Hochsensible Kriegsenkel

Neulich hatte ich ein intensives Gespräch mit einer Freundin, in dem wir uns über das Thema Kriegsenkel ausgetauscht haben. Die Eltern von uns Kriegsenkeln haben die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg als Kinder noch miterlebt. Im Zeitraum zwischen den späten 1950ern und der Mitte der 1970er Jahre wurde dann unsere Generation der Kriegsenkel geboren. Obwohl unsere Großeltern die eigentlichen Kriegsakteure waren, wirken die NS-Zeit und der Krieg dennoch massiv auf uns nach, wenn diese Wirkungen auch sehr subtil und schwer erkennbar sind. Die Geschichte, die meine Freundin mit mir in diesem Gespräch herausgearbeitet hat, hat mir eindringlich vor Augen geführt, in welchem Maß gerade wir Hochsensiblen von diesem Thema betroffen sind. Aus diesem Grund habe ich meine Freundin, die auch hochsensibel ist, gefragt, ob ich ihre Geschichte aufschreiben und hier veröffentlichen darf. Dem hat meine Freundin unter der Bedingung, dass sie anonym bleibt, zugestimmt, wofür ich ihr an dieser Stelle danke. Ich hoffe, dass durch diese Geschichte verständlicher wird, warum gerade unsere Generation der Hochsensiblen auf besondere Schwierigkeiten stößt. Hier nun Lisas Geschichte (Name geändert):

Lisas Mutter ging mit dem Thema Krieg ungewöhnlich offen um. Als sie klein war, erzählte sie ihr ihre ganze Lebensgeschichte in einer Art Fortsetzungsroman, wenn sie gemeinsam spazieren gingen. Für Lisa war das sehr spannend, für ihre Mutter eine Art Trauma-Therapie. Lisa erfuhr von der Flucht aus Osteuropa, die zunächst zu Verwandten nach Wien führte. Als die Familie, Lisas Uroma, Oma, Mutter und deren drei Brüder endlich am Bahnhof in Wien ankam, gab es Bombenalarm. Da sie alles stehen und liegen lassen mussten, um schnell den nächsten Bunker zu erreichen, standen sie hinterher mit nichts da. Der Aufenthalt in Wien währte nur kurz, da der Bombenterror dort zu heftig war. Die Flucht führte die Familie weiter in ein kleines Tiroler Bauerndorf, wo sie im Wochenendhaus einer wohlhabenden Familie eine einfache, aber ruhige Bleibe fand. Nach der Rückkehr des Vaters aus der russischen Kriegsgefangenschaft ging die Familie dann nach Deutschland. Zu dieser Zeit war Lisas Mutter vierzehn Jahre alt.

Als junge Erwachsene hat sich Lisas Mutter intensiv mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandergesetzt und war entsetzt darüber, was in dieser Zeit passiert war. Lisa kann sich gut an die vielen Streitgespräche erinnern, die ihre Mutter in den 1970er Jahren mit ihrem eigenen Vater, Lisas Großvater, geführt hat. Er wollte nicht wahrhaben, wie schlimm das alles gewesen war, und Lisas Mutter regte sich fürchterlich darüber auf. Die beiden gerieten deswegen regelmäßig aneinander, Lisas Opa änderte seine Meinung jedoch nicht.

Obwohl Lisas Mutter also einen sehr offenen Umgang mit der Vergangenheit pflegte, gab es Dinge, die in Lisas Mutter unbewusst weiter gewirkt haben, und die unmittelbare Auswirkungen auf ihren Umgang mit dem Thema Hochsensibilität hatten. Diesen Begriff gab es damals natürlich noch nicht, erforscht wird Hochsensibilität bekanntlich erst seit den 1990er Jahren. Aber dennoch wusste man auch damals schon von sich und anderen Familienmitgliedern, wer besonders feinfühlig und empfindsam war. In Lisas Familie lässt sich dieser Strang ganz klar nachvollziehen: Sie meint, dass ihre Großmutter mütterlicherseits, ihre Mutter und sie selbst mit Sicherheit hochsensibel waren.

Im Nationalsozialismus gab es einen regelrechten Männlichkeitskult, in dem Tapferkeit und soldatische Härte propagiert wurden. „Weibliche“ Werte wurden als Feigheit, Krankheit und „Zersetzung der Wehrkraft“ diffamiert. Wenn man dies bedenkt, wird klar, dass dort die Eigenschaften hochsensibler Menschen vollkommen abgelehnt wurden. In diesem Klima ist Lisas Mutter aufgewachsen. Und sie war wohl hochsensibel.

