findest du hier:

Bundesverband Autismus Deutschland e.V.

Bitte sei sehr vorsichtig, wem du über deine Asperger-Züge erzählst. Ich würde zunächst nur mit engen Vertrauten darüber sprechen. Denn die meisten Leute haben völlig falsche Vorstellungen von Asperger. Du würdest mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer falschen Schublade landen und eine Stigmatisierung davon tragen. Outen macht nur in den Fällen Sinn, wo die Auffälligkeiten und der Leidensdruck groß sind. Denn da kann man durch das Benennen des Phänomens auf mehr Rücksichtnahme hoffen.

Literaturempfehlungen

Ein sehr empfehlenswertes Grundlagenwerk, auch für Betroffene:

Das Asperger-Syndrom: Das erfolgreiche Praxis-Handbuch für Eltern und Therapeuten*

 

Viele Fallbeispiele auch von berühmten Persönlichkeiten, gibt einem ein gutes Feeling für das Thema:

Geniale Störung: Die geheime Geschichte des Autismus und warum wir Menschen brauchen, die anders denken (Taschenbücher)*

 

Weiblicher Asperger:

Aspergirls: Die Welt der Frauen und Mädchen mit Asperger*

 

Überraschend anders: Mädchen & Frauen mit Asperger*

 

Web-Artikel:

How our autistic ancestors played an important role in human evolution

Am Ende des unten verlinkten Artikels gibt es einige Links zu weiteren Artikeln, die alle ebenfalls hochinteressant sind. Dort erfährst du einiges über das andere „Betriebssystem“ bei Asperger und Autismus:

Autismus: Gehirn, Gehirnentwicklung

Wie sieht es bei dir aus, konntest du Asperger-Züge bei dir entdecken? Wie immer freue ich mich über deinen Kommentar! Ich würde dir bei diesem Thema aber raten, unter einem Nickname zu posten, damit niemand nachvollziehen kann, um wen es sich handelt.

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36 Gedanken zu „Hast du Asperger-Züge? Mache den Test!“

  1. Hallo Frau Kern,

    also ich habe mal drei Tests gemacht, wobei der erste 29 hatte – also kratzend zum Übergang zu AT – dann hatte ich einen detaillierten gehabt mit 34 von 50 und beim letzten, der nochmal detaillierter war, hatte ich 136 Punkte von 200 für AT und 77 von 200 bei NT. Zwei Fragen wusste ich nicht zu beantworten, aber das Ergebnis hätte sich ja eh nicht groß verändert. Ich war sehr erstaunt darüber. Wenn ich so über mich nachdenke, hatte ich seit dem Kindergarten Probleme mit Mobbing, außer in der H10a-Klasse gehabt. Körperliche Gewalt hatte ich auch erlebt und hatte mich bei dem Jungen nie gewehrt und glaube ich nicht mal gesagt, dass er es lassen sollte. In der vierten Klasse sollten wir mal eigene Gedichte versuchen zu verfassen, welche dann aufgehängt wurden. Ich war so verdammt stolz darauf. Unabhängig davon – denn das Gedicht war meines Erachtens sehr gut gelungen, laut meiner Mutter, war ich recht faul, was den Satzbau langer Sätze betraf und wollte diese dann nicht mehr korrigieren. Heute habe ich keine Probleme mehr damit und formuliere sogar sehr komplexe Satzstrukturen, sodass Schreiben zu einen meiner wesentlichen Hobbies geworden ist, neben dem Malen (spezielle Themengebiete), Psychologie und mit einem gewissen Anteil an Fotografie (Shootings, die ich in die Wege leite oder auch Aufnahmen von gewissen Details, aber auch beim Malen). Insgesamt habe ich etliche eigene Projekte, die nur auf ihre Fertigstellung warten, jedoch habe ich aufgrund vieler Ideen meinerseits, leider oft ein erschlagenendes Gefühl, obwohl ich diesen gerne nachgehen würde. Beim Sprechen mit anderen, war ich oft verängstigt und hatte Probleme beim Formulieren, etwas falsch zu machen, sodass ich manchmal ins stocken (versprechen) oder sogar – ganz schlimm – stottern kam. Ich habe verhältnismäßig ewig gebraucht um auch Erlebnisse vor meiner versammelten Familie in Ruhe und ohne dann ins stottern zu kommen, was meinen Blutdruck wiederum antrieb und ich Angst hatte, dass die Leute mich nun als komisch betitelten.

