Drei Schritte zur Entschleunigung für hochsensible Nerven

Hochsensible Gehirne sind aufgrund ihrer genetischen Disposition sehr aktiv, denn aufgrund unserer erniedrigten Reizschwelle bekommen wir mehr mit und denken auch gründlicher darüber nach. Das ist auf der einen Seite eine Gabe. Andererseits bringt dies aber den Nachteil mit sich, dass wir nicht leicht zur Ruhe kommen. Da dürfen wir gut auf uns aufpassen und gegensteuern, gerade in der heutigen Zeit, die durch das Internet, die Digitalisierung der Arbeitsplätze und die sozialen Netzwerke eine immer größere Beschleunigung mit sich bringt. All diese Neuerungen sollten uns ja theoretisch Zeit einsparen. Wir müssen keine Briefe mehr von Hand schreiben, sie in einen Umschlag stecken, eine Briefmarke darauf kleben, sie zum Briefkasten bringen und dann mehrere Tage auf eine Antwort warten. Das geht heute im Sekundentakt per Email, SMS, Whatsapp etc. Doch wir sparen keine Zeit, es entsteht eine vollkommen andere Dynamik: Während es früher normal war, wenig Post zu bekommen, auf die erst nach ein paar Tagen eine Antwort erwartet wurde, erreichen uns heutzutage viel, viel mehr Nachrichten, auf die wegen der technischen Möglichkeiten eine prompte Antwort erwartet wird. Und das ist nur ein Beispiel von vielen! Unsere Welt beschleunigt sich so immer weiter, und als Hochsensible sind wir ohnehin schon anfällig für Reizüberflutung. Dem Trend zur Beschleunigung aktiv gegenzusteuern ist für uns überlebenswichtig!

Warum unser Gehirn uns antreibt

Dass Beschleunigung ansteckend ist und es nicht leicht fällt, sich ihr zu entziehen, hat mehrere Gründe. Erstens neigen die Gehirne hochsensibler Menschen per se zum Hirnrasen. Mehr darüber kannst du in meinem Artikel Hochsensibles Hirnrasen nachlesen. Zweitens leben wir in einer narzisstischen Gesellschaft, und die meisten von uns (inklusive meiner Person) haben deswegen auch narzisstische Antriebe, die uns, wenn wir nicht aufpassen, in die Überforderung treiben können. Mehr dazu kannst du in meinem Artikel Hochsensibilität und der Narzissmus unserer Gesellschaft nachlesen. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, der uns in die Beschleunigung treibt, und der liegt in der evolutionären Entwicklungsgeschichte des menschlichen Gehirns verborgen:

Was uns Menschen am meisten vorangebracht hat, ist unsere Befähigung zum Wollen, Wünschen und Begehren, unsere Sehnsucht und unser Verlangen. Wir wollen wissen, was auf der anderen Seite des Hügels liegt und ob da nicht ein besseres Leben auf uns wartet. Nachdem wir dort alles in Besitz genommen haben, müssen wir unbedingt die Hinterseite des nächsten Hügels erkunden. So haben wir es geschafft, in weniger als 6000 Jahren den Großteil des Planeten zu kolonisieren.

Der Bereich unseres Gehirns, der für die Triebsteuerung zuständig ist, entwickelte sich im späten Pleistozän, vor 200.000 bis 130.000 Jahren. Unsere Instinkte wurden vom Verhalten kleiner Jäger-Sammler-Gruppen geformt, aus denen dann allmählich frühe Bauernkulturen entstanden. Das Leben war extrem rau, aber unsere elementaren Instinkte sorgten dafür, dass ein paar unserer Vorfahren die Eiszeiten und die vielen mageren Jahre überlebten. Nie konnten sie sagen: “Jetzt reicht es, wir haben genug zum Überleben.” Sonst wären wir wahrscheinlich heute nicht hier.

