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Kommentare

Stell‘ dich nicht so an! Killerphrasen bei Hochsensibilität — 6 Kommentare

  1. Hallo Anne!
    Deine Stellung zu den Killer-Phrasen ist genial! Ich wünschte ich könnte das auch irgendwie hinbekommen mich von diesen Phrasen o.ä. nicht so niederschlagen zu lassen dass ich keinen klaren Kopf mehr bewahren kann. Das hat nämlich oft zur Folge das mir die Worte einfach fehlen! Kannst du mir sagen was du in den Situationen machst um dich nicht verunsichern zu lassen? Ich fand das Beispiel mit der Tante im Urlaub perfekt, wirklich! Und dabei ist es ja nur eine logische Schlussfolgerung. Bloß fallen mir diese auch oft erst ein wenn ich im Bett liege…
    Mit freundlichem Gruß
    Philipp

  2. Hallo Philipp,

    vielen Dank für Deinen Kommentar! Verunsicherung entsteht, wenn man solche Killerphrasen ernst nimmt, denn dann können sie ihr herabwürdigendes Potenzial entfalten. Wenn man eine Killerphrase als solche erkennt, ist sofort klar, dass sie einen Wahrheitsgehalt von 0,0 hat, und dann braucht sie einen nicht mehr so zu treffen.

    So schlagfertig wie bei der Tante bin ich auch nicht immer, aber ich kannte sie ja schon und war innerlich auf ihre typischen Killerphrasen eingestellt. Wenn Dir im Nachhinein gute Antworten einfallen, ist das also schon einmal super! Wenn Dich bestimmte Leute immer wieder mit so etwas nerven, kannst Du Dich gezielt darauf vorbereiten und Dir schon Antworten parat legen.

    Ansonsten kann ich nur wiederholen, was ich im Artikel schon geschrieben habe: Ist Dir diese Person wichtig, unbedingt auf die Meta-Ebene gehen und das Unfaire an dieser Art zu kommunizieren offen legen. Bei ferner stehenden Leuten einfach den herabwürdigenden Anteil ignorieren und den Satz rein wörtlich nehmen.

    Beides funktioniert mit etwas Übung. Du könntest z.B. einen Freund bitten, Dir in einem Rollenspiel ein paar Killerphrasen „um die Ohren zu hauen“, und Du versuchst, darauf zu reagieren. Dein Freund kann Dir dann Rückmeldung geben, wie er Deine Reaktion empfunden hat. So kannst Du Dir ein festes Verhalten erarbeiten, das für Dich funktioniert.

    Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen?

    Herzliche Grüße,
    Anne-Barbara

  3. Hallo Anne-Barbara,
    ich arbeite seit 1 Jahr in einer Arztpraxis wo es eine Mitarbeiterin gibt die als angehende Praxismanagerin das sagen hat. Sie behandelt jeden wie ein dummes kleines Kind und duldet keine Fehler. Sie dient als Blitzableiter unserer Chefin und wir als ihren Blitzableiter. Das Personal wechselt in dieser Praxis wie die Unterwäsche. Eine neue Kollegin ging nach nur 2 Monaten. Ich kämpfe nach einem brutalen Mobbingerlebnis in meiner vorigen Praxis in dieser neuen Praxis und fühle mich da überhaupt nicht wohl. Ständige Kontrolle, sie sagt zu allen Schätzchen, Schnuckelchen, total herabwürdigend. Ich spüre das sie total überfordert ist mit allem zumal es zu wenig Personal gibt kann aber Kommentare wie: Kopf abhacken oder abschlachten nicht akzeptieren. Sie will jedem ihren Standpunkt und den Perfektionismus regelrecht überstülpen. Ich kann in dieser Praxis nicht zur Ruhe kommen, die Athmosphäre ist immer irgendwie angespannt und man muß funktionieren wie ein Robboter. Und durch meine Sensitivität spüre ich die Stimmungen der anderen ständig. Bei einer Diskussion letzte Woche meinte sie zu mir ich wäre bockig und würde mich gegen alles sperren. Eine absolut unmögliche Art der Kommunikation. Meine Therapeutin meint das man in dieser Praxis schikaniert wird.