Man stelle sich also dieses hochsensible Mädchen mit seinen zwei deutlich älteren und einem jüngeren Bruder vor. Bedingt durch die Flucht ist die Familie sehr eng zusammengerückt, es bestehen wenig Kontakte zu anderen Gleichaltrigen. Die Jungs sind pausenlos mit Phantasien von Tapferkeit und Härte beschäftigt. Lisas Mutter als einziges Mädchen, noch dazu hochsensibel, muss sich in diesem Umfeld behaupten, in einer Kultur des ständigen „Sich Abhärtens“, wo nur Tollkühnheit zählt.

Dies geschieht, indem sie zwei Dinge tut: Erstens spaltet sie ihre eigenen hochsensiblen Anteile ab und verdrängt sie in die hinterste Ecke ihres Unterbewusstseins. Zweitens nutzt sie ihre Gabe, mit deren Hilfe sie weiß, wo andere, und damit auch ihre Brüder, ihre Schwachstellen haben, und setzt dort gezielt Nadelstiche, einfach prophylaktisch zum Selbstschutz. Ihre ebenfalls hochsensible Mutter (Lisas Großmutter) verachtet sie dabei zutiefst.

Vollkommen grundlos, denn Lisas Oma hat als Schneiderin vier Kinder und ihre Schwiegermutter durch den Krieg gebracht, indem sie für Bauern gegen Nahrungsmittel genäht hat. Sie hat diese Zeit mit einer bewundernswerten Stärke gemeistert. Als Lisa sie einmal fragte, wie sie das gemacht hat, strahlte sie sie mit ihren leuchtendblauen Augen an und meinte: „Das war irgendwie schön. Das war wie Abenteuer.“ Anscheinend hatte Lisas Großmutter ihre Stärken gerade in dieser Ausnahmesituation voll ausleben können und die schwierige Lage souverän gemeistert.

Warum sich Lisas Mutter später nicht von diesem verachtungsvollen Menschenbild lösen konnte, lag daran, dass sie es wahrscheinlich gar nicht mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht hat. Es handelte sich dabei um einen Einfluss, den sie subtil direkt aus ihrem Umfeld aufgenommen hat, über ihre Brüder und später auch ihren Vater (Lisas Großvater), als der aus dem Krieg zurückgekehrt war.

In den 1960er Jahren bekommt Lisas Mutter ihr erstes Kind, die ebenfalls hochsensible Lisa. Damit ist die Mutter natürlich vollkommen überfordert. Sie hat nie gelernt, mit ihrer eigenen Hochsensibilität auf konstruktive Weise umzugehen. Mit einem hochsensiblen Kind kann sie das dann natürlich auch nicht. Die Verachtung, die Lisas Mutter der Großmutter entgegenbringt, lässt sie auch ihre Tochter spüren: „Du bist wie meine Mutter.“

Je älter Lisa wurde, umsto mehr Hass hat ihre Mutter gegen sie entwickelt. Damals war Lisa recht verzweifelt darüber und hat sich ständig gefragt, was sie falsch mache. Aber aus heutiger Sicht war es wohl so, dass ihre hochsensible Art immer deutlicher zutage trat, je stärker sich ihre Persönlichkeit ausprägte. Mit zwanzig ist Lisa von zu Hause ausgezogen. Als sie ihren ersten Mann kennenlernte, der sie so annahm, wie sie war, und sie sehr in ihrer Art unterstützt hat, kam es zum Bruch mit der Familie. Lisas Mutter entwickelte einen derartigen Hass gegen Lisas zukünftigen Mann, dass ein Kontakt mit ihr nicht mehr möglich war.

Heute meint Lisa, dass dies eigentlich ein Selbsthass war. Ihre Mutter hat den Hass und die Verachtung auf ihre eigene Hochsensibilität auf Lisa projiziert. Und dieser Selbsthass kam nicht von den Großeltern. Lisa ist sich da ziemlich sicher, denn ihre Kindheit hat sie nur überlebt, weil ihre Großmutter sich viel um sie gekümmert hat. Die Oma hat ihr vermittelt, dass sie o.k. ist, und hat immer wieder dafür gesorgt, dass sie so sein darf, wie sie ist, und dass ihre Bedürfnisse nicht zu kurz kommen. Das scheinen doch recht sichere Anzeichen dafür zu sein, dass Lisas Großmutter gut mit Hochsensibilität umgehen konnte.

Der Bruch in der Psyche von Lisas Mutter muss also woanders her gekommen sein und ist nur durch die NS-Ideologie zu erklären. Von dort muss ein großer Hass auf alles ausgegangen sein, was irgendwie mit Hochsensibilität zu tun hat. Diesen Hass hat Lisas Mutter wohl in sich aufgenommen, sich dann für ihre Feinfühligkeit zunächst geschämt, später gehasst und in der Folge alles, was sie an ihre eigene Hochsensibilität erinnerte, rigoros abgelehnt. Das Ganze ist natürlich vollkommen unbewusst abgelaufen und konnte so eine verheerende Wirkung entfalten.