    Ich fühlte mich oft allein – ab und zu jetzt noch – jedoch hatte ich ungefähr als Sechsjährige (oder älter) die Angewohnheit alleine früh morgens am Wochenende herunterzugehen und ein Eis während eines meiner Lieblingsprogramme zu schauen. Meine Mutter kam dann auch leider wenig später herunter und dabei war ich ziemlich genervt. Eine Essstörung hatte ich bzgl. meiner Schwester erlangt, als sie mich zwang aufzuessen, obwohl die Portion zu groß für mich war und Reis auch noch dabei war – und das Gefühl beim Schlucken von Reis hasste ich einfach. Esstechnisch wage ich mich ungern an Neues heran, aus Angst vor Enttäuschung. Daher bestelle ich fast überall immer wieder das Selbe. Klumpen, etc. bringen mich beispielsweise zum Würgen. Generell empfinde ich kochen momentan eher als Plage, da man objektiv gesehen mehr mit Vorbereitung, dem Kochprozess und dem Aufräumen beschäftigt ist, als mit dem eigentlichen Prozess des Essens. Deshalb habe ich mich mit dem Thema noch nicht viel beschäftigt, werde ich aber aufgrund meiner aktuellen Babyplanung recht bald machen.
    Beziehungstechnisch habe ich es bei meiner ersten Beziehung (diese hielt leider nur sehr kurz) nicht gemocht, dass mich mein Partner von hinten kommt, umarmt und fragt, wie ich geschlafen habe. Ich habe mich darin selbst nicht verstanden, wie ich bemerkte. Leider hat sich danach keine weitere, richtige ergeben. Obwohl ich sehr treu, ehrlich, hilfsbereit, liebe- und humorvoll bin, wie auch alte Werte durchaus begrüße. Grundsätzlich verstehe ich auch nicht, wie Leute eine lange Beziehung führen können, bzw. wie sie das machen.

    Geräusch- und lichtempfindlich bin ich leider extrem. Unordnung hasse ich überaus, nur fällt mir Ordnung schaffen (extremer Stress) leider sehr schwer und vor allem leider in der Küche. Zum Glück habe ich aber aktuell eine Geschirrspülmaschine. Desweiteren habe ich das Gefühl nicht so viel Energie wie andere zu haben, sodass ich mich relativ oft erholen muss. Beruflich habe ich auch mal die Erfahrung in der Ausbildung gemacht, dass ich im letzten Lehrjahr beschuldigt wurde, dass ich böse schauen würde, wie auch böse klingen, wobei ich das gar nicht so meinte und auch nicht bewusst tun würde, da es keinen Grund dafür gab. Somit war das letzte Lehrjahr – besonders das letzte Halbjahr – sehr mit übertriebenem Lächeln und die Stimme anheben, verbunden.
    Aktuell bin ich wieder in der Orientierungsphase und bin etwas überfordert mit allem, was zu mir passen könnte.

    Ein hohes Gerechtigkeitsempfinden habe ich, lüge nicht, bin aber oft traurig von der jetzigen Generation und wie Leute einen oder einander behandeln.

    Vielleicht haben Sie ja eine Ahnung, wie man meine Lage betiteln kann.