    • Hallo Christiane,

      es tut mir leid, dass Du nach Deiner Mobbing-Erfahrung schon wieder in einer Praxis gelandet bist, in der das Arbeitsklima nicht o.k. ist. Was mir so spontan zu „Schnuckelchen“ oder „Schätzchen“ einfällt, ist, wie im Artikel beschrieben, die herabwürdigende Komponente einfach zu ignorieren und das wörtlich zu nehmen. Im Anschluss würde ich sie dann nur noch zärtlich „Liebes“ nennen. 🙂 Und dann soll Sie Dir noch einmal vorwerfen, Du wärst bockig. 😀

      Wenn sich die Sache mit Humor nicht lösen lässt, wirst Du wohl nach einer neuen Arbeitsstelle suchen müssen. Du kannst ja aus den Erfahrungen lernen, die Du schon gemacht hast: Wie hättest Du bei der Bewerbung spüren können, dass da etwas nicht o.k. ist? Hochsensible haben ja oft eine sehr gute Intuition, und wenn Du die spürst, kannst Du das zukünftig nutzen!

      Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen, und falls Du noch Fragen hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. Hallo Anne-Barbara,

    meine Mutter – bei der ich inzwischen eine NPS vermute – haut mir öfter mal den Satz „Du bist viel zu empfindlich!“ um die Ohren. Ich sehe sie nur sehr selten (ca. 2 bis 3 Mal im Jahr) und dann nur für zwei bis drei Tage, aber wir schaffen es jedes Mal, uns nach spätestens 48 Stunden zu zoffen. Wenn es vis-a-vis nicht knallt, dann irgendwann am Telefon. Ich bin 46 (fühle mich manchmal wie 15), sie ist 77, und unser Verhältnis war nie wirklich gut.

    Sie hat von Hochsensibilität keine Idee, streitet sogar ab, dass es „das gibt“. Eine schwierige Beziehung, zumal mir der Satz immer sehr weh tut. Es mangelt mir an Verständnis, an Wertschätzung sowieso. Wie gehe ich damit um?

    • Liebe Haydee,

      sehr merkwürdig, dass Deine Mutter einerseits das Thema Hochsensibilität leugnet, Dir aber andererseits diese Satz um die Ohren haut. Das ist ja ein Widerspruch in sich, und damit gut, weil „angreifbar“.

      Als erstes ist es wichtig, dass Du akzeptierst, dass Deine Mutter sich gegen dieses Thema wehrt. Eine Erklärung dafür findest Du vielleicht hier:

      Hochsensible Kriegsenkel

      Wenn das auf sie zutrifft, ist das generationsbedingt, hängt sehr fest, und es ist davon auszugehen, dass sie selbst Schwierigkeiten mit diesem Thema hat. Sollte das der Fall sein (ich kenne weder Dich noch Deine Mutter), projiziert sie ihre Ablehnung ihrer eigenen Sensibilität auf Dich und „bekämpft“ sie dort quasi stellvertretend.

      Mir fallen zwei Dinge ein, die Du ausprobieren könntest:

      1. Humor: „Das habe ich von Dir geerbt.“ ***breites Grinsen*** Wenn das nicht funktioniert:

      2. Abgrenzung: Ihr in aller Ruhe und ganz klar und deutlich sagen, dass sie Dir diesen Satz nicht mehr sagen darf. Und zwar bitte ohne Begründung, denn das würde nur zu weiteren Diskussionen führen. Die einzige Begründung, die Du bringen kannst, wenn sie nicht locker lässt, ist: „Ich möchte nicht, dass Du so mit mir sprichst.“ (Auf keinen Fall etwas in der Richtung sagen, dass Dich dieser Satz verletzt, denn da kann sie dann wieder reinhacken.) Sollte sie das ignorieren, drehst Du Dich um und gehst. Und zwar so lange, bis sie das respektiert.

      Zum Thema Wertschätzung und Verständnis: Du wirst das von Deiner Mutter nie bekommen. Es ist ein aussichtsloser Kampf, in dem Du Dich unnötig aufreibst. Stattdessen kannst Du Dir selbst Wertschätzung geben. Wie das funktioniert, erfährst Du hier:

      Hochsensibilität, Selbstliebe und Energie

      Ich hoffe, das hilft Dir erst einmal weiter. Wenn Du noch Fragen oder Ergebnisse zu berichten hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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