In neuester Zeit haben wir es in großen Teilen der Welt tatsächlich geschafft, dass von allem genug da ist. In diesem “Genug” sind wir aber aufgrund unserer Instinkte noch nicht wirklich mental angekommen – sie treiben uns immer weiter an. Wenn man aber eigentlich genug hat und trotzdem weiter sucht und immer noch mehr will, verschlechtert sich die Lage wieder. Denn ein “Mehr” ist nur dann sinnvoll, wenn tatsächlich zu wenig da ist. Ist genug da, wird ein “Mehr” einfach nur zur Belastung, die die Lebensqualität wieder verringert. Und aufgrund dieser spürbaren Verschlechterung springen unsere Instinkte weiter an und treiben uns noch mehr in die Suche nach mehr. So geraten wir in den Teufelskreis der Beschleunigung.

[Quelle: John Naish: Genug. Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen, Köln 2008, Kindle Edition Pos. 822-835]

Entschleunigung Schritt 1: Nur genug ist mehr

Die erste Einsicht zur Entschleunigung besteht darin, dass einen das Bewusstmachen des “Genug” in den allermeisten Fällen weiter bringt als die Hetze nach “mehr”. In der Regel verfügen wir über genug Information, genug Essen, genug Dinge, genug Arbeit und genug Glück:

  • Genug Information
    Wie viel Information tut dir wirklich gut? Ein Zuviel treibt dich nur in die Reizüberflutung, weil du dieses Mehr an Information gar nicht verarbeiten kannst. Genieße Nachrichten und Infotainment nur, wenn sie dein Leben bereichern; das gleiche gilt für das Internet und die sozialen Netzwerke. Hüte dich vor Werbung und Marketing und mache gegebenenfalls eine Datendiät, in der du dem Teufelskreis des Immer-auf-dem-Laufenden-Seins entkommst.
  • Genug Essen
    Esse genug und genieße das, was du wirklich brauchst. Nimm dir für deine Mahlzeiten ausreichend Zeit. Iss einfach und meide Gerichte mit vielen Komponenten. Unser Körper fühlt sich schneller satt, wenn wir nur eine Sache essen. Entwickle Ernährungsgewohnheiten, die dir wirklich gut tun, und halte dich daran (mehr dazu kannst du in meinem Blog-Artikel Hochsensibilität und somatische Intelligenz nachlesen). Dazu gehören auch feste Essenszeiten.
  • Genug Dinge
    Wir neigen dazu, Dinge zu horten. Doch mehr Dinge bringen auch mehr Arbeit mit sich. Bevor man sich etwas neues kauft, sollte man sich deshalb fragen, ob man es wirklich braucht, oder ob man es nur haben will? Will ich es haben, weil ich fitter, klüger oder cooler sein will, und wenn ja, kann das Ding das wirklich leisten? Gibt es vielleicht einen anderen Weg, mein Ziel zu erreichen, ohne noch mehr Plunder anzuhäufen? Bin ich wirklich bereit, dieses Ding zu reinigen, für seine Reparatur zu bezahlen oder es anderweitig zu pflegen?
  • Genug Arbeit
    Beförderungen führen im Handumdrehen zu noch mehr Arbeit. Ist der Ehrgeiz dies wert? Übernimm nur so viele Aufgaben, wie es deinen eigenen Fähigkeiten am besten entspricht. Sei dabei auf der Hut: Denn Kollegen, die den Leistungsdruck verinnerlicht haben, sind der festen Überzeugung, dass ihre Arbeitsgewohnheiten von unveränderlichen Kräften von außen gesteuert werden. Wenn du diese Hetze nicht mehr mitmachst, bringst du deren Weltbild ins Wanken. Vielleicht ist es auch eine Lösung für dich, in Teilzeit zu gehen. Wenn du erkennst, dass genug da ist, kommst du ohnehin auch mit weniger Geld aus.
  • Genug Glück
    Viele Menschen befürchten, nicht glücklich genug zu sein, und arbeiten ständig an ihrer Selbstoptimierung. Doch Glück entsteht, wenn du Raum für dich hast und einfach nichts tust, denn unter diesen Umständen funktioniert dein Gehirn am besten. Wenn du dem Glück hinterher jagst, gerätst du in den Teufelskreis des “Mehr” und kommst nicht mehr zu der Ruhe, die du dafür eigentlich brauchst! Mein Leitspruch: Ein Leben ist nur dann gut, wenn es sich gut anfühlt.
[Quelle: John Naish: Genug. Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen, Köln 2008, die Tipps jeweils am Kapitelende]