Sprechen konnte Lisa über solche Dinge mit ihrer in den 1990ern verstorbenen Mutter nicht. Was wir hier zeichnen, ist ein Bild, in das alles, was Lisa an Informationen und Eindrücken gesammelt hat, eingeflossen ist, so dass es in sich stimmig ist. Wir können also nicht sicherstellen, dass dieses Bild bis ins Detail der Wahrheit entspricht, möchten aber anderen hochsensiblen Menschen unserer Generation mit dieser, von uns auf diese Weise quasi detektivisch rekonstruierten, Geschichte helfen.

Dies ist ein langer und recht komplexer Artikel geworden. Ich möchte deswegen am Ende noch einmal zusammenfassen, um was es mir hier geht:

Hochsensible Kriegsenkel sind Menschen, die das Merkmal der Hochsensibilität tragen und deren Eltern ihre prägenden Kindheits- und Jugendjahre mitten in der NS-Zeit hatten. Die NS-Ideologie hat alles verdammt, was auch nur entfernt mit Hochsensibilität zu tun hat. Hochsensible Kinder waren in dieser Zeit einem vernichtenden Hass gegen alles, was sie ausmacht, ausgesetzt. Sie wurden geradezu als lebensunwertes Leben geächtet und waren dazu gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um in einem solchen Umfeld nicht unterzugehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie am Ende ein äußerst negatives Verhältnis zu ihrer eigenen Hochsensibilität haben, und nicht gelernt haben, konstruktiv damit umzugehen, ist sehr hoch. Das haben sie dann an uns hochsensible Kriegsenkel in irgendeiner Form weitergegeben. Dies erklärt viele Schwierigkeiten, die wir heute mit unserer Veranlagung haben.

Wie ist das bei Dir? Bist Du auch ein hochsensibler Kriegsenkel? Über eine Rückmeldung würde ich mich wirklich sehr freuen!

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26 Gedanken zu „Hochsensible Kriegsenkel“

  1. Hallo, ich bin eine HSP und Kriegsenkelin, das habe ich schon oft sehr deutlich gespürt und kann es sehr gut nutzen. Auf meiner hp steht fast alles, was ich tue, insbesondere meine überaus ausgeprägte Wahrnehmung, was die Gefühlslagen Andere angeht, habe ich mir den richtigen Beruf dafür gesucht. Ich will es nicht mehr missen, auch wenn es oft anstregend ist und ich viel Zeit für mich brauche. Morgen abend findet meine Erzähcafé für Kriegsenkel „Krieg und Frieden“ statt, auf dem werden über dieses Thema sprechen. Mit besten Grüßen

    Antworten
    • Hallo Ines,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Das klingt wirklich sehr interessant, ich werde mir Deine hp einmal ansehen. Ich freue mich auch über Deine positive Einstellung zur Hochsensibilität, die ich teile. Leider ist Berlin weit weg, sonst wäre ich morgen Abend einmal vorbeigekommen… :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  2. ein wichtiges thema, welches ich aus eigenem erleben sehr gut nachvollziehen kann.
    ich spüre deutlich, wie traurig ich beim lesen geworden bin. nun kann ich die scheinbare härte meiner mutter noch besser verstehen und trauere einmal mehr um sie und ihre vom krieg beeinflusste kindheit und um mich, die ich selbst als kind und jugendlicher mensch ungezählte male darunter gelitten habe. vielen dank fürs teilen.

    Antworten
    • Hallo Andrea,

      vielen Dank für Deine Zeilen, die mich sehr berühren.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  3. Liebe Anne-Barbara,

    ich bin erst heute auf diesen Artikel von Dir gestossen. Schon länger beschäftige ich mich mit den psychischen Wirkung des Krieges auf uns Kriegsenkel. Doch zum ersten Mal wird mir bewusst, dass die Hochsensibilität ja noch zusätzlich mit hineinwirkt.
    Es ist für mich gar nicht so einfach herauszufinden,von welcher Seite der Familie meine Hochsensibilität herkommt. Tendenziell von meinem Vater. Auch seine Mutter, die ich viele Jahre erleben durfte, läßt mir im Nachhinein ihre Hochsensibilität klar werden.
    Jetzt nach dem Artikel, erkenne ich jedoch auch, welche Vermeidungs- und Ablehnungsmechanismen Beide angewandt haben, um nicht aus der NORM zu fallen, gerade in der NS-Zeit und mein Vater dann auch noch als 1.männliches Kind der Familie.
    Oh, ich glaube, das wird jetzt noch eine Weile nachwirken und weiter Prozesse in Gang setzen.

