StartseiteHochsensibilität allgemeinHochsensible Kriegsenkel

Kommentare

Hochsensible Kriegsenkel — 22 Kommentare

  1. Hallo, ich bin eine HSP und Kriegsenkelin, das habe ich schon oft sehr deutlich gespürt und kann es sehr gut nutzen. Auf meiner hp steht fast alles, was ich tue, insbesondere meine überaus ausgeprägte Wahrnehmung, was die Gefühlslagen Andere angeht, habe ich mir den richtigen Beruf dafür gesucht. Ich will es nicht mehr missen, auch wenn es oft anstregend ist und ich viel Zeit für mich brauche. Morgen abend findet meine Erzähcafé für Kriegsenkel “Krieg und Frieden” statt, auf dem werden über dieses Thema sprechen. Mit besten Grüßen

    • Hallo Ines,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Das klingt wirklich sehr interessant, ich werde mir Deine hp einmal ansehen. Ich freue mich auch über Deine positive Einstellung zur Hochsensibilität, die ich teile. Leider ist Berlin weit weg, sonst wäre ich morgen Abend einmal vorbeigekommen… 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. ein wichtiges thema, welches ich aus eigenem erleben sehr gut nachvollziehen kann.
    ich spüre deutlich, wie traurig ich beim lesen geworden bin. nun kann ich die scheinbare härte meiner mutter noch besser verstehen und trauere einmal mehr um sie und ihre vom krieg beeinflusste kindheit und um mich, die ich selbst als kind und jugendlicher mensch ungezählte male darunter gelitten habe. vielen dank fürs teilen.

    • Hallo Andrea,

      vielen Dank für Deine Zeilen, die mich sehr berühren.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Liebe Anne-Barbara,

    ich bin erst heute auf diesen Artikel von Dir gestossen. Schon länger beschäftige ich mich mit den psychischen Wirkung des Krieges auf uns Kriegsenkel. Doch zum ersten Mal wird mir bewusst, dass die Hochsensibilität ja noch zusätzlich mit hineinwirkt.
    Es ist für mich gar nicht so einfach herauszufinden,von welcher Seite der Familie meine Hochsensibilität herkommt. Tendenziell von meinem Vater. Auch seine Mutter, die ich viele Jahre erleben durfte, läßt mir im Nachhinein ihre Hochsensibilität klar werden.
    Jetzt nach dem Artikel, erkenne ich jedoch auch, welche Vermeidungs- und Ablehnungsmechanismen Beide angewandt haben, um nicht aus der NORM zu fallen, gerade in der NS-Zeit und mein Vater dann auch noch als 1.männliches Kind der Familie.
    Oh, ich glaube, das wird jetzt noch eine Weile nachwirken und weiter Prozesse in Gang setzen.

    Vielen Dank dafür, auch an deine Freundin für ihre Geschichte.
    Liebe Grüße Annette

    • Liebe Annette,

      es freut mich, dass diese Gedanken Dich so berührt haben! Wenn ich das lese, bin ich wirklich froh, das alles aufgeschrieben zu haben, auch wenn mir das nicht ganz leicht gefallen ist. Danke Dir dafür!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. Hallo, in der Geschichte – vielen Dank dafür – finde ich mich auch wieder. Habe zu dem die erhöhte Dosis abgekriegt, da keine Enkelin, sondern Tochter. Meine Eltern waren Jahrgang 1920/22, und ich 1965. Da “fehlt” also eine Generation. Meine Geschichte, die von vielen seelischen Schmerzen geprägt war, hier aufzuschreiben, würde den Rahmen sprengen, jedoch stehe ich für Nachfragen gerne zur Verfügung. Liebe Grüße

    • Hallo Christine,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Deine Eltern waren der Gehirnwäsche in der NS-Zeit wohl voll ausgeliefert und hatten kaum eine Chance, sich dem zu entziehen. Ich kann mir denken, dass Du mit ihnen eine Menge durchgemacht hast! Ich wünsche Dir, dass Du das für Dich auflösen kannst.