Entschleunigung Schritt 2: Von Chronos zu Kairos – finde deine Zeit

Die alten Griechen hatten nicht nur einen, sondern zwei verschiedene Begriffe für unsere heutige Zeitvorstellung und dazu auch zwei zuständige Götter: Chronos und Kairos. Unter Chronos verstanden sie die gleichmäßig ablaufende, messbare und wissenschaftlich definierte Zeit. Diese können wir nicht manipulieren, verlängern oder verlangsamen, denn eine Sekunde folgt auf die andere, bis in die Ewigkeit.

Als Kairos hingegen bezeichneten die alten Griechen die ungleichmäßig ablaufende, innere Zeit, die allein den Gefühlen zu eigen ist, quasi der rechte Augenblick, die Ereigniszeit. Kairos ist für die göttliche Zeit zuständig, in der einem der rechte Augenblick zufällt, in dem es zu handeln gilt. Diesen Augenblick gilt es zu erkennen. Diese Zeitvorstellung zielt darauf, ein angemessenes Zeitmaß, einen eigenen Rhythmus von Ruhe und Aktivität zu finden.

Zeit ist also nicht ausschließlich ein objektiv festzustellendes physikalisches Phänomen, sondern auch ein individuelles und subjektives Geschehen. Wir können eben ein und dieselbe physikalische Zeitspanne völlig unterschiedlich wahrnehmen und erleben, einmal vergeht sie wie im Fluge, einmal wird es eine lange Weile.

Wir lassen uns heutzutage von dem, was die alten Griechen Chronos nannten, vollkommen beherrschen. Doch dieses Zeitbewusstsein ist eine reine Erfindung des ökonomisch denkenden Menschen! Unser Bewusstsein für Kairos haben wir hingegen fast vollständig verloren, dabei liegt hier deine Zeit, die du auch wirklich beeinflussen kannst. Winfried Hille schreibt dazu:

Die Zeit ist nicht dazu gemacht, erkannt, sondern erlebt zu werden.

 

Die Zeit, das sind wir selbst. Und wenn wir selbst die Zeit sind, dann steckt hinter der Aussage, dass wir keine Zeit haben, die unbewusste Sorge, dass wir uns selbst nicht haben, dass wir uns verloren haben.

 

Dieser Feststellung entspricht die Tatsache, dass der scheinbare Mangel an Zeit, unter dem wir heute leiden, auch als ein Mangel an Glück wahrgenommen wird […] – dieses Glück finden wir ausschließlich bei uns selbst, in einem langsamen, präsenten Tun, in der Gegenwart.

[Winfried Hille: Slow. Die Entscheidung für ein entschleunigtes Leben, Gütersloh 2016, S. 23-27]

Erobere dir dein Glück zurück, indem du die objektive Zeit, den Chronos, nicht mehr spürst, sondern dich ganz und gar auf eine Sache, auf eine Person oder dich selbst in der Gegenwart konzentrierst, so dass du ganz präsent bist. Denn dann löst sich die Zeit in deinem Bewusstsein auf, und du erlebst eine verweilende Gegenwart, in der du selbst die Zeit bist.