    Vielen Dank dafür, auch an deine Freundin für ihre Geschichte.
    Liebe Grüße Annette

    Antworten
    • Liebe Annette,

      es freut mich, dass diese Gedanken Dich so berührt haben! Wenn ich das lese, bin ich wirklich froh, das alles aufgeschrieben zu haben, auch wenn mir das nicht ganz leicht gefallen ist. Danke Dir dafür!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  4. Hallo, in der Geschichte – vielen Dank dafür – finde ich mich auch wieder. Habe zu dem die erhöhte Dosis abgekriegt, da keine Enkelin, sondern Tochter. Meine Eltern waren Jahrgang 1920/22, und ich 1965. Da „fehlt“ also eine Generation. Meine Geschichte, die von vielen seelischen Schmerzen geprägt war, hier aufzuschreiben, würde den Rahmen sprengen, jedoch stehe ich für Nachfragen gerne zur Verfügung. Liebe Grüße

    Antworten
    • Hallo Christine,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Deine Eltern waren der Gehirnwäsche in der NS-Zeit wohl voll ausgeliefert und hatten kaum eine Chance, sich dem zu entziehen. Ich kann mir denken, dass Du mit ihnen eine Menge durchgemacht hast! Ich wünsche Dir, dass Du das für Dich auflösen kannst.

      Falls Du es noch nicht gesehen hast, ich biete einen gratis Online-Kurs an. Dort demonstriere ich eine Technik namens EFT, mit deren Hilfe man unangenehme Gefühle, schlechte Erinnerungen etc. auflösen kann. Vielleicht wäre das ein Weg für Dich. Mehr über EFT erfährst Du auch hier:

      EFT – emotionale Freiheit für Hochsensible

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  5. Danke, für den schönen Artikel und Beitrag.
    Von dieser Seite habe ich meine Familiengeschichte noch nie gesehen.
    …. wenn ich jetzt so nachdenke …
    Dazu muss ich sagen, dass ich schon länger daran arbeite, mir über vieles bewusst zu werden. Die ganze Zeit hieß es schon in Familienaufstellungen: Die Probleme kämen von der weiblichen Seite.
    Dass ich hochsensibel bin, ist mir übrigens erst vor kurzem klar geworden, als ich mir die Interviews des Kongresses angehört habe. Den Verdacht hatte ich schon länger, aber da wurde es offensichtlich.

    Zu dem weiblichen Teil meiner Familie:
    – Da ging es immer nur darum zu funktionieren.
    – Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass ausgerechnet meine so hartherzige Mutter hochsensibel sein könnte.
    – aber wenn ich das oben jetzt so lese ….
    – Zu meiner Urgroßmutter die erinnert mich an Lisas Oma, nach der Beschreibung.
    – Zu meiner Oma, die durfte nie das machen und lernen was sie wollte und wurde ihr Leben lang zum funktionieren gezwungen. Was bei ihr schlecht funktionierte. Sie hatte mehrere Zusammenbrüche, genau zu dem Zeitpunkt, wenn die Menschen, die sie unterdrückten und zum Funktionieren zwangen, starben. Sie war nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Mannes in einer psychiatrischen Klinik. Hat es nie geschafft, ein eigenes selbstbestimmtes Leben zu führen. Danach hat sich meine Mutter um sie gekümmert.
    – Zu meiner Mutter … eine total negativ eingestellte Frau, die nie lacht, immer nur funktioniert. Die eingetrichert bekommen hat, dass man nicht auffallen darf, weil es darauf ankommt was die Leute denken und sagen, anstatt auf das, was man selber will. Die nie das machen durfte, was sie wollte und es so verinnerlicht hat, dass sie selbst als es hätte tun können, weiter funktioniert hat.
    – die mich genau zu dem machen wollte, was sie selbst ist und mich total ablehnt, weil ich das nicht will. – Siehe Lisa ….. – bekomme bis heute mit 52 Jahren zu hören, dass ich mich anpassen müsste und kann ihr nichts recht machen … nur das will ich gar nicht – und berührt und stört mich nicht mehr so wie früher. Weil ich weiß, dass sie sich eh nicht ändern wird. Habe den Kontakt bis auf ein Minimum (wegen meinem Vater) eingeschränkt.

    Danke, der Artikel war sehr aufschlussreich. – Sehe jetzt vieles anders.

    Liebe Grüße
    Elke

    Antworten
    • Liebe Elke,

      vielen herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht, der eine Ergänzung und Bereicherung für meinen Artikel darstellt! Ich freue mich sehr, dass mein Artikel Dich zu neuen Einsichten und Durchblicken inspirieren konnte.