      Falls Du es noch nicht gesehen hast, ich biete einen gratis Online-Kurs an. Dort demonstriere ich eine Technik namens EFT, mit deren Hilfe man unangenehme Gefühle, schlechte Erinnerungen etc. auflösen kann. Vielleicht wäre das ein Weg für Dich. Mehr über EFT erfährst Du auch hier:

      EFT – emotionale Freiheit für Hochsensible

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  5. Danke, für den schönen Artikel und Beitrag.
    Von dieser Seite habe ich meine Familiengeschichte noch nie gesehen.
    …. wenn ich jetzt so nachdenke …
    Dazu muss ich sagen, dass ich schon länger daran arbeite, mir über vieles bewusst zu werden. Die ganze Zeit hieß es schon in Familienaufstellungen: Die Probleme kämen von der weiblichen Seite.
    Dass ich hochsensibel bin, ist mir übrigens erst vor kurzem klar geworden, als ich mir die Interviews des Kongresses angehört habe. Den Verdacht hatte ich schon länger, aber da wurde es offensichtlich.

    Zu dem weiblichen Teil meiner Familie:
    – Da ging es immer nur darum zu funktionieren.
    – Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass ausgerechnet meine so hartherzige Mutter hochsensibel sein könnte.
    – aber wenn ich das oben jetzt so lese ….
    – Zu meiner Urgroßmutter die erinnert mich an Lisas Oma, nach der Beschreibung.
    – Zu meiner Oma, die durfte nie das machen und lernen was sie wollte und wurde ihr Leben lang zum funktionieren gezwungen. Was bei ihr schlecht funktionierte. Sie hatte mehrere Zusammenbrüche, genau zu dem Zeitpunkt, wenn die Menschen, die sie unterdrückten und zum Funktionieren zwangen, starben. Sie war nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Mannes in einer psychiatrischen Klinik. Hat es nie geschafft, ein eigenes selbstbestimmtes Leben zu führen. Danach hat sich meine Mutter um sie gekümmert.
    – Zu meiner Mutter … eine total negativ eingestellte Frau, die nie lacht, immer nur funktioniert. Die eingetrichert bekommen hat, dass man nicht auffallen darf, weil es darauf ankommt was die Leute denken und sagen, anstatt auf das, was man selber will. Die nie das machen durfte, was sie wollte und es so verinnerlicht hat, dass sie selbst als es hätte tun können, weiter funktioniert hat.
    – die mich genau zu dem machen wollte, was sie selbst ist und mich total ablehnt, weil ich das nicht will. – Siehe Lisa ….. – bekomme bis heute mit 52 Jahren zu hören, dass ich mich anpassen müsste und kann ihr nichts recht machen … nur das will ich gar nicht – und berührt und stört mich nicht mehr so wie früher. Weil ich weiß, dass sie sich eh nicht ändern wird. Habe den Kontakt bis auf ein Minimum (wegen meinem Vater) eingeschränkt.

    Danke, der Artikel war sehr aufschlussreich. – Sehe jetzt vieles anders.

    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      vielen herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht, der eine Ergänzung und Bereicherung für meinen Artikel darstellt! Ich freue mich sehr, dass mein Artikel Dich zu neuen Einsichten und Durchblicken inspirieren konnte.

      Du hast vollkommen Recht – diese Menschen werden sich nicht ändern, und es geht auch gar nicht darum, sie zu ändern. Denn wie sie ihr Leben gestalten, ist deren Sache. Unsere Sache ist es, das, was diese Menschen in uns an Negativem bewirkt haben, zu erkennen und aufzulösen, damit wir ein erfüllendes Leben führen können, und damit wenigstens die nächsten Generationen wieder normal aufwachsen.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  6. Liebe Anne- Barbara, ganz HERZlichen Dank für den Artikel und auch für die weiteren erhellenden Beiträge. In allen finde ich etwas aus dem eigenen Erleben, aus der eigenen Familie gespiegelt. Mein bisheriges Leben bestand meist, auf unterschiedlichen Ebenen und in vielen Bereichen, aus einem ” Überlebenskampf” von dem ich schon länger ahne und mittlerweile weiß, dass dies in Wirklichkeit nicht mein Kampf sein kann. Ich ringe mit mir, die Geschichte aufzuschreiben, die gezeichnet ist von Gewalt und Missbrauch. Seit 26 Jahren bin ich, *1960 selbst Hochsensibel, “auf dem Weg” der psychologischen und spirituellen Aufarbeitung und Heilung der Thematik bei mir und auch für meine Töchter (Generationenübergreifende Traumatisierungen). Intensiv ins Bewusstsein kam die Thematik, als ich 2013 die Bücher von Sabine Bode las und eine Fortbildung als Senioren Begleiterin (für an Demenz Erkrankte)nach Paragraph 87 b beendete und darauf hin in verschiedenen Pflegeheimen arbeitete. Ich sehe die Thematik als Gesellschaftsrelevant und mit dem ZuStrom der Flüchtlinge in unser Land scheint die Thematik brisante Züge anzunehmen. Mich konfrontiert dies alles täglich aufs Neue mit einem gesellschaftlichen Leidensdruck mit dem ich mich nicht mehr konfrontieren will. Daher bin ich in diesem Bereich nicht mehr aktiv tätig. Nun suche ich in mir und für mich nach einem Weg mit der Hochsensibilität besser zu leben.