[Winfried Hille: Slow. Die Entscheidung für ein entschleunigtes Leben, Gütersloh 2016, S. 30]

Entschleunigung Schritt 3: Gepflegtes Nichtstun

Wer seine Zeit verschwendet, macht sich in den Augen der anderen geradezu “schuldig”: Wir sind tagtäglich dazu aufgerufen, aus unserem Leben “etwas” zu machen, uns selbst im Sinne der Funktionalität zu optimieren und es zu etwas zu bringen, sowohl beruflich als auch privat. Um aus diesem Hamsterrad auszusteigen, müssen wir der rein ökonomischen Betrachtungsweise der Zeit abschwören, Denk- und Handlungsweisen, deren Prämissen allein in der Verwertung der Zeit nach ökonomischen Gesichtpunkten liegen, hinter uns lassen und uns gezielt dagegen auflehnen. Nur, wenn wir bestimmte Zeiten einfach nur für uns, für die reine Verschwendung, beanspruchen, erlangen wir ein Stück unserer Würde zurück!

Übung: Finde einen Platz, an dem du allein und ungestört bist. Setze dich auf einen Stuhl oder auf den Boden. Lege deine Hände in einer entspannten Position ab und schließe deine Augen. Erlaube deinem Geist für eine Minute lang, in deinen Atem zu sinken. Wiederhole diese Übung so oft wie möglich über den Tag verteilt. Steigere die Zeit des Nichtstuns nach und nach auf zehn bis zwanzig Minuten. Wenn du weiter fortgeschritten bist, plane einmal einen ganzen Tag des Nichtstuns ein.

[Winfried Hille: Slow. Die Entscheidung für ein entschleunigtes Leben, Gütersloh 2016, S. 42f, 71-74]

Zum Abschluss noch einige Zitate von Björn Kern, einem führenden Experten des Nichtstuns:

Betriebsamkeit ist nur die beliebige Norm einer Zeit, die sich zufällig unsere Gegenwart nennt. (Pos. 2178)

 

Gelingendes Nichtstun ist Mehrwert, nicht Verzicht. (Pos. 2582)

 

Schließlich gilt es beim Nichtstun nicht nur zu erkennen, was einem nicht fehlt, sondern auch dafür zu sorgen, dass man es nicht bekommt. (Pos. 2639)

[Björn Kern: Das BESTE, was wir TUN können, ist nichts, Fischer e-Books 2016]

Wenn du dich weiter entschleunigen und deine Fähigkeiten im Nichtstun vertiefen möchtest, kann ich dir diese drei Bücher als sehr entspannende Lektüre empfehlen:

Björn Kern: Das BESTE, was wir TUN können, ist nichts, Fischer e-Books 2016

Hierbei handelt es sich um ein literarisches Werk, in dem der Autor die Grundlagen der Slow-Bewegung und der Postwachstumsökonomie romanhaft verarbeitet. Du inhalierst die wichtigsten Prinzipien auf unterhaltsame Weise, ohne dass du etwas dafür tun musst. Ideal für den Einstieg ins Nichtstun!

John Naish: Genug. Wie Sie der Welt des Überflusses entkommen, Köln 2008

Dieses Buch liefert dir den theoretischen Hintergrund der Suffizienzbewegung. Wenn du Björn Kern gelesen hast, ist das geradezu perfekt, weil du dann schon ein gutes Gespür für den Stoff hast und dir noch mehr Bewusstsein für die Zusammenhänge aneignest.

Winfried Hille: Slow. Die Entscheidung für ein entschleunigtes Leben, Gütersloh 2016

Hier findest du die wichtigsten Grundgedanken der Slow-Bewegung zusammengefasst. Es gibt erst einen allgemeinen Teil, aus dem ich auch die Geschichte mit Chronos und Kairos zitiert habe. Danach folgen einige lesenswerte Kapitel zu bestimmten Lebensbereichen: Slow Walking, Slow Loving, Zeit für Beziehungen, Slow Food, Slow Working und Slow Travel, so dass du gezielt weitere Anregungen zur Entschleunigung in den Bereichen findest, die dir wichtig sind.