      Du hast vollkommen Recht – diese Menschen werden sich nicht ändern, und es geht auch gar nicht darum, sie zu ändern. Denn wie sie ihr Leben gestalten, ist deren Sache. Unsere Sache ist es, das, was diese Menschen in uns an Negativem bewirkt haben, zu erkennen und aufzulösen, damit wir ein erfüllendes Leben führen können, und damit wenigstens die nächsten Generationen wieder normal aufwachsen.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  6. Liebe Anne- Barbara, ganz HERZlichen Dank für den Artikel und auch für die weiteren erhellenden Beiträge. In allen finde ich etwas aus dem eigenen Erleben, aus der eigenen Familie gespiegelt. Mein bisheriges Leben bestand meist, auf unterschiedlichen Ebenen und in vielen Bereichen, aus einem “ Überlebenskampf“ von dem ich schon länger ahne und mittlerweile weiß, dass dies in Wirklichkeit nicht mein Kampf sein kann. Ich ringe mit mir, die Geschichte aufzuschreiben, die gezeichnet ist von Gewalt und Missbrauch. Seit 26 Jahren bin ich, *1960 selbst Hochsensibel, „auf dem Weg“ der psychologischen und spirituellen Aufarbeitung und Heilung der Thematik bei mir und auch für meine Töchter (Generationenübergreifende Traumatisierungen). Intensiv ins Bewusstsein kam die Thematik, als ich 2013 die Bücher von Sabine Bode las und eine Fortbildung als Senioren Begleiterin (für an Demenz Erkrankte)nach Paragraph 87 b beendete und darauf hin in verschiedenen Pflegeheimen arbeitete. Ich sehe die Thematik als Gesellschaftsrelevant und mit dem ZuStrom der Flüchtlinge in unser Land scheint die Thematik brisante Züge anzunehmen. Mich konfrontiert dies alles täglich aufs Neue mit einem gesellschaftlichen Leidensdruck mit dem ich mich nicht mehr konfrontieren will. Daher bin ich in diesem Bereich nicht mehr aktiv tätig. Nun suche ich in mir und für mich nach einem Weg mit der Hochsensibilität besser zu leben.

    HERZliche Grüße, in Dankbarkeit,

    Johanna Maria

    Antworten
    • Liebe Johanna Maria,

      vielen Dank für Deinen bewegenden Bericht und das nette Feedback! Ich freue mich sehr darüber, dass auch Du hier so viel von Dir zeigst, denn diese ganzen Geschichten ergeben ein viel vollständigeres Bild als mein Artikel es allein vermag. Es ist wirklich der Wahnsinn, was unsere Generation da zu tragen hat, wobei uns immer vermittelt wurde, wie „gut“ wir es doch haben.

      Ich wünsche Dir, dass Du dieses schwere Erbe für Dich gut wirst auflösen können, und dass Du auch für Deine Hochsensibilität Lösungen finden wirst. Und wenn Du dabei noch Fragen hast, immer gern! :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  7. Ich bin auch ein Kriegsenkel und habe meine ganzen dadurch bestehenden Probleme zu meinen Eltern bisher niemals darauf bezogen – durch den Artikel hier, der hervorragend zu meinem Vater, teils aber auch zu meiner Mutter passt, ( ich bin der Meinung beide sind sie in ihrem Ursprung hoch-sensibel, aber keiner der beiden will dies auch nur hören, geschweige denn anerkennen – und durch diesen Hass haben sich beide wohl auch durch die Abspaltung zu nazistischen Persönlichkeiten entwickelt, unter denen ich seit meiner Kindheit, aber auch heute noch, sehr leide, da es mir ein so großes Bedürfnis ist von ihnen angenommen, akzeptiert und geliebt zu werden )wird mir einiges deutlich und scheint auf einmal so klar. Trotzdem ist immer noch meine ewige Frage – was kann ich wie dazu beitragen das beide, so lange sie noch leben, ihre Hochsensibilität anerkennen und aufhören weg zu sehen und zu fühlen, da sie immer noch der Meinung sind das es etwas Bedrohendes ist? Sie hören mir ja nicht mal zu, ganz im Gegenteil – alles was ich heute, mit 41 Jahren tue, wird herabgesetzt, kritisiert und nieder gemetzelt. Durch dieses für mich so schreckliche, schwer auszuhaltende Gefühl permanenter Ablehnung durch grade die 2 Menschen, die ja von Grund auf eigentlich meine Ur-vertrauten darstellen sollten, bin ich nun grad in meinem 4. Klinik Aufenthalt – immer in der Hoffnung ich finde dort eine Lösung, eine Antwort darauf, wie ich damit umgehen, an mich glauben, mich abgrenzen und schützen lernen kann. Das all diese Themen grade jetzt an mich heran getragen werden ist kein Zufall – das weiß ich. Was auch immer dadurch geschehen wird – ich bin sehr dankbar das dies grad alles geschieht! Sandra Ajeet Kaur

    Antworten
    • Liebe Sandra,

      vielen Dank für Deinen Bericht!

      Ich denke nicht, dass Du bei Deinen Eltern noch irgendetwas bewirken kannst. Das liegt einfach daran, dass solche Tätermuster extrem psychisch stabilisierend wirken. Mehr dazu kannst Du in meinem Artikel Aggression als Trostpflaster – wenn aus Opfern Täter werden nachlesen.