    Ganz liebe Grüße,

    Rike

    Antworten
    • Liebe Rike,

      vielen Dank für Ihren ausführlichen Bericht! Ich denke, da scheinen einige Asperger-Züge bei Ihnen vorhanden zu sein, so wie Sie es beschreiben… Dass Sie es mit anderen Menschen nicht leicht haben, dass Sie geräusch- und lichtempfindlich sind, dass Ihnen Hausarbeit schwer fällt, bestimmte Speisen nicht schlucken können wegen der Konsistenz u.v.m. Ich hoffe, das hilft Ihnen erst einmal weiter, und wenn Sie noch Fragen haben, immer gern! :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Liebe Anne-Barbara,
    vielen Dank für den Artikel. Endlich finde ich die Worte für etwas, was mich schon sehr lange beschäftigt. Ich bin 51 Jahre, männlich und hatte bislang keine Ahnung, dass ich Asperger haben könnte. Wobei meine Version recht harmlos ist, wenn ich mir die Kommentare so durchlese. Ich habe mich jedoch schon immer anders gefühlt und die „Nebelstocherei“ beim Herausfinden, was mein Gegenüber eigentlich möchte, hat mich schon immer gestresst. Ich habe mich immer wieder gefragt, warum mein Gegenüber mir nicht einfach sagen kann, was er/sie haben möchte.

    Auslöser war für mich der Film „Wochenendrebellen“. Darin geht es um einen Jungen mit Autismus. Nach dem Film dachte ich mir „das habe ich auch, nicht so extrem, aber das habe ich auch“.

    Ein Aspekt kam mir sehr bekannt vor. Der Junge hatte Regeln, die sein Leben strukturieren. Es kann jedoch vorkommen, dass sich Regeln gegenseitig im Weg stehen. Der Junge hat das mit „war in my head“ beschrieben. Das kam mir sehr bekannt vor. Meine Regeln drehen sich vor allem um soziale Interaktion und stören mein sonstiges Leben kaum. Ein Beispiel: ich habe die Regel, dass ich bekannte Menschen begrüssen und die Regel, dass ich niemanden stören möchte. Wenn ich jetzt eine:n Bekannte:n treffe, der:die gerade mit etwas beschäftigt ist, dann weiss ich nicht, was ich machen soll. Wenn ich mich an Regel 1 halte, dann breche ich Regel 2. Halte ich mich an Regel 2, dann breche ich Regel 1. Die Regeln bekämpfen sich dann gegenseitig und ich weiss nicht, wie ich mich verhalten soll – „war in my head“.

    Eine weitere Szene kam mir erst ein bisschen befremdlich vor. Der Junge ist in einer Uni und trifft auf eine Sekretärin. Er möchte jedoch den Professor sehen und entgegnet der Frau sehr barsch „Den Professor“. Dem Jungen war gar nicht bewusst, dass er die Frau mit seinem Verhalten und dem Ton verletzt hat. Erst in der Reflexion sind mir Parallelen zu mir aufgefallen. Seitdem habe ich öfters auch bei mir beobachtet, dass ich mich im Ton vergreife und dass ich meine Aussage auf den Kern reduziere. Ohne diese komischen und energieraubenden Füllwörter wie „könnte ich bitte..“ oder „wäre es möglich, dass…“. Dummerweise war mir das in der Vergangenheit nicht aufgefallen, erklärt aber so einige verstörte Gesichter meiner Gegenüber.

    Nach einer kurzen Recherche bin ich auf ihren Artikel gestossen. Eine Hochsensibilität habe ich (noch) nicht gefunden, halte mich aber für sehr empatisch – wenn ich eine Situation denn richtig einschätze. Beim Test habe ich 8/10. Beim Lesen der 3. Frage musste ich lachen. Schon seit Monaten beschäftigt mich die Frage, warum eigentlich immer zwischen Mann und Frau unterschieden wird. Für mich sind wir alle Menschen. Ich weiss, dass es körperliche Attribute gibt, um einen Menschen als Mann oder Frau zu klassifizieren, aber ansonsten unterscheide ich die beiden nicht.
    Eine Spezialisierung konnte ich bei mir noch nicht feststellen und Esstörungen hatte/habe ich auch keine.