    HERZliche Grüße, in Dankbarkeit,

    Johanna Maria

    • Liebe Johanna Maria,

      vielen Dank für Deinen bewegenden Bericht und das nette Feedback! Ich freue mich sehr darüber, dass auch Du hier so viel von Dir zeigst, denn diese ganzen Geschichten ergeben ein viel vollständigeres Bild als mein Artikel es allein vermag. Es ist wirklich der Wahnsinn, was unsere Generation da zu tragen hat, wobei uns immer vermittelt wurde, wie „gut“ wir es doch haben.

      Ich wünsche Dir, dass Du dieses schwere Erbe für Dich gut wirst auflösen können, und dass Du auch für Deine Hochsensibilität Lösungen finden wirst. Und wenn Du dabei noch Fragen hast, immer gern! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  7. Ich bin auch ein Kriegsenkel und habe meine ganzen dadurch bestehenden Probleme zu meinen Eltern bisher niemals darauf bezogen – durch den Artikel hier, der hervorragend zu meinem Vater, teils aber auch zu meiner Mutter passt, ( ich bin der Meinung beide sind sie in ihrem Ursprung hoch-sensibel, aber keiner der beiden will dies auch nur hören, geschweige denn anerkennen – und durch diesen Hass haben sich beide wohl auch durch die Abspaltung zu nazistischen Persönlichkeiten entwickelt, unter denen ich seit meiner Kindheit, aber auch heute noch, sehr leide, da es mir ein so großes Bedürfnis ist von ihnen angenommen, akzeptiert und geliebt zu werden )wird mir einiges deutlich und scheint auf einmal so klar. Trotzdem ist immer noch meine ewige Frage – was kann ich wie dazu beitragen das beide, so lange sie noch leben, ihre Hochsensibilität anerkennen und aufhören weg zu sehen und zu fühlen, da sie immer noch der Meinung sind das es etwas Bedrohendes ist? Sie hören mir ja nicht mal zu, ganz im Gegenteil – alles was ich heute, mit 41 Jahren tue, wird herabgesetzt, kritisiert und nieder gemetzelt. Durch dieses für mich so schreckliche, schwer auszuhaltende Gefühl permanenter Ablehnung durch grade die 2 Menschen, die ja von Grund auf eigentlich meine Ur-vertrauten darstellen sollten, bin ich nun grad in meinem 4. Klinik Aufenthalt – immer in der Hoffnung ich finde dort eine Lösung, eine Antwort darauf, wie ich damit umgehen, an mich glauben, mich abgrenzen und schützen lernen kann. Das all diese Themen grade jetzt an mich heran getragen werden ist kein Zufall – das weiß ich. Was auch immer dadurch geschehen wird – ich bin sehr dankbar das dies grad alles geschieht! Sandra Ajeet Kaur

    • Liebe Sandra,

      vielen Dank für Deinen Bericht!

      Ich denke nicht, dass Du bei Deinen Eltern noch irgendetwas bewirken kannst. Das liegt einfach daran, dass solche Tätermuster extrem psychisch stabilisierend wirken. Mehr dazu kannst Du in meinem Artikel Aggression als Trostpflaster – wenn aus Opfern Täter werden nachlesen.

      Es ist auch gar nicht nötig, dass Du bei Deinen Eltern etwas bewirkst. Wichtig ist, dass Du mit dem aufräumst, was in Dir gelandet ist, denn das ist Dein Bereich. Hier kannst Du damit beginnen, gut für Dich zu sorgen. Es geht um Dich.

      Zum Thema Abgrenzung kann ich Dir noch diesen Artikel empfehlen:

      In drei Schritten zu mehr Abgrenzung bei Hochsensibilität

      Wichtig ist, dass Du zunächst Deine eigenen Grenzen erkennst. Dass es Dir so geht, wie es Dir jetzt geht, liegt daran, dass Du kräftemäßig weit über Deine Grenzen gegangen bist und Dich mit Deinen Eltern zu sehr aufgerieben hast.