      Es ist auch gar nicht nötig, dass Du bei Deinen Eltern etwas bewirkst. Wichtig ist, dass Du mit dem aufräumst, was in Dir gelandet ist, denn das ist Dein Bereich. Hier kannst Du damit beginnen, gut für Dich zu sorgen. Es geht um Dich.

      Zum Thema Abgrenzung kann ich Dir noch diesen Artikel empfehlen:

      In drei Schritten zu mehr Abgrenzung bei Hochsensibilität

      Wichtig ist, dass Du zunächst Deine eigenen Grenzen erkennst. Dass es Dir so geht, wie es Dir jetzt geht, liegt daran, dass Du kräftemäßig weit über Deine Grenzen gegangen bist und Dich mit Deinen Eltern zu sehr aufgerieben hast.

      Wenn Du Deine eigenen Grenzen kennst und anerkennst, kannst Du sie gegen Übergriffe von außen verteidigen; d.h. wenn jemand etwas von Dir will, was über Deine Kräfte geht, dann sagst Du „nein“.

      Und im dritten Schritt geht es darum, die Grenzen anderer zu respektieren. Auch wenn es Dir weh tut, wie Deine Eltern mit ihrer Empfindsamkeit umgehen, das ist letztlich ihre Sache. Ein Kollege von mir sagte immer: „Jeder hat ein Recht auf ein verkorkstes Leben.“ Lass‘ ihnen ihr verkorkstes Leben und bringe Du Deins in Ordnung. Das reicht vollkommen aus, und damit hast Du genug zu tun.

      Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg!

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  8. Hallo Anna-Barbara, meine Schwester brachte mich auf Deinen Kriegsenkelbeitrag. Da ich schon viele Bücher und Geschichten dazu gelesen habe, ebenfalls ein Kriegsenkel bin und HSP, kann ich langsam verstehen, warum es unsere ganze Familie so hart getroffen hat mit angeblich seelischen Problemen (nach Schulmedizin). Mutti und Vati waren ebenso HSP, Vati ausgeprägt narzistisch und Mutti angepaßt und hart, verbittert. So kann ich jetzt besser verstehen, was meine Eltern in ihrer Jugend an Ablehnung erfahren haben, diese verinnerlicht und an uns weiter gegeben haben. Danke für die Geschichte Deiner Freundin, Dank auch an Sie.
    Warum wir HSP es in dieser Zeit besonders schwer haben, leuchtet mir mit Deinem Beitrag einmal mehr ein und mir wird bewußt, dass wir/ich es jetzt in der Hand habe, für uns einzustehen, uns zu erkennen und bewußter wahrzunehmen, welche Stärken wir haben und es für uns zu nutzen.
    Die Beiträge auf diesen Seiten liebe Anne-Barbara, sind stets eine Erleuchtung für mich.
    Von Herzen Dank, dass Du viele Themen so ausführlich aufbereitest und Deine Erfahrungen weitergibst.

    Liebe Grüße
    Kerstin

    Antworten
    • Liebe Kerstin,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback, das mich sehr freut, und dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst!

      Da hast Du ja auch schon eine lange Suche und Zeit der Verarbeitung hinter Dir. Mich berührt es sehr, wie viele Parallelen es doch gibt und in welchem Maß das ein kollektives Problem ist. Deinen Umgang damit finde ich ausgesprochen verantwortungsvoll, denn es bringt ja auf die Dauer nichts, den Eltern irgendwelche „Schuld“ am eigenen Elend zu geben. Letztlich müssen wir die Schäden, die sie, aus welchen Gründen auch immer, bei uns angerichtet haben, eben selbst in Ordnung bringen. Das ist ein wichtiges Stück Arbeit, dass nicht nur uns persönlich, sondern die ganze Gesellschaft weiter bringt. Deswegen freut es mich, dass Du, und auch so viele andere, da auf einer Wellenlänge mit dem sind, was ich in diesem Artikel berichte.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  9. Liebe Anne-Barbara,
    Deine Beiträge sind für mich so erhellend. Vielen Dank. Nun verstehe ich meine Familiengeschichte noch viel besser.
    Mein Großvater kam hochtraumatisiert – er selbst ist hochsensibel – aus dem Krieg zurück und hat dann seine drei Jungs regelmäßigen Drills unterzogen, über die mein Vater bis heute nicht sprechen kann. Als HSP hat er besonders darunter und unter der Nazi-Ideologie gelitten. Seine Lösung fand er in der Abspaltung seiner hochsensiblen Persönlichkeitsanteile und entwickelte hochgradig dissoziale Züge, unter denen wir Kinder litten, sexueller und psychischer Missbrauch inbegriffen. Mich als hochsensible und hochbegabte Tochter lehnte er besonders ab, er konnte mich nie wirklich unterstützen.
    Erst jetzt, 40-jährig, gelingt mir die Ablösung, und ich habe Zeit zur Aufarbeitung. Es ist schön, nun zu der inneren Freiheit zu gelangen, ihn sein lassen zu können und mich um meine Belange zu kümmern und um meine Familie.
    Herzlichen Dank Dir für die unterstützenden Inputs.
    Kathrin

