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Kommentare

Hochsensibilität, Abgrenzung und Aggression — 4 Kommentare

  1. Liebe Barbara,

    ich war ein wenig erschrocken wie du das Beispiel mit deiner Klientin beschreibst. So ähnlich sass ich bei meiner Psychologin und habe von meinem Vater gesprochen. Überhaupt kenne ich es sehr gut andere Menschen vor mir selbst in Schutz zu nehmen. Ich hab für andere Menschen mehr Verständnis als für mich. Ich weiß auch woran das liegt (Erfahrungen in der Kindheit im Elternhaus, Schule usw). Es jedoch vom theoretischen Verständnis ins Herz zu bekommen, ist sehr schwierig. Ich arbeite daran. Meine Grenzen kann ich immer besser formulieren. Aber es ist echt ein Angang jedes Mal und kostet so viel Energie. Ich hoffe es geht mir irgendwann in Fleisch und Blut über.
    Du schreibst außerdem:
    „ Wenn wir uns über jemanden ärgern, stellen wir uns spontan vor, wie es wäre, diese Aggression einfach auszuleben. Dabei wird uns schnell klar, dass wir damit auch beim Gegenüber Ärger und Aggression auslösen. Das macht uns wiederum Angst. Deswegen ist an das Empfinden von Ärger und Aggression immer auch an Angst gekoppelt – es macht uns Angst, uns über andere zu ärgern, wir haben Angst, diese Beziehung zu gefährden, einen eskalierenden Konflikt zu provozieren und der Gegenreaktion unseres Gegenübers nicht gewachsen zu sein.“
    Es ist haargenau so. Ich bin bei meiner Psychologin zur Verhaltenstherapie wegen einer Angststörung. Sie hat mir sehr geholfen die Panikattacken zu überwinden. Im Moment kommen wir nur nicht wirklich weiter und ich werde auf ihre Empfehlung hin eine Traumadiagnostik machen.
    Ich habe das Gefühl in meinem Körper ist viel gespeichert. Körperlich bemerke ich das in verschiedenen Körperteilen mit Anspannung, die zu Schmerzen und Schwindel führen. Mein Osteopath hat schon viel bewirkt. Da sich jedoch die Spannung wieder aufbaut, bringt es nur kurzfristig etwas. Im Verhalten sehe ich bei mir zu schnelles Essen, schneller Reden, schnelles Spazierengehen. Als wenn ich weglaufe oder etwas schnell hinter mich bringen will, um wieder Ruhe zu haben. Abends geht es mir am Besten, weil ich weiß, dass ich nichts mehr tun muss, außer schlafen.
    So hoffe ich, dass die Möglichkeit einer Traumatherapie noch etwas Linderung bringt. Wenn nicht, möchte ich eine Möglichkeit finden, dass das ganze theoretische Verständnis, das ich über meine Situation habe, in mein Herz rutschen kann. (Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich nun mit HS und habe schon eine ganze Bibliothek und viel Wissen. Im Kopf. Nicht im Herz).
    Also vielen Dank, Barbara, über deinen Artikel, der wie so viele andere von dir mir wieder zeigt, dass ich ok bin und nicht allein.

    Liebe Grüße
    Christina

    • Liebe Christina,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback und Deinen Bericht! Tut mir leid, dass es Dir trotz allem, was Du bisher unternommen hast, noch nicht gut geht. Ich denke, dass es für Dich ganz wichtig sein könnte, mit Deinem Ärger in Kontakt zu kommen. Ich habe eine kleine Übung für Dich:

      Nimm Dir bitte eine Situation mit irgendeinem Alltagsärger vor, also nicht gleich in den Kern Deiner Probleme gehen! Einfach etwas Kleines, was Dich hätte ärgern müssen. Und dann setzt Du Dich hin, schließt Deine Augen und öffnest Dich ganz und gar für Dich und Deine Gefühle. Lasse Deinen Ärger hochkommen und spüre ihn einfach nur. Du bist absolut sicher, weil Du ja nicht handelst, sondern ihn nur spürst. Gefühle, die man ganz und gar zulässt, sind nach fünf Minuten wieder vorbei. Halte diese fünf Minuten durch und spüre den Ärger. So kommst Du wieder in Kontakt mit Deinen Gefühlen und Deiner Position im Leben. Wenn das geklappt hat, kannst Du Dir nach und nach schwierigere Situationen vornehmen. Ich hoffe, das hilft Dir erst einmal weiter!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Ich stelle gerade erstaunt fest dass ich auch oft das Verhalten meiner Mutter mir gegenüber oft damit heruntergespielt habe indem ich erklärt habe dass sie selbst auch schon viel durchgemacht hat und es mit ihrer eigenen Mutter nicht leicht gehabt hat.
    Nun, das ist lediglich eine Erklärung aber keine Entschuldigung. Es ist nie zu spät an sich zu arbeiten und ein besserer Mensch/eine bessere Mutter zu werden. Sie hätte das tun können, hat sie aber nicht und ich habe ein recht darauf mich darüber zu ärgern.

    Vielen, lieben Dank.

    • Liebe Yvonne,

      danke Dir für Deinen Bericht! Genau, nur weil man eine schwierige Kindheit hatte, ist das kein Grund, sich schlecht zu benehmen. Wir haben alle auch eine Wahlmöglichkeit und können sehr wohl an uns arbeiten. Du darfst Dich über sie ärgern! :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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