      Wenn Du Deine eigenen Grenzen kennst und anerkennst, kannst Du sie gegen Übergriffe von außen verteidigen; d.h. wenn jemand etwas von Dir will, was über Deine Kräfte geht, dann sagst Du “nein”.

      Und im dritten Schritt geht es darum, die Grenzen anderer zu respektieren. Auch wenn es Dir weh tut, wie Deine Eltern mit ihrer Empfindsamkeit umgehen, das ist letztlich ihre Sache. Ein Kollege von mir sagte immer: “Jeder hat ein Recht auf ein verkorkstes Leben.” Lass’ ihnen ihr verkorkstes Leben und bringe Du Deins in Ordnung. Das reicht vollkommen aus, und damit hast Du genug zu tun.

      Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  8. Hallo Anna-Barbara, meine Schwester brachte mich auf Deinen Kriegsenkelbeitrag. Da ich schon viele Bücher und Geschichten dazu gelesen habe, ebenfalls ein Kriegsenkel bin und HSP, kann ich langsam verstehen, warum es unsere ganze Familie so hart getroffen hat mit angeblich seelischen Problemen (nach Schulmedizin). Mutti und Vati waren ebenso HSP, Vati ausgeprägt narzistisch und Mutti angepaßt und hart, verbittert. So kann ich jetzt besser verstehen, was meine Eltern in ihrer Jugend an Ablehnung erfahren haben, diese verinnerlicht und an uns weiter gegeben haben. Danke für die Geschichte Deiner Freundin, Dank auch an Sie.
    Warum wir HSP es in dieser Zeit besonders schwer haben, leuchtet mir mit Deinem Beitrag einmal mehr ein und mir wird bewußt, dass wir/ich es jetzt in der Hand habe, für uns einzustehen, uns zu erkennen und bewußter wahrzunehmen, welche Stärken wir haben und es für uns zu nutzen.
    Die Beiträge auf diesen Seiten liebe Anne-Barbara, sind stets eine Erleuchtung für mich.
    Von Herzen Dank, dass Du viele Themen so ausführlich aufbereitest und Deine Erfahrungen weitergibst.

    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Liebe Kerstin,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback, das mich sehr freut, und dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst!

      Da hast Du ja auch schon eine lange Suche und Zeit der Verarbeitung hinter Dir. Mich berührt es sehr, wie viele Parallelen es doch gibt und in welchem Maß das ein kollektives Problem ist. Deinen Umgang damit finde ich ausgesprochen verantwortungsvoll, denn es bringt ja auf die Dauer nichts, den Eltern irgendwelche “Schuld” am eigenen Elend zu geben. Letztlich müssen wir die Schäden, die sie, aus welchen Gründen auch immer, bei uns angerichtet haben, eben selbst in Ordnung bringen. Das ist ein wichtiges Stück Arbeit, dass nicht nur uns persönlich, sondern die ganze Gesellschaft weiter bringt. Deswegen freut es mich, dass Du, und auch so viele andere, da auf einer Wellenlänge mit dem sind, was ich in diesem Artikel berichte.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  9. Liebe Anne-Barbara,
    Deine Beiträge sind für mich so erhellend. Vielen Dank. Nun verstehe ich meine Familiengeschichte noch viel besser.
    Mein Großvater kam hochtraumatisiert – er selbst ist hochsensibel – aus dem Krieg zurück und hat dann seine drei Jungs regelmäßigen Drills unterzogen, über die mein Vater bis heute nicht sprechen kann. Als HSP hat er besonders darunter und unter der Nazi-Ideologie gelitten. Seine Lösung fand er in der Abspaltung seiner hochsensiblen Persönlichkeitsanteile und entwickelte hochgradig dissoziale Züge, unter denen wir Kinder litten, sexueller und psychischer Missbrauch inbegriffen. Mich als hochsensible und hochbegabte Tochter lehnte er besonders ab, er konnte mich nie wirklich unterstützen.
    Erst jetzt, 40-jährig, gelingt mir die Ablösung, und ich habe Zeit zur Aufarbeitung. Es ist schön, nun zu der inneren Freiheit zu gelangen, ihn sein lassen zu können und mich um meine Belange zu kümmern und um meine Familie.
    Herzlichen Dank Dir für die unterstützenden Inputs.
    Kathrin