    Antworten
    • Liebe Kathrin,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback und Deinen Bericht! Deine Geschichte ist so typisch, sehr bewegend… Und dass Du es jetzt schaffst, Dich zu befreien und Dein Leben zu leben, ist einfach großartig! Du schreibst zwar „erst jetzt, 40-jährig“, aber wenn es so gelagert ist wie bei Dir, ist es eine Riesenleistung, das überhaupt zu schaffen! Ich freue mich, wenn meine Blog-Artikel Dir dabei helfen. Denn das gibt mir das Gefühl, dass das, was ich tue, Sinn macht. :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  10. Hallo ich bin auch ein hochsensibler Kriegsende. Meine Mutter ist sogar daran gestorben, das sie ihre Hochsensibilität in einer „kalten“ Zeit nie leben durfte. Ich selber habe auch bis vor 2Jahren meine Hochsensiblen Anteile verleugnet, bzw. Sogar gehasst .

    Antworten
    • Liebe Irmgard,

      vielen Dank für Deinen Bericht! Dann hast Du ja auch so eine Geschichte mit Deiner Hochsensibilität, wie sie für unsere Generation ganz typisch ist… Ich freue mich, dass Du in den letzten zwei Jahren doch noch zu Deiner Hochsensibilität gefunden hast! :-)

      Hier noch ein Blog-Artikel, der Dich in dieser Richtung unterstützen kann:

      Hochsensibilität als Gabe

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  11. Hallo Anne-Barbara!
    Vielen Dank für deinen Artikel, in dem du die Themen HSP und Kriegsenkel miteinander verknüpfst! Nach der Lektüre habe ich den spontanen Impuls, meine Gedanken mitzuteilen.
    Als ich vor einigen Jahren auf das Thema HSP stieß, war es wie eine Erleuchtung. Plötzlich machte vieles Sinn, was mich bis dahin tatsächlich zur Verzweiflung gebracht hatte (zu diesem Zeitpunkt lag mein privates und beruflichces Leben alleridngs schon in Trümmern). Das Puzzle fühlte sich jedoch noch unvollständig an. Die Lektüre der Bücher über die „geprügelte Generation“ (Ingrid Müller-Münch) und vor allem die „Kriegsenkel“ vervollständigte das Bild und lieferte mir viele für mich schlüssige Erklärungen.
    Leider ist es mir kaum gelungen, die Besonderheiten der Hochsensibliltät vorteilhaft zu nutzen. Aufgrund meines geringen Selbstwertes, meiner eher zurückhaltenden, beobachtenden Art und vieler anderer HSP- und Kriegsenkel-typtischen Attribute, blieb ich im Beruf weit hinter meinem Potenzial zurück. Auch soziale Beziehungen gestalten sich schwierig.
    Mit Anfang 50 habe ich mit den neu gewonnen Erkenntnissen nun auch nicht mehr den Mut, ein sicheres Arbeitsverhältnis aufzugeben und beruflich etwas Neues zu beginnen. Die Arbeitssituation ist zum Glück durchaus erträglich. Allerdings bin ich sehr frustriert und manchmal leicht verbittert, wenn ich auf mein bisheriges Leben blicke.
    Die Hochsensibiltät beglückte mich mit großartigen Erlebnissen in Bezug auf Naturerfahrungen, Kunst, Musik und Literatur und auch hinsichtlich Spiritualität. Insgesamt sehe ich es allerdings so, dass die Kombination HSP/Kriegsenkel/geprügeltes Kind eine Bürde ist, die mein Leben sehr belastet und negativ geprägt hat.
    Vielleicht greife ich das Thema Kriegsenkel mit meinen Geschwistern und Eltern auf in der Hoffnung, etwas von dieser Hypothek loszuwerden. Ansonsten versuche ich, mich mit meinem Leben abzufinden und mir Inseln zu schaffen, in denen ich die Hochsensibilität ausleben kann.
    Ich wünsche dir alles Gute für deine Arbeit!
    Herzliche Grüße
    Jo

    Antworten
    • Lieber Jo,

      vielen Dank für Dein nettes Feedback und Deinen Bericht, in dem so vieles anklingt, was typisch für hochsensible Kriegsenkel ist! Ich finde es eine gute Idee, dass Du das Thema mit Geschwistern und Eltern besprechen möchtest. Besonders mit Deinen Geschwistern kann sich das sehr lohnen.