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10 Gedanken zu „Drei Schritte zur Entschleunigung für hochsensible Nerven“

  1. Das finde ich wieder einen ganz wunderbarer Artikel von dir, liebe Anna-Barbara.

    Gerade das du die Bedeutung von Chronos und Kairos betonst, finde ich sehr schön. Denn auch meiner Erfahrung nach, ist das Bewusstsein über unser Zeitempfinden ein ganz wichtiger Faktor, um als (hochsensibler) Mensch zu entschleunigen.

    Besonders wenn wir noch unsere Disposition als Lerche und Eule mit berücksichtigen können, hilft das sehr, um das Gefühl von Stress zu reduzieren und erholsamer zu schlafen. Mehr dazu auch in meinem Podcast unter https://einfach-hochsensibel.de/025

    Antworten
    • Lieber Jean-Christoph,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback! Danke Dir auch für Deine Ergänzung, was die Lerche und die Eule betrifft. Darüber schreibt John Naish auch in seinem Buch, und wie wichtig es ist, den eigenen Biorhythmus zu beachten. Ich z.B. bin vormittags mental am fittesten. Wenn etwas ansteht, das volle Konzentration erfordert, mache ich das dann auch möglichst vormittags, während nachmittags eher Routinetätigkeiten dran sind.

      Zum Glück habe ich das schon lange beachtet, bevor ich davon gelesen habe. John Naish beschreibt, dass er sich als freischaffender Journalist früher gezwungen hat, vormittags zu schreiben. Bei ihm ist es aber genau umgekehrt – er ist nachmittags und abends fitter! Dadurch hat er sich immer gequält. Seit er das erkannt und umgestellt hat, tut er sich viel leichter.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. Hallo Anne-Barbara,

    ein ausgezeichneter Artikel! Ich lese schon eine ganze Weile deinen Blog mit und finde die Artikel immer fundiert und aufschlussreich.

    Es steckt wieder sehr viel drin, gleich Konzepte aus drei Büchern. Du spannst einen weiten Bogen. Es ist aber auch bitter notwendig, denn das mit der Beschleunigung und ihrer Wirkung aufs hochsensible Nervensystem empfinde ich ganz genauso.

    Die drei Lösungsansätze: 1. dass es ein Genug geben muss, 2. gelebte Zeit statt gemessener Zeit und 3. das Nichtstun, die sind wohltuend und sprechen mir aus der Seele.

    Liebe Grüße
    Jana Lindberg

    Antworten
    • Liebe Jana,

      danke Dir von Herzen für dieses sehr nette Feedback! :-D Es ist schön und tut mir gut, diese Verbundenheit mit Leserinnen und Lesern wie Dir zu spüren, und dass uns das gleiche umtreibt, beschäftigt und nährt.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Liebe Anne-Barbara,

    wie wahr!

    Besonders bedenkenswert finde ich, dass inzwischen erwartet wird, dass man praktisch rund um die Uhr (besonders als Selbstständige) erreichbar ist.

    Und ich, die ich natürlich immer gleich alles erledigen möchte, falle immer wieder drauf rein. Eine Kundin möchte am Wochenende etwas bestellen und braucht eben schnell noch eine Auskunft von mir. Ich gebe sie ihr – wäre sie doch sonst nicht handlungsfähig… und unter der Woche hat sie ja nicht so viel Zeit. Na ja…

    Eine Woche später, wieder am WE, siehe da, die gleiche Kundin, hat noch immer nicht bestellt und benötigt wieder eine Auskunft von mir (im Übrigen eine, die schon letzte Woche in der Mail stand). Gut – hier habe ich dann gelernt und erst am Montag geantwortet… aber ein leicht schlechtes Gewissen (Ich weiß, ich soll nur an meinen Garten denken…).