    Die Aufzählung der Aussagen im ersten Kasten sowie die Aussage Ihrer Klientin kann ich voll nachvollziehen. Mein ganzes Leben habe ich mich schon gewundert, dass es mir so schwer fällt, mich mit anderen zu „connecten“. Ihre Aussage beschreibt das sehr gut
    „Oft herrscht bei Asperger*innen eine große Diskrepanz zwischen der eigentlich hohen Intelligenz und der Fähigkeit, sich mit anderen zu verbinden und zu kommunizieren.“

    Und ich habe regelrecht aufgeatmet, als sie bemerkten,
    „Übrigens kenne ich auch einige Männer, die diese eher weibliche Asperger-Ausprägung aufweisen. „,
    denn mit den anderen Beschreibungen von Asperger kann ich mich nicht identifizieren.

    Auch folgende Aussage finde ich sehr zutreffend
    „Trotzdem leiden sie große innere Nöte, denn Sozialverhalten ist für sie sehr anstrengend und mit viel Reflexion und Selbstzweifeln verbunden. Sie werden niemals diagnostiziert, obwohl sie es womöglich ihr Leben lang sehr schwer haben und noch dazu absolut nicht wissen, was mit ihnen los ist.“

    Ich frage mich ständig, ob ich etwas tun darf. Darf ich einer Frau sagen, dass sie hüsch aussieht, ohne dass sie das als Anmache interpretiert. Darf ich meinen Brief mit „Liebe Grüsse“ beenden ohne dem anderen zu nahe zu treten. Da ich das selber nicht weiss, schaue ich immer, wie es andere mache und reflektiere mein Verhalten ständig. Ich habe mich daran gewöhnt, aber manchmal ist es schon anstregend. Vor allem in Gruppen ab 5 Personen und wenn ich diese nicht richtig kenne und dadurch nicht korrekt einschätzen kann.

    Vor zwei/drei Jahren habe ich einen Persönlichkeitstest gemacht und das Ergebnis war INFJ oder Advokat. Das beschreibt ja auch, dass man etwas anders ist als die anderen. Aber irgendwie hat sich die Erklärung nie vollständig für mich angefühlt. Es hat mir immer etwas gefehlt.

    Mit der Asperger Selbst-Diagnose fühle ich mich sehr gut. Ich sehe jetzt den Zusammenhang meiner vielen seltsamen Verhaltens-Dinge, die mir bislang nur als „Inseln“ aufgefallen waren und die ich mir nicht erklären konnte. Dadurch kann ich mein Verhalten weiter beobachten und Stellschrauben verändern und hoffentlich die verwunderten oder verstörten Gesichter meine Gegenüber reduzieren.

    Auch habe ich mich in der Vergangenheit oft unter Druck gesetzt, warum ich es nicht schaffe soziale Kontakte zu knüpfen. Jetzt weiss ich, warum es nicht geht. Es liegt zumindest nicht nur daran, dass ich introvertiert bin sondern eigentlich viel mehr an meinen Regeln, die mich oft davon abhalten etwas zu tun, was eigentlich von mir erwartet wird oder was ich gerne machen würde.

    Ich danke Ihnen für den Artikel und Ihre Worte.

    Liebe Grüsse

    Antworten
    • Hallo mein Lieber,

      vielen herzlichen Dank für das Teilen deiner Geschichte und dein nettes Feedback! Mich freut deine ausführliche Nachricht sehr, weil das, was du schreibst, für andere Betroffene hilfreich sein wird. Ja, klingt wirklich so, als hättest du jetzt eine Erklärung für all das gefunden.

      Da du nur ganz leicht betroffen bist, wirst du ab jetzt sicher vieles lernen können, was dein Leben und deinen Umgang mit anderen einfacher macht. In deinem Fall trifft es sicher zu, was Rudy Simone, eine bekannte Autorin zum Thema und selbst betroffen, schreibt: „Asperger ist nur schlimm, solange man nicht weiß, dass man es hat.“ In diesem Sinn wünsche ich dir eine richtig gute Zeit. Und wenn du noch Fragen hast, immer gern. :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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