      Mit Deinen Eltern ist es aber auch einen Versuch wert. Viele Eltern reagieren positiver als gedacht auf solche Dinge. Und sollten sie nicht offen dafür sein, weißt Du auch Bescheid, dann kannst Du sie ja wieder in Ruhe damit lassen… Würde mich interessieren, wie die Gespräche gelaufen sind. Wenn Du magst, kannst Du das ja noch posten. :-)

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

  12. Gut, über wieviel Generationen werden Traumata vererbt? 9 glaube ich. Da haben wir ja noch die Chance, lange und viel drüber zu reden und schreiben.

    Was mich beschäftigt ist dass, was heute geschieht, was wir alles zulassen. Stellt euch doch mal nur einen der unzähligen Flüchtlinge vor, welche Traumata erlebt sie auf der Flucht. Als hochsensible haben wir hierbei sicher keine Probleme. Was tun wir, um nur das eine oder andere Trauma zu verhindern. Ist doch sicher wichtiger, als lang und breit über die eigenen, geerbten Traumata nachzudenken.

    Elke

    Antworten
  13. Hallo Anne- Barbara,
    seit wenigen Jahren beschäftige ich mich zunehmend aktiv mit systemischen Aufstellungen (nach Hellinger) eigentlich deshalb, weil dort meine Intuition gefragt ist und sie mich doch oft im Alltag eher anstrengt.

    Beim Aufstellen wird ein Thema ohne viel Ausführungen von einer Person benannt. Die wichtigen Personen werden dann zueinander gestellt und sofort entsteht eine Dynamik zwischen denen, die dann durch das hinzustellen von weiteren relevanten Personen oder durch das Auflösen von Themen durch bestimmte Sätze verändert wird.

    Das ist schon eigentümlich, wie dann die Heimat bei Geflüchteten noch nach 3 Generationen fehlt und schwächt, wie sich Enkel für Verstoßene (z.B. NS-Funktionäre) so verhalten, dass sie auch verstoßen werden – die opfern sich gradezu dafür, dass sie im System den Verstoßenen ergänzen, nur weil die Familie ohne einen Verstoßenen nicht vollständig ist. – In einer Aufstellung ist ein Mann kraftlos und lebensunfähig aus dem Krieg gekommen und erst als man seine Kammeraden um ihn gestellt hat, konnte er seine Familie wieder wahrnehmen. Wenn man häufiger aufstellt, kriegt man ein recht gutes Gespür für die Dynamik die im Raum ist. Das ist wiederholbar wenn auch bisher nicht vollständig erklärbar, soweit ich weiß.

    Einige systemische Verstrickungen haben ihre ursprünglichen Ereignisse bei den Großeltern oder Urgroßeltern. Das zeigt sich wirklich immer wieder als Ursache. Damit haben Ereignisse aus der NS-Zeit, oder dem WK1 bei mir zB auch die Russische Revolution, unbewusst Einfluss auf unser oder mein Verhalten.

    Die Dynamik endet sofort, wenn die Mörder wieder ins System integriert werden, das mag uns widerstreben, unterbricht aber die destruktive Dynamik für die Nachkommen. Den Tätern wird ihre Verantwortung zugemutet, die Schicksale von Opfern und Traumatisierten werden in Demut anerkennen. Interessanterweise ändert sich nicht nur die Dynamik im Aufstellungsraum sondern in der Folge langsam auch die in der Familie.

    Aus dieser Erfahrung heraus glaube ich garnicht, dass da die Nazipropaganda so direkt Ihren Einfluss hat. Vielleicht die Unterdrückung, die daraus folgt. Vermutlich ist’s die Familieneigene Dynamik, die sich ihre Stellvertreter für Verstoßene und ungesühntes Unrecht sucht. Lisa könnte das mal von einem systemischen Psychologen aufstellen lassen. Vielleicht vertritt sie jemanden unbewusst und muss das danach nicht mehr. Das entlastet die Mutter, die nicht mehr stellvertretend Lisa bekämpft und am Ende kann Lisa ihr Dasein in allen Fassetten genießen.

    Hab’s wieder sehr gerne gelesen!
    Vielen Dank und liebe Grüße

    Simon

    Antworten
    • Hallo Simon,

      das ist ja ‚mal ein glühendes Plädoyer für die Familien-Aufstellung! Man spürt deine Begeisterung und wie du darin aufgehst. Mir erscheint es jedoch plausibler, dass es bei Lisa genau so ist, wie im Artikel beschrieben, eine direkte Wirkung, die man ohne weiteres nachvollziehen kann. Lisa ist, seit sie diese Erkenntnisse hatte, im Reinen mit ihrer Geschichte. Ihre Mutter lebt schon lange nicht mehr.

      Herzliche Grüße,
      Anne-Barbara

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