    • Liebe Kathrin,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback und Deinen Bericht! Deine Geschichte ist so typisch, sehr bewegend… Und dass Du es jetzt schaffst, Dich zu befreien und Dein Leben zu leben, ist einfach großartig! Du schreibst zwar “erst jetzt, 40-jährig”, aber wenn es so gelagert ist wie bei Dir, ist es eine Riesenleistung, das überhaupt zu schaffen! Ich freue mich, wenn meine Blog-Artikel Dir dabei helfen. Denn das gibt mir das Gefühl, dass das, was ich tue, Sinn macht. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  10. Hallo ich bin auch ein hochsensibler Kriegsende. Meine Mutter ist sogar daran gestorben, das sie ihre Hochsensibilität in einer “kalten” Zeit nie leben durfte. Ich selber habe auch bis vor 2Jahren meine Hochsensiblen Anteile verleugnet, bzw. Sogar gehasst .

    • Liebe Irmgard,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Dann hast Du ja auch so eine Geschichte mit Deiner Hochsensibilität, wie sie für unsere Generation ganz typisch ist… Ich freue mich, dass Du in den letzten zwei Jahren doch noch zu Deiner Hochsensibilität gefunden hast! 🙂

      Hier noch ein Blog-Artikel, der Dich in dieser Richtung unterstützen kann:

      Hochsensibilität als Gabe

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  11. Hallo Anne-Barbara!
    Vielen Dank für deinen Artikel, in dem du die Themen HSP und Kriegsenkel miteinander verknüpfst! Nach der Lektüre habe ich den spontanen Impuls, meine Gedanken mitzuteilen.
    Als ich vor einigen Jahren auf das Thema HSP stieß, war es wie eine Erleuchtung. Plötzlich machte vieles Sinn, was mich bis dahin tatsächlich zur Verzweiflung gebracht hatte (zu diesem Zeitpunkt lag mein privates und beruflichces Leben alleridngs schon in Trümmern). Das Puzzle fühlte sich jedoch noch unvollständig an. Die Lektüre der Bücher über die “geprügelte Generation” (Ingrid Müller-Münch) und vor allem die “Kriegsenkel” vervollständigte das Bild und lieferte mir viele für mich schlüssige Erklärungen.
    Leider ist es mir kaum gelungen, die Besonderheiten der Hochsensibliltät vorteilhaft zu nutzen. Aufgrund meines geringen Selbstwertes, meiner eher zurückhaltenden, beobachtenden Art und vieler anderer HSP- und Kriegsenkel-typtischen Attribute, blieb ich im Beruf weit hinter meinem Potenzial zurück. Auch soziale Beziehungen gestalten sich schwierig.
    Mit Anfang 50 habe ich mit den neu gewonnen Erkenntnissen nun auch nicht mehr den Mut, ein sicheres Arbeitsverhältnis aufzugeben und beruflich etwas Neues zu beginnen. Die Arbeitssituation ist zum Glück durchaus erträglich. Allerdings bin ich sehr frustriert und manchmal leicht verbittert, wenn ich auf mein bisheriges Leben blicke.
    Die Hochsensibiltät beglückte mich mit großartigen Erlebnissen in Bezug auf Naturerfahrungen, Kunst, Musik und Literatur und auch hinsichtlich Spiritualität. Insgesamt sehe ich es allerdings so, dass die Kombination HSP/Kriegsenkel/geprügeltes Kind eine Bürde ist, die mein Leben sehr belastet und negativ geprägt hat.
    Vielleicht greife ich das Thema Kriegsenkel mit meinen Geschwistern und Eltern auf in der Hoffnung, etwas von dieser Hypothek loszuwerden. Ansonsten versuche ich, mich mit meinem Leben abzufinden und mir Inseln zu schaffen, in denen ich die Hochsensibilität ausleben kann.
    Ich wünsche dir alles Gute für deine Arbeit!
    Herzliche Grüße
    Jo

    • Lieber Jo,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback und Deinen Bericht, in dem so vieles anklingt, was typisch für hochsensible Kriegsenkel ist! Ich finde es eine gute Idee, dass Du das Thema mit Geschwistern und Eltern besprechen möchtest. Besonders mit Deinen Geschwistern kann sich das sehr lohnen.

      Mit Deinen Eltern ist es aber auch einen Versuch wert. Viele Eltern reagieren positiver als gedacht auf solche Dinge. Und sollten sie nicht offen dafür sein, weißt Du auch Bescheid, dann kannst Du sie ja wieder in Ruhe damit lassen… Würde mich interessieren, wie die Gespräche gelaufen sind. Wenn Du magst, kannst Du das ja noch posten. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.