    Indessen, weiß ich natürlich, was sie wollte, dass sie etwas wollte… mein Gehirn ist damit beschäftigt.

    … Und ich nehme mir wiederholt vor: Keine Mails am WE zu lesen…

    LG

    Antworten
    • Liebe Yve,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback und Deinen Bericht! Diese Geschichte ist absolut typisch… Da wirst Du für nichts auf Trab gehalten. Für Dich als hochsensibler Mensch ist es wichtig, Deine Wochenenden frei zu halten, denn Du brauchst Deine Regenerationszeiten. Bitte sei hier weiterhin ganz konsequent! Auch wenn Du am WE Emails liest, was verständlich ist, da ja auch privates dabei sein kann, beantworte die geschäftlichen erst am Montag. Das ist absolut normal – Kunden haben am WE meist mehr Zeit, Emails zu schreiben, erwarten aber erst am Montag eine Antwort, so dass Du in dieser Hinsicht ganz beruhigt sein darfst.

      Ich hatte neulich eine Klientin, die abends um 20h angerufen hat, und ganz geschockt war, als ich dran ging, da sie mir eigentlich nur etwas auf den AB sprechen wollte… ;-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. Liebe Anne-Barbara,

    vielen Dank für diesen interessanten Artikel! Deine Beiträge geben mir immer wieder einen Anlass, über bestimmte Dinge nachzudenken und gegebenenfalls zu verändern. Dinge, die im Alltag leider allzu oft vernachlässigt werden.

    Das Buch von Winfried Hille habe ich mir soeben bestellt (normalerweise vermeide ich Bestellungen über Amazon – um den lokalen Buchhandel zu unterstützen – hier mache ich eine Ausnahme, damit Du auch etwas davon hast! ;-)).

    Liebe Grüße
    Eva

    Antworten
    • Liebe Eva,

      danke Dir für Dein nettes Feedback! Freut mich, dass Du Dir das Buch bestellt hast, denn dort findest Du noch viele, viele weitere Tipps, für die in diesem Artikel der Raum gefehlt hat. Und den lokalen Buchhandel zu unterstützen, ist natürlich auch eine hohe Tugend. Danke dir für Deine Ausnahme! :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  5. Liebe Anna-Barbara,

    zur Entschleunigung, besonders, was den Konsum angeht, was du sehr gut angesprochen hast, habe ich schon lange für mich entschieden, wenn ich ein neues Teil kaufe (Klamotten), geht ein altes Teil dafür weg. So ist mein Kleiderschrank nie überfüllt.
    Shoppen gehen, was ja viele Menschen, gerade Frauen, lieben, ist mir ein Graus. Es ist anstrengend für mich.
    Ich kaufe eher mal so nebenbei, wenn ich eh in der Stadt bin und dann innerhalb von Minuten. Das Teil muss mir dann wirklich gut gefallen und auch gebraucht werden.
    Jedes Jahr den Kleiderschrank sortieren und was man in den letzten 12 Monaten nicht getragen hat, wird man auch die nächsten Jahre nicht tragen. So sammelt sich nichts.
    Mein Mann und ich haben uns auch von unseren Büchern getrennt nach/bei dem letzten Umzug. Wir leihen nur noch aus. Ich kann aber Menschen verstehen, die an ihren Büchern hängen denn manchmal ist es auch “Schmuck”, der die Wohnung individuell und persönlich macht. Deckenhohe Bücherregale in einer Altbau-Wohnung sind z.B. immer ein Hingucker.
    Ich selber brauche “Luft” in unserer Wohnung nach dem Motto: Weniger ist mehr.
    Dieser Satz macht mir insgesamt mein Leben, als Hochsensible, leichter.

    Herzliche Grüße, Helene

    Antworten
    • Liebe Helene,

      danke Dir für Dein nettes Feedback und das Teilen Deiner Gedanken! Mir geht es genauso, dass ich shoppen einfach nur anstrengend finde…

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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